Zahl der Infektionen noch hoch

Ärzte raten vor Schwangerschaft zur Masernimpfung

Frauen mit Kinderwunsch sollten vor der Schwangerschaft unbedingt ihren Masern-Impfstatus prüfen lassen.

Gerade in der Generation, die in den 80er und 90er Jahren geboren wurde und nun im gebärfähigen Alter ist, gebe es Impflücken, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Gynäkologen sollten ihre Patientinnen darauf ansprechen. Zu beachten sei dabei: Während der Schwangerschaft ist es nicht mehr möglich zu impfen, da es sich bei Masern um einen sogenannten Lebendimpfstoff handelt.

Trotz der Appelle von Medizinern, das Impfen insgesamt ernst zu nehmen, ist die Zahl der meldepflichtigen Masern-Infektionen so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Allerdings schwankt die Zahl stark. 2015 wurden bundesweit über 2400 Fälle gezählt, im Vorjahr waren es nur rund 440, und davor etwa 1770, wie das Robert Koch-Institut berichtet. Der in die Höhe geschnellte Wert von 2015 liegt auch an einem großen Masern-Ausbruch in Berlin, wo allein mehr als 1200 Fälle registriert wurden.

Das Schicksal einer fehlenden Impfung bei der Mutter hat die fünfjährige Aliana aus dem osthessischen Bad Hersfeld getroffen. Das Kind hatte als Baby über die Mutter keine Abwehrkörper gegen Masern bekommen und sich mit Masern angesteckt. Es leidet an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE. Die Krankheit ist die Spätfolge einer Maserninfektion und verläuft immer tödlich. Im vergangenen Winter gaben Mediziner dem Mädchen nicht mehr viel Lebenszeit. Doch das schwerbehinderte Kind stemmt sich gegen alle Prognosen. Von diesem Monat an besucht Aliana die integrative Gruppe eines Kindergartens.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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