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Stiko empfiehlt Corona-Booster-Impfung noch früher - aus Sorge vor Omikron

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Booster-Impfung jetzt noch früher. Bislang hatte das Gremium nach sechs Monaten zur Auffrischungsimpfung geraten. 

Hamm - Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat angesichts der drohenden Ausbreitung der Omikron-Variante die Empfehlung zur Booster-Impfung gegen das Coronavirus angepasst. Künftig soll es in Deutschland eine Auffrischungsimpfung bereits drei Monate nach der Grundimmunisierung geben - bislang waren sechs Monate die Regel. Die neue Empfehlung gilt ab sofort für alle Personen über 18 Jahren, teilte die Stiko mit. „Innerhalb kürzester Zeit“, so heißt es in der Begründung, werde Omikron das Infektionsgeschehen bestimmen. Die dritte Impfung soll vor einem schweren Covid-Verlauf schützen und das Risiko einer Übertragung verringern.

LandDeutschland
BundeskanzlerOlaf Scholz (SPD)
Bevölkerung83,24 Millionen (2020)

Stiko empfiehlt Corona-Booster-Impfung nach drei Monaten - aus Sorge vor Omikron

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht wegen der Omikron-Variante einen großen Handlungsbedarf. Geht es nach der Behörde, sollte es in Deutschland „maximale Kontaktbeschränkungen“ geben.  Diese sollten „sofort beginnen“ - also noch vor Weihnachten - und bis zunächst Mitte Januar gelten. So schrieb es das RKI am Dienstag auf Twitter. Über die weiteren Corona-Maßnahmen entschieden wird allerdings auf einem am Dienstag (21. Dezember) stattfindenden Bund-Länder-Gipfel.

Die Stiko warnt unter Berufung auf die aktuelle Datenlage, dass die Grundimmunisierung bei der Omikron-Variante keinen ausreichenden Schutz biete. Zuvor hatte das RKI die Infektionsgefährdung durch Omikron auch bei doppelt Geimpften und Genesenen als „hoch“ eingestuft. Der Impfschutz nehme bereits nach 12 bzw. 16 Wochen signifikant ab. Mit der Booster-Impfung steige der Schutz wieder deutlich an. Vor der Stiko hatte bereits die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) dazu aufgerufen, die Booster-Impfung nach drei Monaten zu verabreichen.

Stiko empfiehlt Corona-Booster-Impfung nach drei Monaten: Impfstoffe „gleichwertig“

Zuvor hatte die Stiko nur zu einer früheren Booster-Impfung bei Risikogruppen geraten. Ansonsten sollte die Auffrischungsimpfung bei Erwachsenen nach sechs Monaten erfolgen. Eine Verkürzung des Impfabstands auf fünf Monate war im Einzelfall möglich.

Coronavirus: Teststation
Die Omikron-Variante des Coronavirus dürfte nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC schon innerhalb der ersten beiden Monaten 2022 zur dominierenden Variante in Europa werden. © Marijan Murat/dpa

„Wegen des höheren Risikos für einen schweren Verlauf von Covid-19 sollen ältere oder vorerkrankte Menschen bei den Auffrischungsimpfungen unbedingt bevorzugt berücksichtigt werden“, heißt es von der Stiko. Beide mRNA-Impfstoffe - Biontech und Moderna - seien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gleichwertig, so das Gremium. Zuletzt hatte das US-Unternehmen Moderna erstaunliche Zahlen zu Booster-Impfungen vorgelegt. Moderna wird wegen etwas häufiger auftretenden Herzmuskelentzündungen bei Menschen unter 30 Jahren nur noch Menschen verabreicht, die das Lebensjahr bereits beendet haben.

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