Ärzte sollen von Piloten lernen

Hannover - Um die Zahl der Operationsfehler zu senken, sollen Ärzte von den strengen Sicherheitschecks der Piloten lernen und auch im Cockpitsimulator trainiert werden.

Die Krankenkasse KKH- Allianz hat am Donnerstag am Flughafen Hannover ein Sicherheitstraining für Mediziner vorgestellt, mit dem es in Österreich bereits gelungen ist, die Zahl schwerer Pannen im Krankenhaus zu halbieren. Krankenhauspersonal soll dabei von der Sicherheitskultur der Luftfahrt profitieren, bei der alle ungeplanten Vorkommnisse genauestens analysiert werden. Die KKH hat das Sicherheitstraining bereits mehreren deutschen Kliniken angeboten.

Von zentraler Bedeutung für das Projekt sei das Wissen gewesen, dass Luftfahrt und Medizin identische Fehlerquellen hätten, nämlich den Faktor Mensch, erklärte KKH-Allianz-Chef Info Kailuweit. Rund 17.000 Menschen kämen nach Berechnung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit bundesweit pro Jahr als Folge von Behandlungsfehlern ums Leben. Gründe seien häufig falsch verabreichte Medikamente und mangelnde Hygiene. Auch Stress und die Arbeitsbelastung von Krankenhauspersonal spiele eine Rolle.

Das Training sieht nach einer Analyse der Arbeitsabläufe und Sicherheitschecks in den Kliniken ein individuelles Training von Ärzten und Pflegekräften vor. Gemeinsam mit Luftfahrtpsychologen, Medizinern und Piloten sollen dabei individuelle Stärken trainiert werden. Die dazugehörige Schulung im Cockpitsimulator, wo die strengen Checks der Luftfahrt nachvollzogen werden können, hätten bereits einige Dutzend Mediziner am Flughafen Hannover absolviert, sagte Kailuweit. An einem Patientensimulator sollen schließlich Operationen - samt unerwarteter kritischer Ereignisse - wirklichkeitsnah simuliert werden.

dpa

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