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Genesung wirkungsvoller als Corona-Impfung? Studie ist mit Vorsicht zu genießen

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Von: Daniel Schinzig

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Die Impfung ist ein wirkungsvolles Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Doch könnten Genesene besser geschützt sein? Das sagt eine neue Studie dazu. 

Hamm - Wer sich in der Vergangenheit mit Corona infiziert hat, gilt als genesen und ist unter bestimmten Voraussetzungen mit Geimpften gleichgestellt - obwohl sich zuletzt die Dauer der Gültigkeit des Genesenennachweises geändert hat. Doch haben Genesene eventuell sogar Vorteile gegenüber den Menschen, die sich ausschließlich haben impfen lassen? Laut einer neuen amerikanischen Studie könnte eine durchgemachte Covid-19-Erkrankung tatsächlich besseren Schutz bieten als eine durch ein Vakzin ausgelöste Immunantwort.

VirusSARS-CoV-2
KrankheitCovid-19
Vorherrschende Virus-VarianteOmikron

Schutz vor Corona: Ist die Genesung wirkungsvoller als die Impfung?

Während der letzten Corona-Welle, bei der die Delta-Variante vorherrschend war, waren nicht geimpfte Menschen, die genesen waren, besser gegen eine Ansteckung geschützt als geimpfte Personen, die zuvor nicht erkrankt waren. Das ist das Fazit einer Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC, über die unter anderem ntv berichtet.

Daten aus New York und Kalifornien wurden für die Untersuchung ausgewertet. Etwa 1,1 Millionen Menschen, die im Zeitraum von Mai bis November nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren, wurden berücksichtigt. Anhand der Daten war zu erkennen, dass sich mit Auftreten der Delta-Variante Genesene weniger oft infizierten als Geimpfte. Bis zu diesem Zeitpunkt, etwa Ende Juni, war es anders: Da verlieh die Impfung eine sicherere Immunisierung.

Diese Ergebnisse beziehen sich, das muss betont werden, auf den Schutz vor einer Infektion, nicht auf den Schutz vor einer mitunter schweren Erkrankung. Daher machen die Forscher darauf aufmerksam, dass die Ergebnisse der Studie nicht aussagen sollen, jetzt auf die Impfung zu verzichten und sich bewusst mit Corona zu infizieren. Denn wer sich ungeimpft ansteckt, hat ein immens höheres Risiko für Langzeitfolgen, Krankenhausaufenthalt und Tod.

Sind Genesene besser vor Corona geschützt als Geimpfte? Was ist mit Omikron?

Zwei Sachen verwässern die Studie auch etwas. Zum einen wurden Menschen, die ungeimpft und im Zusammenhang mit Corona verstorben waren, nicht berücksichtigt. Zum anderen beziehen sich die Daten auf einen Zeitpunkt, zu dem Delta die vorherrschende Variante war. Mittlerweile wurde diese aber von Omikron verdrängt. Die Studie sagt also mehr über die Vergangenheit als über die Gegenwart und Zukunft der Pandemie aus.

Wie es sich bei Omikron mit dem Thema Immunschutz durch Impfung bzw. nach Krankheit verhält, wurde noch nicht gezielt untersucht. Der Virologe Alexander Kekulé äußerte sich zu dem Thema allerdings im MDR-Podcast „Kekulés Corona-Kompass“. So spekulierte er in Folge 266 vom 18. Januar 2022: „Man muss bei Omikron, weil es bezüglich des S-Proteins deutlich anders ist, auf andere Teile der Immunität setzen, die vom Impfstoff nicht abgedeckt werden. Das heißt, Omikron wäre, wenn man Kaffeesatzlesen möchte, eher ein Grund zu sagen, dass die natürliche Infektion wahrscheinlich mehr bringt als die Impfung.“

Coronavirus - Impfung
Die Impfung bietet Schutz vor Corona. Doch sind Menschen, die sich auf natürlichem Weg infiziert haben, noch besser geschützt? (Symbolbild) © Patrick Pleul

Was bereits durch Studien belegt wurde: FFP2-Masken liefern einen extrem guten Schutz vor einer Ansteckung mit der Omikron-Variante. Könnte aus diesem Grund bald eine FFP2-Maskenpflicht auf uns zukommen? Tätig werden müssen alle, die in der Vergangenheit mit dem Vakzin von Johnson und Johnson geimpft wurden. Denn eine Dosis reicht nicht mehr aus, um die Grundimmunisierung zu erreichen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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