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Corona-Impfung: Wie gut wirkt der Booster gegen die neuen Omikron-Varianten?

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Von: Kristina Köller

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Die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 breiten sich aus. Wie gut sind Geimpfte dank der Booster-Impfung vor einer Corona-Infektion und vor einem schweren Verlauf geschützt?

Hamm - Wird die momentan vorherrschende Omikron-Variante BA.2 schon bald von den Virustypen BA.4 und BA.5 verdrängt? Und wie gut sind Geimpfte dann noch vor einer Infektion oder einem schweren Corona-Verlauf geschützt? Eine Studie hat letztere Frage untersucht.

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) ist der Virustyp BA.5 mittlerweile bereits die vorherrschende Variante in Deutschland. RKI-Vizepräsident Lars Schade verwies Ende vergangener Woche darauf, dass sich BA.5 noch schneller als andere Omikron-Varianten verbreite, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Omikron-Variante BA.5 breitet sich aus - Anteil an Infektionen steigt

Die sogenannte „Escape“-Variante umgehe den vorhandenen Schutz des Körpers. Wer sich bereits mit einem anderen Omikron-Subtyp infiziert habe, könne sich also erneut anstecken. Die gute Nachricht sei allerdings, dass es bisher keine Hinweise auf schwerere Verläufe mit der BA.5-Variante gebe. Symptome haben Infizierte bei der BA.5-Variante aber trotzdem zu erwarten.

In dem am Donnerstag, 16. Juni, veröffentlichten Wochenbericht des RKI hatte es geheißen, der Anteil der BA.5-Infektionen habe zuletzt bei 23,7 Prozent gelegen. Dies ist binnen einer Woche mehr als eine Verdoppelung. In der Vorwoche hatte der Anteil nach aktualisierten Daten bei 11,5 Prozent gelegen.

Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 - Wie gut schützt die Booster-Impfung?

Doch wie gut sind die Menschen eigentlich vor BA.4 und BA.5 geschützt? Wissenschaftler in den USA haben analysiert, wie gut der Impfschutz mit den derzeit verfügbaren Vakzinen ist. Im Fachblatt „The New England Journal of Medicine“ haben die Forscher der Ohio State University ihre Ergebnisse veröffentlicht.

In der Studie haben sie laut focus.de die Wirksamkeit der Vakzine bei zweifach und dreifach Geimpften gegenüber BA.4 und BA.5 sowie gegen die Variante BA.2.12.1 untersucht.

Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 - so gut schützen die Impfungen

Die Ergebnisse: Wer zwei Impfdosen der mRNA-Impfstoffe Biontech oder Moderna erhalten hatte, konnte den Wissenschaftlern zufolge die Varianten nicht neutralisieren. Nach drei Impfdosen von Biontech oder Moderna ist man den Forschern zufolge schon besser geschützt, allerdings sei die Schutzwirkung geringer als noch bei den Varianten BA.1 und BA.2.

Die Auffrischungsimpfung liefert den Forschern zufolge „ausreichende neutralisierende Antikörpertiter“ gegen die Untervarianten BA.4, BA.5 und BA.2.12.1., wenn auch in geringerem Ausmaß als gegen BA.1 und BA.2, so das Gesamtergebnis.

Omikron-Varianten BA.4 und BA.5: Ist die vierte Impfung nötig?

Da liegt natürlich die Frage auf der Hand, ob eine weitere Auffrischung, also eine vierte Impfung, für alle sein muss. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie derzeit nur für Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohner, Menschen ab 70 Jahren und Personal in medizinischen Einrichtungen.

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens teilte kürzlich mit, dass hinter einer allgemeinen Empfehlung zu einer weiteren Auffrischimpfung - wie bei jeder medizinischen Maßnahme - eine begründete medizinische Indikation stehen müsse. Die Annahme „Viel hilft viel“ könne hierbei nicht der Leitsatz sein.

Der Rheinischen Post sagte Mertens, eine neue Impfempfehlung sei derzeit nicht und niemandem möglich, „denn wir wissen nicht, wann welche neuen Impfstoffe zur Verfügung stehen werden.“

Zuletzt hatte auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für Schlagzeilen gesorgt - denn er will kostenlose Bürgertests für viele Menschen streichen.

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