Studie

Biontech: Wirksamkeit von dritter Impfung überrascht sogar Lauterbach

Forscher aus Israel haben die Wirksamkeit einer dritten Corona-Impfung untersucht. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ist überrascht von den Ergebnissen.

Hamm - Die Ständige Impfkommission (Stiko) im Deutschland empfiehlt älteren Menschen und bestimmten Berufsgruppen eine sogenannte Booster-Impfung, eine dritte Impfung gegen das Coronavirus. Das Gremium hat sich bislang offiziell für eine Booster-Impfung für Menschen, die älter als 70 Jahre sind, ausgesprochen. Zudem sollen auch Personen, die in Altenheimen oder Pflegeeinrichtungen untergebracht sind oder arbeiten sowie medizinisches Personal erneut geimpft werden. (News zum Coronavirus)

LandIsrael
Bevölkerung 9,22 Millionen
PräsidentJitzchak Herzog

Biontech-Booster: Studie deutet auf Wirksamkeit der dritten Corona-Impfung hin

Eine Studie aus Israel liefert jetzt interessante Ergebnissen zur Effektivität der Booster-Impfung. „Die Stärke der Wirkung überrascht“, schreibt Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter. „In Israel zeigt sich, dass die Biontech-Booster-Impfung in allen untersuchten Altersgruppen das Risiko von Infektionen und schweren Verlauf bei Sars-CoV noch einmal massiv reduziert und praktisch vollständigen Schutz bietet“, so Lauterbach, der die Studie aus Israel an seinen Beitrag angehängt hat.

Geforscht hat die Gruppe um den Biologen Yinon M. Bar-On vom Weizmann Institute of Science in Rechovot (Israel). Die Forscher analysierten Daten des israelischen Gesundheitsministeriums vom 30. Juli bis zum 6. Oktober 2021. Insgesamt untersuchte die Gruppe Daten von mehr als vier Millionen mit Biontech geimpften Menschen.

Biontech-Booster: Studie aus Israel liefert interessante Erkenntnisse

Israel hatte bereits Ende Juli die Corona-Auffrischungsimpfung für über 60-Jährige zugelassen. Mittlerweile hat das Land - als erstes überhaupt - erlaubt, dass sich Impfwillige aller Altersklassen ein drittes Mal impfen lassen. Dementsprechend viele Informationen gibt es vor Ort bereits.

Verglichen haben die Forscher die Daten der Geimpften hinsichtlich der bestätigten Corona-Infektionen, schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen bei Personen. Demnach wurde der Unterschied zwischen denen geprüft, die vor zwölf oder mehr Tagen eine Biontech-Booster-Impfung erhalten hatten, und der Gruppe, die bisher keinen Booster erhalten hatte.

„Unsere Ergebnisse beweisen die Effektivität der Booster-Impfungen gerade bei jüngeren Menschen über 16 Jahren und untermauern die Aufrechterhaltung der Wirkung der Impfung über längere Zeit bei den über 60-Jährigen“, heißt es von den israelischen Wissenschaftlern. Weltweit hatten sich zuvor Experten gegen eine Auffrischungsimpfung ausgesprochen, berichtet 24vita.de*. Die Studienergebnisse aus Israel wurden vorab veröffentlicht. In einem nächsten Schritt werden sie von Fachkollegen extern überprüft.

Die Ständige Impfkommission in Deutschland empfiehlt eine Corona-Auffrischungsimpfung derzeit nur für bestimmte Gruppen.

Laut Studie waren in der Personengruppe mit dritter Impfung die bestätigten Corona-Infektionen um rund ein Zehnfaches niedriger als in der Kontrollgruppe. Bei jungen Menschen sank das Corona-Infektionsrisiko durch den Booster um das 17,6-Fache - im Vergleich zu nur zweifach Geimpften.

Biontech-Booster: Kein Vergleich in jüngeren Altersgruppen

In der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen sank das Risiko einer schweren Corona-Erkrankung um das 22-Fache; bei den über 60-Jährigen immerhin noch um das 18,7-Fache. Die Sterberate bei den über 60-Jährigen war um das 14,7-Fache geringer. In jüngeren Altersgruppen gab es so wenige Fälle, dass die Forscher keinen Vergleich ziehen konnten zwischen zwei- und dreifach Geimpften. Dennoch gaben die Forscher an, dass in der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen nur eine Person mit Auffrischungsimpfung einen schweren Krankheitsverlauf durchmachen musste, bei einer doppelten Impfung waren es noch 23. *24vita.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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