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Affenpocken: Historie, Ansteckung, Ausbreitung, Symptome, Impfschutz

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Weltweit steigen die Fallzahlen: Was sind Affenpocken, wie werden die Viren übertragen, welche Symptome zeigen sich, gibt es einen Impfschutz?

Das Affenpockenvirus ist verwandt mit den klassischen humanen Pockenviren – sogenannte Variola oder Smallpox – und den ebenfalls als Zoonose bekannten Kuhpockenviren.
1 / 10Was sind Affenpocken? Es handelt sich um Viren der Gattung Orthopoxvirus, sogenannte Orthopoxvirus simiae oder auch Monkeypox virus (MPXV) genannt – im Bild als elektronenmikroskopische Aufnahme im Ultradünnschnitt des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu sehen. © Freya Kaulbars/RKI/dpa
1958 wurde erstmals bei Javaneraffen das Pockenvirus entdeckt, daher die Bezeichnung „Affenpocken“
2 / 10Warum heißt das Virus Affenpocken, übertragen es Affen? Erstmals wurde die von den Viren verursachte Erkrankung 1958 bei Javaneraffen – im Bild ein Exemplar aus dem Nationalpark Bako in Borneo, Malaysia – mit pockenähnlichen Symptomen beobachtet, weshalb es zu dem Namen „Affenpocken“ kam. (Symbolbild) © imageBROKER/JustusxdexCuveland/Imago
Nagetiere wie das Rotschenkelhörnchen in West- und Zentralafrika sind Träger und Überträger des Affenpockenvirus.
3 / 10Affenpocken werden demnach nicht ursprünglich oder ausschließlich durch Affen weitergegeben. Tatsächlich sind die eigentlichen Überträger Nagetiere in West- und Zentralafrika, allen voran Thomas-Rotschenkelhörnchen – wie hier zu sehen ein Rotschenkelhörnchen (Funisciurus pyrropus leonis) in Sierra Leone. © imagebroker/Imago
Affenpockenviren sind in West- und Zentralafrika bei Nagetieren verbreitet. Beim Menschen wurden Affenpocken erstmals 1970 in der Demokratischen Republik Kongo bei einem neun Monate alten Jungen identifiziert.
4 / 10Im Frühjahr 2003 kam es zum ersten Nachweis von Affenpocken beim Menschen außerhalb Afrikas, dem Ursprungskontinent des Virus. Als Ursache wurde der Import von Nagetieren aus Ghana in die USA identifiziert, die Übertragung der Erkrankung erfolgte über infizierte Präriehunde – im Bild zu sehen – auf Tierhändler, laut Angaben des RKI. (Symbolbild) © IMAGO/Steffen Unger
Eine Übertragung des Affenpockenvirus von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei sehr engem Kontakt möglich.
5 / 10In Endemiegebieten kann das Affenpockenvirus auf den Menschen durch Kontakt zu infizierten Nagetieren – ähnlich dem Schwarzschwanz-Präriehund auf dem Foto – über Bisse, Sekrete, Urin und Kot übertragen werden. (Symbolbild) © Hohlfeld/Imago
Eine Übertragung des Affenpockenvirus ist bereits vor Auftreten der Hautläsionen über Atemwegssekrete möglich.
6 / 10Steckt sich ein Mensch bei einem Nagetier an, kann diese Person das Affenpockenvirus wiederum auf andere übertragen, über offene Pocken, sogenannte Pockenläsionen – links im Bild am Arm des Betroffenen. Der Bläscheninhalt verfügt über eine besonders hohe Virenkonzentration. Wunden im Mund können ebenfalls ansteckend sein, das heißt, das Affenpockenvirus kann grundsätzlich auch über den Speichel übertragen werden. © picture alliance/dpa/CDC
Die Symptome nach einer Affenpockeninfektion halten in der Regel zwischen zwei und vier Wochen an und verschwinden ohne Behandlung von selbst.
7 / 10Wie sehen Affenpocken aus? Was sind die typischen Symptome? Nach etwa fünf bis 21 Tagen Inkubationszeit zeigen sich erste Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen, gefolgt von den typischen Hautveränderungen der Pusteln – wie die eines Patienten aus dem Jahr 1997, hier im Bild zu sehen. Die Symptome zeigen sich vorrangig an Handinnenflächen, Gesicht und Fußsohlen, aber auch im Mund und an den Genitalien. © picture alliance/dpa/CDC/Brian W.J. Mahy
Affenpocken ähneln den sekretgefüllten Bläschen von Windpocken.
8 / 10Affenpocken ähneln stark den sekretgefüllten Bläschen von Windpocken. Bevor es zu den Bläschen kommt, bilden sich zunächst Knoten in der Haut. © Institute of Tropical Medicine, Antwerp/dpa
Laut dem RKI wurden inzwischen aus acht Bundesländern Fälle von Affenpocken gemeldet (Stand 3.6.2022). Das Foto zeigt Hautläsionen bei Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen wurden.
9 / 10Laut dem RKI wurden inzwischen aus über acht deutschen Bundesländern Fälle von Affenpocken mit den typischen Hautläsionen, siehe Abbildung, gemeldet (Stand 3.6.2022). Ein Grund, warum die Ständige Impfkommission (STIKO) sich nun offiziell für eine Impfung bei Risikogruppen ab 18 Jahren ausspricht. In der EU ist seit 2013 ein Pocken-Impfstoff zugelassen („Imvanex“). © UKHSA/dpa
Die Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Affenpocken-Epidemie fand am 24. Mai 2022 im Rahmen des 126. Deutschen Ärztetags in Bremen statt.
10 / 10Die Deutsche Bundesregierung hat den Impfstoff „Imvanex“ von Bavarian Nordic bereits bestellt. Nach Aussagen von Bundesgesundheitsminister Dr. Karl Lauterbach (59, SPD) – auf dem Foto zu sehen mit Prof. Dr. Dr. hc mult. Lothar H. Wieler (61), Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), auf einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Affenpocken-Epidemie – könnten noch im Juni rund 40.000 Impfdosen und weitere 200.000 im Verlauf des zweiten Halbjahres geliefert werden. © Chris Emil Janssen/Imago

Berlin – Nach der ungewöhnlichen Häufung von Affenpocken-Infektionen in zahlreichen Ländern Europas hat sich die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) vorläufig für eine Impfung für Menschen, die ein erhöhtes Ansteckungsrisiko tragen, offiziell ausgesprochen (Stand 9.5.2022).

Affenpocken: Wer ist von der Virusinfektion betroffen? Wie kann man sich schützen?

Nach aktuellen Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden bisher 131 Affenpocken-Infektionen registriert, derzeit ausschließlich bei Männern. In der EU ist seit 2013 bereits ein Pockenimpfstoff „Imvanex“ zugelassen, der auch zum Schutz vor Affenpocken eingesetzt werden könne, so die Ständige Impfkommission.

„Für die Bekämpfung des Affenpockenausbruchs ist es neben der Impfung vor allem wichtig, Fälle und deren Kontaktpersonen frühzeitig zu identifizieren, Isolations- und Quarantänemaßnahmen einzuleiten, mögliche Verdachtsfälle zeitnah diagnostisch abzuklären sowie die betroffenen Risikogruppen aufzuklären und über Schutzmaßnahmen zu informieren.“, heißt es weiter in einer aktuellen Pressemitteilung der STIKO vom 9. Juni 2022.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft ebenfalls zur Vorsicht auf, insbesondere da auch die Zahl der Infektionen in Deutschland wie Berlin und München zusehends ansteigen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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