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Corona-Impfung für stillende Mütter: Ist mRNA in Muttermilch nachweisbar?

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Von: Ines Engelmann

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Eine neue Studie zu Corona-Impfungen gibt es erste Ergebnisse zum Einfluss des mRNA-Vakzins auf Muttermilch. Können sich stillende Mütter gefahrlos impfen lassen?

Hamm - Immer wieder machte sich Unsicherheit breit, ob sich stillende Mütter gegen Corona impfen lassen sollten. Forscher haben nun herausgefunden, welchen Einfluss ein mRNA-Impfstoff auf die Muttermilch und damit auch auf Säuglinge haben könnten. (News zum Coronavirus)

KrankheitCovid-19
ErregerSars-CoV-2, Coronavirus
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Corona-Impfung für stillende Mütter: Ist der mRNA-Impfstoff in Muttermilch nachweisbar?

Seit Beginn der Corona-Krise ist die Pandemie Nährboden für Mutmaßungen, welche Nebenwirkungen die Krankheit und die Impfungen mit sich bringen könnten. Inzwischen ist die Impfkampagne in Nordrhein-Westfalen fortgeschritten. Doch immer noch sind Menschen besorgt wegen potenzieller Langzeitfolgen einer Corona-Impfung. In den sozialen Medien kursierte zeitweise die Behauptung, dass die Corona-Impfung zu Unfruchtbarkeit führen könnte.

Impfungen für stillende Frauen mit mRNA-Impfstoffen sind nach Einschätzung von US-Experten in Hinblick auf die Muttermilch jedoch unproblematisch. Wegen der Immunisierung sollten Mütter deshalb nicht aufhören zu stillen, schreibt ein Team um Stephanie Gaw von der University of California San Francisco im Fachblatt Jama Pediatrics.

Corona-Impfung für stillende Mütter: Studie gibt grünes Licht

Die untersuchten Proben wurden vor der Impfung sowie zwischen vier und 48 Stunden danach entnommen. Die Ergebnisse seien wichtige frühe Hinweise, dass die mRNA aus den Impfstoffen nicht auf den Säugling übertragen werde, schreibt das Autorenteam. Es weist als Einschränkung jedoch auf die geringe Zahl an Studienteilnehmerinnen hin.

In 13 untersuchten Muttermilchproben von sieben geimpften Frauen sei keine mRNA aus dem Impfstoff nachweisbar gewesen.
Fünf Probandinnen hatten den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer und zwei den von Moderna erhalten.

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Neue Studien belegen: Der mRNA-Impfstoff ist in Muttermilch nicht nachweibar. (Symbolfoto) © Fabian Strauch/dpa

Corona-Impfung für stillende Mütter: mRNA-Impfstoff in Muttermilch nicht nachweisbar

mRNA-Impfstoffe basieren auf Boten-Ribonukleinsäure (mRNA). Die mRNA in den Präparaten enthält den Bauplan für ein bestimmtes Merkmal des Coronavirus.

Deutsche Ärzte hatten sich bereits im Mai für eine priorisierte Impfung auch von Stillenden ausgesprochen. Durch die Impfung gebildete Antikörper würden über die Muttermilch transportiert, gestillte Neugeborene seien somit durch eine Nestimmunität geschützt.

Corona-Impfung für stillende Mütter: Forschungsergebnisse zu mRNA-Impfstoffen

Der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hatte kürzlich gesagt, dass die Impfung von Stillenden „eigentlich auch nach Stiko-Vorstellungen unproblematisch“ sei. „Das muss man ganz klar sagen. Ich denke, die stillende Frau kann ohne weiteres geimpft werden.“

Es gibt auch neue Studienergebnisse zur Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs vom Hersteller Biontech. Das israelische Gesundheitsministerium hat bekannt gegeben, dass die aggressive Delta-Variante den Biontech-Impfstoff beeinflusst. Bei der Corona-Bekämpfung gilt Israel wegen seiner rasanten Impfkampagne als Vorzeigeland. 

Corona-Impfung für stillende Mütter: mRNA-Vakzin in der Diskussion

Forscher widmen sich auch anderen Fragen rund um die Coronavirus-Impfstoffe: Wie lange hält der Schutz vor Corona nach einer Impfung mit Biontech oder Moderna an? Tatsächlich verblüfft die Antwort, sie ist aber zugleich an eine Bedingung gekoppelt.

Empfohlen wird inzwischen vor allem eine Kreuzimpfung, also erst mit Astrazeneca und dann mit Biontech oder Moderna, was zwar den höchsten Impfschutz bieten soll, Hausärzte allerdings verärgert. Die neue Empfehlung der Stiko zur Kreuzimpfung rührt unter Umständen auch daher, dass zwischen zwei Astrazeneca-Impfungen im Idealfall 45 Wochen liegen sollten.

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