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Christian Drosten: Vor Dezember kommt eine starke Corona-Welle

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Virologe Christian Drosten rechnet mit einer starken Corona-Welle. Und das noch vor Dezember. Er fordert die Politik auf, bessere Vorbereitungen zu treffen. 

Hamm - Über viele Monate war Christian Drosten die vielleicht wichtigste Stimme in der Corona-Krise, dann zog er sich aus einer Bundestagskommission und auch weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Jetzt hat sich der Top-Virologe zur weiteren Entwicklung der Pandemie geäußert. Er rechnet noch vor Dezember mit einer starken Corona-Welle.

NameChristian Drosten
BerufVirologe
Geboren12. Juni 1972 in Lingen (Ems)

Christian Drosten rechnet mit starker Corona-Welle im Herbst 2022

Auch wenn die Verläufe leichter wären, werde dies wahrscheinlich zu erheblichen Arbeitsausfällen führen, sagte Christian Drosten der Süddeutschen Zeitung (Samstag-Ausgabe). Neue Virusvarianten machten wieder stärker krank, so dass viele Menschen nicht zur Arbeit gehen könnten - ganz unabhängig von gerade geltenden Verordnungen zur Isolation.

„Infizierte kommen vielleicht nicht ins Krankenhaus, aber sehr viele sind eine Woche krank. Wenn es zu viele auf einmal sind, wird es zum Problem“, sagte Drosten der SZ. Er gehe davon aus, dass es durchaus auch Firmen geben werden, die mal für zwei Wochen schließen müssten“.

Zugleich forderte der Virologe die Politik auf, bessere Vorbereitungen treffen. Sicherlich würden auch wieder stärkere Maßnahmen notwendig sein, etwa Maskenpflicht in Innenräumen. Der politische Prozess müsse optimiert sein, forderte Drosten, „denn im Notfall braucht es sofortige und durchaus einschneidende Entscheidungen“. Das Maskentragen in Innenräumen werde sicherlich wieder notwendig werden, sagte er im Interview. Ab 1. Oktober gelten in Arztpraxen und Krankenhäusern strengere Corona-Regeln.

Christian Drosten fordert Politik auf, bessere Vorbereitungen zu treffen

Die Kontaktreduktion werde die Bevölkerung wahrscheinlich selbst bewerkstelligen. „Wenn die Menschen merken, dass überall um sie herum Leute krank werden, dann gehen sie vielleicht abends doch nicht mehr raus“, sagte der Virologe.

Anders als in früheren Wellen, als wegen der vollen Intensivstationen und der Todesfälle schon bei Inzidenzen von 50 Maßnahmen nötig wurden, würden die Menschen bei den erwarteten hohen Inzidenzen im Herbst und Winter im Bekanntenkreis und am Arbeitsplatz von vielen Krankheitsfällen im Umfeld erfahren. Das verändere das Verhalten, sagte Drosten.

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