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Affenpocken in NRW und Deutschland: Wie gefährlich die Erkrankung für Menschen ist

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Von: Daniel Großert

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Die Affenpocken breiten sich in NRW und Deutschland aus. Viele fragen sich deshalb: Ist die Virus-Erkrankung für Menschen gefährlich?

Hamm - Spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind die Menschen in Deutschland für Virus-Erkrankungen mehr als sensibilisiert. Nun ist mit den Affenpocken eine weitere Infektionskrankheit in Europa aufgetaucht. Doch wie gefährlich ist das Virus überhaupt für Menschen?

Affenpocken: Infektion bei Menschen tödlich? Wie gefährlich ist die Krankheit?

Die Affenpocken haben nun auch Deutschland erreicht. Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr hat am Freitag den ersten Fall der Virus-Erkrankung bestätigt. Zuvor waren in England mehrere Infektionen festgestellt worden. Darüber hinaus gab es in Spanien, Portugal, Italien, Schweden und Frankreich sowie in den USA und in Kanada bestätigte Ansteckungen und Verdachtsfälle.

Angesichts der Erfahrungen mit dem Coronavirus sind manche Menschen nun in Sorge, dass sich der Erreger der Affenpocken nun auch rasend schnell verbreiten könnte. Sie fragen sich zudem, wie gefährlich das Virus für den Menschen ist. Doch eine Expertin gibt Entwarnung: „Weniger gefährlich, als es die Menschenpocken waren“, erklärt Antje Sieb, Medizinjournalistin des WDR. Die aktuell kursierende Variante verursacht Angaben der britischen Behörde UKHSA meistens nur milde Symptome. Allerdings seien auch schwere Verläufe möglich.

Zu den Symptomen einer Infektion mit Affenpocken gehören laut Robert-Koch-Institut (RKI) übrigens plötzlich eintretendes Fieber, Kopf-, Rücken- und Halsschmerzen, Husten sowie oftmals Lymphknotenschwellungen. Namensgebend für die Virus-Erkrankung ist ein pockentypischer Ausschlag, der sich mit Bläschen, Pusteln und Krusten bemerkbar macht. Er beginnt häufig im Gesicht und greift dann auf andere Körperteile über.

Affenpocken: Welche Symptome auftreten - so läuft die Übertragung

Was den Affenpocken-Erreger zudem weniger gefährlich als beispielsweise das Coronavirus macht: Es wird anders übertragen. Während Sars-CoV-2 sich vor allem über Aerosole verbreitet, erfolgt die Übertragung der Affenpocken nach Angaben des RKI hauptsächlich durch Kontakt mit Hautbestandteilen, Blut oder Ausscheidungen infizierter Tiere sowie beim Verzehr deren Fleisches.

„Aufgrund der bisher vorliegenden Erkenntnisse gehen wir davon aus, dass das Virus nicht so leicht übertragbar ist und dass dieser Ausbruch eingegrenzt werden kann“, erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). „Das kann aber nur gelingen, wenn schnell gehandelt wird.“

Ohnehin gilt eine Übertragung von Mensch zu Mensch als selten und ist laut RKI „nur bei engem Kontakt möglich“. Das Affenpocken-Virus könne aber durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf einer infizierten Person weitergegeben werden. Auch beim Sex sei eine Ansteckung möglich. Dem RKI zufolge sollen derzeit Infizierte Sex mit anderen Männern gehabt haben. Aus diesem Grund sollen Reiserückkehrer aus Westafrika sowie Männer, die sexuellen Kontakt zu anderen Männern hatten, bei ungewöhnlichen Hautveränderungen sofort einen Arzt aufsuchen.

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