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Corona-Impfstoff in Deutschland: Wann die Pandemie beendet sein könnte

Wann kommt der Corona-Impfstoff in Deutschland? Sind Nebenwirkungen zu erwarten? Und könnte die Pandemie damit bald beendet sein? Alle wichtigen Infos hier.

Hamm - Der Wunsch nach Normalität könnte derzeit weltweit größer nicht sein. Viele Länder reagierten im November wegen der rasant steigenden Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus mit einem neuen Lockdown. Ein Ende der Pandemie ist noch nicht in Sicht. Das Warten auf den erlösenden Corona-Impfstoff in Deutschland hält weiter an. Doch wie lange noch? Und was passiert, wenn endlich gegen Corona geimpft werden darf? (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19\tBezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Seit dem Bekanntwerden des neuartigen Coronavirus im Frühjahr 2020 sind mehr als 214 Projekte für einen Corona-Impfstoff angelaufen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt gar 202 (Stand: 5. November). Viele Unternehmen haben ihre Zusammenarbeit angeboten. Allein in Deutschland haben sich deshalb zahlreiche Kooperationen gebildet.

Corona-Impfstoff: Sechs Hauptstandorte in Deutschland - Biontech mit Durchbruch

Mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Artes Biotechnology, CureVac/Prime Vector Technologies/Uniklinik Tübingen, Leukocare, baseclick und Biontech/Pfizer gibt es gleich sechs Hauptstandorte in Deutschland, die an einem Corona-Impfstoff arbeiten. Letzterer veröffentlichte vor Kurzem vielversprechende Fortschritte.

So soll Biontech unmittelbar vor einem Durchbruch bei der Forschung für einen Corona-Impfstoff stehen. Biontech-Chef Ugur Sahin machte allen Menschen große Hoffnung, zumal die Impfstoff-Produktion bereits auf den Zielgeraden sei. Biontech erwartet Mitte November aussagekräftige Zahlen. Doch wie wird der Corona-Impfstoff überhaupt hergestellt?

Corona-Impfstoff: Herstellung durchläuft mehrere Phasen - Tests an Tieren und Menschen

Die Produktion des Corona-Impfstoffs in Deutschland durchläuft mehrere Phasen:

  • Präklinische Phase: Bestandteile des Virus und Zusatzstoffe des Impfstoffs werden analysiert. Erste Tests an Tieren erfolgen.
  • Phase 1: Die Verträglichkeit des Corona-Impfstoffs wird erstmals an maximal 100 Freiwilligen getestet.
  • Phase 2: Richtige Dosis, Verträglichkeit und Immunabwehrreaktionen werden an mehreren Hundert Menschen erprobt.
  • Phase 3: Tausend bis mehrere Zehntausend Freiwillige erhalten den Impfstoff, um Alltagstauglichkeit und Nebenwirkungen zu testen.

Werden alle Prüfungen erfolgreich abgeschlossen, so kann das Zulassungsverfahren für den Corona-Impfstoff beginnen. Für Europa wird das zentralisierte Zulassungsverfahren für Covid-19-Impfstoffe durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA koordiniert. Dabei wird Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit des Corona-Impfstoffs genau untersucht und bewertet.

Corona-Impfstoff in Deutschland: Nebenwirkungen können nicht ausgeschlossen werden

Kommt der Corona-Impfstoff in Deutschland dann auf den Markt, können Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden. Besonders aufgrund der besonderen Geschwindigkeit der Forschung und Produktion des Corona-Impfstoffs steht das Prüf- und Zulassungsverfahren besonders unter Druck. Normalerweise würde ein Durchlaufen der Phasen zehn bis 20 Jahre in Anspruch nehmen. Neue Technologien, Erfahrung und intensive Zusammenarbeit machen eine schnelle Produktion möglich.

Impfstoff gegen das Coronavirus: Das Unternehmen Curevac forscht an einem potenziellen Impfkandidaten.

Für einige Personengruppen könnte die Impfung gegen das Coronavirus dennoch mehr Risiko als Nutzen bedeuten. Dies genau zu definieren und mögliche Nebenwirkungen festzustellen, ist die große Herausforderung. Auch nach der Zulassung wird der eingesetzte Corona-Impfstoff genau beobachtet, zumal seltene Nebenwirkungen erst dann erfasst werden können. In NRW ist die Zahl der Neunifnektionen wieder gestiegen.

Corona-Impfstoff: Wann endet die Pandemie? Bundesforschungsministerin mit Prognose

Ziel des Corona-Impfstoffs ist es, bei Personen, die damit geimpft werden, einen lebenslangen und vollständigen Schutz gegen das Coronavirus zu erzielen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Corona-Impfstoff dieses Idealziel erfüllen wird, ist jedoch sehr gering. Nach der Zulassung des Impfstoffs in Deutschland ist eine gestaffelte Verteilung denkbar.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek rechnet damit, dass Mitte des nächsten Jahres breite Teile der Bevölkerung geimpft werden können. „Sollte es schneller gehen, wäre das natürlich sehr schön“, so Karliczek.

Rubriklistenbild: © Anne Faden/dpa

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