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Kribbeln, Jucken, Niesen: Bier und Wein verschlimmern Allergie

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Von: Simon Stock

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Allergiker müssen bei Alkohol aufpassen. Ein Glas Wein oder Bier - und plötzlich geht das Niesen los. Einige Sorten machen es schlimmer als andere.

Hamm - Lauer Sommerabend auf dem Balkon, nach einem heißen Tag steht eine Flasche kühles Bier auf dem Tisch. Wunderbar. Doch nach den ersten Schlucken geht es plötzlich los: Die Nase kribbelt, dann fängt das Niesen an. Ein Allergie-Anfall wie aus dem Nichts. Was ist da los?

Allergiker haben es im Frühsommer und in den Wochen danach nicht einfach. Gräser und Pollen verleiden Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, diese doch so schöne Zeit. Besonders dann, wenn auch noch bestimmte Arten von Alkohol ins Spiel kommen. Sie können Symptome wie Niesen, Juckreiz, Kopfschmerzen und Husten hervorrufen.

Alkohol und Allergie: Bestimmte Sorten machen es schlimmer

Das Problem ist dabei nicht der Alkohol an sich, sondern die Histamine, die bei der Herstellung alkoholischer Getränke von Hefen und Bakterien während der Gärung gebildet werden. Mehr als die Hälfte der von Histamin-Unverträglichkeit Betroffenen geben Alkohol als Auslöser von Beschwerden an.

Histamine sind in körpereigene Abwehrstoffe. Da das Allergen aber fälschlicherweise vom Organismus als schädlich identifiziert wird, reagiert er mit der Ausschüttung von Histamin. Der Überschuss überfordert den Körper, was zu einer Vielzahl an Beschwerden führen kann. Dazu gehören:

Alkohol ist ein sogenannter „Histaminliberator“. Das bedeutet, dass durch ihn die Freisetzung von Histamin zusätzlich gefördert und beschleunigt wird. Anders formuliert: Der Körper nimmt mehr Histamin auf, stellt selber mehr her und baut es weniger schnell ab. Heuschnupfen-Symptome werden so weiter verstärkt. Oder kurz: Alkohol ist schlecht für Allergiker.

Alkohol und Allergie: Heuschnupfen-Symptome bei Rotwein und bestimmten Bieren

Doch Alkohol ist nicht gleich Alkohol. Je nach Art des Alkohols, ja sogar je nach Jahrgang und Marke, kann der Histamingehalt schwanken - und zwar stark. Grundsätzlich gilt: Je länger ein Produkt gereift ist, desto mehr Histamin enthält es. Bei Alkohol bedeutet das, auf lang gelagerte Rotweine, Champagner, Portwein, Auslese, dunkle Spirituosen wie Whisky oder Sherry und obergärige Biere wie Weißbier, Kölsch, Alt oder Weizen besser zu verzichten.

Besser verträglich sind untergärige Biere wie Pils, Helles, Lager oder Export - oder ein leichter Weißwein, den man zusätzlich noch mit Mineralwasser spritzen kann. Viele schwören auch auf histaminarmen Wein, den man bei manchen Weingütern online erwerben kann. Erstaunlicherweise gelten auch klare Schnäpse wie Wodka oder Gin als verträglich für Allergiker.

Doch Vorsicht: Nicht jedes Pils wirkt gleich und erst recht nicht jeder Weißwein. Wer Probleme mit einer Histamin-Unverträglichkeit hat, sollte testen, welche Marke am besten ist. Wer sicher gehen möchte, greift auch an lauen Sommerabenden zu Wasser oder Saft.

Jeder kennt etliche Tipps und Trinkweisheiten, wie man einen Abend mit viel Alkohol gut überstehen kann. Aber welche stimmen? Alkohol-Mythen auf dem Prüfstand.

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