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Corona-Impfung ist weniger effektiv - RKI stellt Berechnung um

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Von: Tobias Hinne-Schneider

Das Robert-Koch-Institut hat seine Berechnungen umgestellt. Die Folge: Die Corona-Impfung ist weniger effektiv als bisher angenommen. Das steckt dahinter.

Hamm - Die gute Nachricht für alle Geimpften vorweg: Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt, die Wirksamkeit der Impfung gegen das Coronavirus ist „nach wie vor als sehr hoch einzustufen“. Das geht auch aus dem neuesten Wochenbericht hervor, den das RKI veröffentlicht hat. Darin sinkt die Effektivität der Impfung allerdings um bis zu sechs Prozentpunkte, worauf Spiegel Online hinwies.

Robert-Koch-Institut (RKI)biomedizinische Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung
HauptsitzBerlin
Gründung1. Juli 1891
Bedienstete1100, rund 450 Wissenschaftler

Corona-Impfung ist weniger effektiv - RKI stellt Berechnung um

In den wöchentlichen Berichten des RKI wird unter dem Punkt Impfeffektivität aufgeführt, wie viele Impfdurchbrüche es beim jeweiligen Vakzin gab. Daraus ergibt sich folglich, wie hoch der tatsächliche Schutz von allen Corona-Impfstoffen ist. Die Schwankungen im jüngsten Bericht weichen allerdings deutlich von der Norm ab.

Corona-Impfung bei einer Schwangerschaft
Bei jedem fünften gemeldeten symptomatischen Corona-Fall liegt der Impfstatus dem RKI nicht vor. © Robert Michael/dpa

Bei den über 60-Jährigen war zuvor die Rede davon, dass die Vakzine das Risiko von schweren Verläufen bei einer Infektion mit dem Coronavirus um 95 Prozent reduzieren. Nach den neuen Berechnungen des RKI liegt der Wert jetzt bei 89 Prozent. Der Schutz vor tödlichen Verläufen sank in dieser Altersgruppe um fünf Prozent - von 93 auf 88. Die Impfeffektivität drückt aus, um wie viel Prozent eine Erkrankung, ein schwerer oder tödlicher Verlauf bei Geimpften seltener auftritt als bei Ungeimpften.

Corona-Impfung ist weniger effektiv: Robert-Koch-Institut zählt ungeklärte Fälle mit

Für die Berechnungen der Prozentzahlen muss man dafür natürlich wissen, ob Erkrankte überhaupt geimpft sind oder nicht. Die Daten lagen dem RKI aber nicht vollständig vor. Das teilte das RKI Spiegel Online auf Nachfrage mit. Bei rund jedem fünften gemeldeten symptomatischen Fall fehlte die Angabe des Impfstatus.

Das RKI entschied, Fälle mit ungeklärten Impfstatus als ungeimpft zu zählen. Dadurch lag die Effektivität der Impfung bei Geimpften höher als es tatsächlich der Fall war.

Auf Nachfrage von Spiegel Online antwortete die Behörde, dass durch diesen Rechenweg „eine bessere Vergleichbarkeit mit den anderen vom RKI berichteten Daten im Wochenbericht“ bestehe. Die mögliche Verzerrung der Effektivitätswerte sei nach Prüfung „eher gering“, so das Robert-Koch-Institut.

Corona-Impfung ist weniger effektiv: Impfstatus wird einbezogen

Im aktuellen Wochenbericht hat das RKI die Berechnung jetzt umgestellt - das führte zum Absinken der Werte. Künftig sollen Fälle, bei denen der Impfstatus ungeklärt ist, nicht mehr miteinbezogen werden. „Wir gehen davon aus, dass das Absinken vornehmlich auf diese Umstellung zurückzuführen ist“, so die Behörde.

Der Unterschied bei schweren und tödlichen Verläufen zwischen Ungeimpften und Geimpften ist dennoch weiter groß. Das geht aus den Fallzahlen hervor, die das RKI ebenfalls veröffentlicht. Ungeimpfte leiden demnach deutlich häufiger unter einem schweren Verlauf.

In Sachen Corona kommen bald Änderungen auf die Deutschen zu. Denn die Corona-Tests sind bald nicht mehr kostenlos, Ungeimpfte müssen dafür zahlen. Dazu gelten etwa in Nordrhein-Westfalen seit einigen Tagen neue Corona-Regeln - etwa bei der Maskenpflicht. In einigen Bereichen muss nun kein Mund-Nasen-Schutz mehr zwingend getragen werden.

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