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FFP2-Maske: Kommt die Pflicht? Daten sprechen immer mehr dafür

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Von: Daniel Schinzig

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Noch hat man die Wahl: Schützt man sich mit einer OP- oder einer FFP2-Maske vor Corona? Doch bald könnte FFP2 zur Pflicht werden. Was dafür spricht.

Hamm - Masken begleiten uns seit Beginn der Corona-Pandemie. Dabei hat die Art des bevorzugten Mund-Nasen-Schutzes eine Evolution hingelegt. Sah man im Sommer 2020 einen Großteil der Menschen noch mit teils selbst gestalteten Alltagsmasken, war es ab Winter 2020/2021 vorbei mit der Kreativität. Es war klar: Medizinische Masken helfen wesentlich besser. Und so begann die Herrschaft der OP- und FFP2-Masken in Deutschland. Doch bald könnte die Maskenvielfalt in Deutschland einen weiteren Dämpfer bekommen. Denn Experten raten zu einer FFP2-Maskenpflicht. Natürlich hat die Virusvariante Omikron wieder einmal mit der Verschärfung der Regeln zu tun.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Einwohner83.129.285 (Stand: 30. Juni 2021)

Kommt die FFP2-Maskenpflicht? Immer mehr Daten sprechen dafür

Omikron ist die bisher ansteckendste Corona-Variante, was die derzeit in hohem Tempo steigenden Zahlen in Deutschland auch dokumentieren. Dass die Viren im Gegensatz zu früheren Varianten eher die oberen Atemwege befallen, führt nun zu einem großen Vorteil bei der Mutante: FFP2-Masken schützen erheblich besser vor einer Infektion.

Vorausgesetzt, die FFP2-Maske sitzt richtig, ist das Ansteckungsrisiko bei Omikron geringer als beim Vorgänger Delta. Forscher des Max-Planck-Instituts haben das in einer Studie beobachten können. Wie Mohsen Bagheri, Leiter der Studie, auf Twitter mitteilt, sei man bei den Berechnungen davon ausgegangen, dass Omikron ohne das Tragen von Masken dreimal ansteckender ist als die Delta-Variante.

Das überraschende Ergebnis im Detail: Halten sich eine infizierte und eine nicht-infizierte Person im selben Raum auf und tragen beide gut sitzende FFP2-Masken, liegt das maximale Ansteckungsrisiko nach 20 Minuten bei knapp über einem Prozent. Und selbst bei schlecht sitzenden Masken hat man einen hohen Schutz: Das Risiko, sich zu infizieren, steigt dann auf circa 4 Prozent. Wenn beide Personen eine OP-Maske tragen, kommt es mit einer zehnprozentigen Wahrscheinlichkeit zu einer Ansteckung.

Besserer Schutz durch FFP2-Maske: Experte spricht sich für Pflicht aus

Im Gespräch mit der Rheinischen Post bestätigte der Physiker und Modellierer Dirk Brockmann den besseren Schutz von FFP2-Masken und brachte ganz direkt eine Änderung der Maskenpflicht ins Gespräch: „Um das Infektionsrisiko weiter zu senken und andere Maßnahmen zu verhindern, sollten überall nur noch FFP2-Masken zulässig sein.“ Brockmann gibt auch ein anschauliches Beispiel, wie wirksam das Tragen von FFP2-Masken ist: Sie würden so gut gegen eine Virusübertragung schützen, als würden sich die Menschen gar nicht begegnen.

Coronavirus - Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg
Könnte das Tragen einer FFP2-Maske schon bald zur Pflicht werden?  © Philipp von Ditfurth

Das Tragen von FFP2-Masken wird schon seit längerem empfohlen. So rät beispielsweise die Landesregierung von NRW den Bürgern dringend dazu, in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln eine FFP2-Maske zu tragen. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schrieb auf Twitter immer wieder von der hohen Wirksamkeit der Masken und riet unter anderem Kindern, im Schulunterricht FFP2 zu nutzen. Dass angesichts immer neuer Corona-Rekordwerte diese Empfehlungen zu einer Pflicht ausgeweitet werden, erscheint nicht unwahrscheinlich.

Ebenfalls eine gute Sicherheit versprechen nach wie vor Corona-Schnelltests. Denn die reagieren auch auf die Omikron-Variante. Allerdings gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Herstellern. Wenn es nach den Forschern geht, soll es in Zukunft einen Impfstoff geben, der nicht nur gegen Corona wirksam ist, sondern auch die Grippe abdeckt. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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