524 Todesfälle - Durchschnittsalter 82

Wie sicher ist die Corona-Impfung? Nebenwirkungen und Komplikationen

Impfen, impfen, impfen lautet die Strategie gegen das Coronavirus. Nach Astrazeneca wird auch Johnson & Johnson ohne Priorisierung freigegeben. Höchste Zeit für die Frage: Wie sicher ist das Impfen?

Langen – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) veröffentlicht regelmäßig auf seiner Internetseite einen so genannten Sicherheitsbericht über „Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor Covid-19“. Für das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel mit Sitz im hessischen Langen steht fest: Impfungen sind eine effektive Maßnahme, die Corona-Pandemie einzudämmen und sich selbst zu schützen. Doch nichts im Leben ist bekanntlich ohne Risiko. (News zum Coronavirus)

NamePaul-Ehrlich-Institut (PEI)
Gründung1. Juni 1896, Steglitz, Berlin
Staatliche EbeneBund

Bericht zur Corona-Impfung: Nebenwirkungen und Komplikationen

So berichtet das PEI für den Zeitraum vom 27. Dezember 2020 bis zum 30. April 2021 über 49 961 aus Deutschland gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Corona-Impfung von Biontech, Moderna, Astrazeneca sowie Johnson & Johnson.

Drei Viertel der Meldungen betreffen Frauen, was laut PEI vermutlich auf den höheren Frauenanteil bei den Impfungen zurückzuführen ist. Jeder zehnte Verdachtsfall wird als schwerwiegend eingestuft. Als schwerwiegende Reaktionen gelten solche, bei denen die Personen im Krankenhaus behandelt werden müssen oder Reaktionen, die als medizinisch bedeutsam eingeordnet wurden.

Bericht zur Corona-Impfung: 1,7 Verdachtsfall-Meldungen pro 1000 Impfdosen

Zum Verhältnis: Laut Robert Koch-Institut gab es bis Ende April knapp 28,8 Millionen Impfungen. Statistisch gab es auf alle Impfstoffe gesehen 1,7 Verdachtsfall-Meldungen pro 1000 Impfdosen. Bei schwerwiegenden Reaktionen waren es 0,2 pro 1000 Impfdosen. Auffällig: Bei Biontech gab es 20 160 Verdachtsfälle (davon 2386 schwerwiegende Fälle) bei 21,3 Millionen Impfungen; bei Astrazeneca bei „nur“ 5,7 Millionen Impfungen dagegen 26 206 Fälle (davon 2132 schwerwiegend).

Was ist aus den Fällen geworden? 40,1 Prozent der unerwünschten Reaktionen waren zum Zeitpunkt der Meldung wieder vollständig abgeklungen, 22,4 Prozent hatten sich gebessert. 24,6 Prozent wurden als noch nicht abgeklungen angegeben, und der Ausgang von 11,2 Prozent der unerwünschten Reaktionen war zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht bekannt. In 0,6 Prozent der Verdachtsfälle wurde über einen unterschiedlichen bleibenden Schaden berichtet, in 1,1 Prozent der Einzelfallmeldungen ist die geimpfte Person gestorben.

Bericht zur Corona-Impfung: 524 Todesfälle - Durchschnittsalter 82

Insgesamt wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 524 Todesfälle in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung bei Personen im Alter von 24 bis 102 Jahren gemeldet, das mittlere Alter der Betroffenen war 82.

Das sind übrigens, wie das PEI in seinem Bericht vorrechnet, 0,0018 Prozent der geimpften Personen. Bei der „überwiegenden Mehrzahl“ der verstorbenen Personen bestanden multiple Vorerkrankungen, wie Karzinome oder Herzerkrankungen, die laut PEI vermutlich todesursächlich waren.

Das Paul-Ehrlich-Institut verweist im Fazit seines Berichts auf eine Analyse der Europäischen Arzneimittelagentur. Demnach steigt der individuelle Nutzen der Impfung mit steigendem Alter und steigenden Infektionszahlen. „Unabhängig vom gewählten Szenario der Viruszirkulation (niedrig, mittel, hoch) profitieren danach insbesondere Personen, die 60 Jahre und älter sind, von der Impfung.“

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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