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Biontech wirksam gegen Omikron? Ugur Sahin bezweifelt Horrorszenario für Geimpfte

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Von: Sven Schneider

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Mit Omikron hat eine neue Variante des Coronavirus auch Deutschland erreicht. Wie wirksam ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer dagegen? Ugur Sahin klärt auf.

Hamm - Wieder einmal löst eine neue Variante des Coronavirus weltweite Besorgnis aus. Es gibt erste bestätigte Fälle in NRW. „Die Weltgemeinschaft ist mit der Bedrohung durch eine neue, nach einer ersten Einschätzung hochgradig übertragbare Variante von Covid-19 konfrontiert, die dringende Maßnahmen erfordert“, sagten die Gesundheitsminister der sieben größten Industriestaaten. Forscher fürchten, die Omikron-Variante könnte noch fünf Mal ansteckender sein als Delta. Wirken die Impfstoffe?

Wirkt Biontech gegen Omikron? Ugur Sahin bezweifelt Horrorszenario

Während US-Hersteller Moderna pessimistisch auf den Impfschutz bezüglich Omikron blickt, widerspricht Biontech-Chef Ugur Sahin deutlich. Der Mainzer Hersteller erwartet, dass der bereits vorhandene Impfstoff von Biontech/Pfizer auch bei der neuen Variante vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen kann und eine große Wirksamkeit besitzt.

„Wir halten es für wahrscheinlich, dass Geimpfte einen deutlichen Schutz gegen schwere Erkrankungen, die durch Omikron verursacht werden, haben werden“, sagte Ugur Sahin der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings verwies der Biontech-Chef auf die Booster-Impfung. „Wir gehen davon aus, dass dieser Schutz noch ausgeprägter ist, wenn die Menschen ihre dritte Impfung bekommen haben“, so Sahin.

Wirkt Biontech gegen Omikron? Ugur Sahin wirbt schwer für Booster-Impfung

Bis zum Ende der Woche rechnet Biontech mit stichhaltigen Erkenntnissen zur Wirksamkeit gegen Omikron. Bis dahin solle niemand die Nerven verlieren wegen der neuen Corona-Variante, betonte Ugur Sahin im Wall Street Journal. Zumal die T-Zellen, die nach der Impfung gebildet werden, noch immer vor schweren Krankheitsverläufen schützen sollen. Laut Ugur Sahin sei es kaum vorstellbar, dass eine Corona-Variante beide Schutzmaßnahmen des Körpers, also Antikörper und T-Zellen aushebeln könnte.

Aber: Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech arbeitet bereits an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs, sollte dieser notwendig werden. Bis dahin heißt es: Boostern. Möglicherweise wird eben das bald zur Pflicht. Laut einem Vorschlag von Olaf Scholz soll der Impfstatus von Geimpften nur sechs Monate gelten.

BioNTech-Gründer Ugur Sahin spricht beim Richtfest für die neue Biontech „iNeST“-Produktionsstätte.
BioNTech-Gründer Ugur Sahin spricht beim Richtfest für die neue Biontech „iNeST“-Produktionsstätte. © Frank Rumpenhorst/dpa

Besonders zu Weihnachten treffen sich generationsübergreifend viele Menschen in geschlossenen Räumen. Die Ansteckungsgefahr ist groß. „Deshalb sollte man bereits nach fünf Monaten boostern. In Großbritannien wird bereits nach drei Monaten geboostert, um dem Omikron-Virus rechtzeitig Paroli zu bieten“, wird Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, von RP-online zitiert. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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