50 Sorten im „Öko-Test“

Ökotest: Glyphosat in Radler nachgewiesen - dieses Getränk ist verunreinigt 

Bier im Glas
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Ein erfrischendes Radler im Sommer? Darüber sollten Sie noch einmal nachdenken.

Egal, ob Sie es Radler oder Alster nennen - die Mischung aus Bier und Zitronenlimo ist gerade im Sommer eine beliebte Erfrischung. Aber nicht immer empfehlenswert...

  • Beck's, Paulaner, Goesser und Co. - die meisten Brauereien haben auch ein vorgemischtes Radler im Programm.
  • Der Mix aus Bier und Zitronenlimonade ist erfrischend, birgt laut „Öko-Test“* aber auch gesundheitliche Gefahren.
  • Schadstoffe sind dabei aber eher kein Problem.

Biermixgetränke sind gerade im Sommer ein beliebte Erfrischung. Besonders die als Radler, Alster oder sogar Wurstwasser bezeichnete Mischung aus gleichen Teilen Bier (Helles oder Pils) und Zitronenlimonade ist weit verbreitet. Wer sich das Radler nicht selbst mischen will, greift zu einer fertigen Mischung, die die meisten Brauereien im Angebot haben. Die Zeitschrift „Öko-Test" hat in ihrer aktuellen Ausgabe (8/2020) 50 dieser fertigen Radler unter die Lupe genommen und kann nur wenige empfehlen.

Radler auf Schwermetalle, Keime und Glyphosat untersucht

Die gute Nachricht: Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat haben die Tester nur in fünf der geprüften Radler gefunden. Dennoch konnten nur 18 Radler mit der Note "gut" abschneiden, der Rest ist eher enttäuschendes Mittelmaß. Das häufigste Problem hierbei waren die großen Mengen Zucker, die die vorgemischten Radler enthielten, aber auch fehlender Verbraucherinformationen zu Zutaten und Kaloriengehalt.

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Was ist Glyphosat?

Das Pestizid Glyphosat steht seit längerem in der Kritik. Es wird von der Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation (IARC) als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ bewertet und steht in der Kritik, umweltschädlich zu sein. Ende 2023 steht das Mittel deshalb vor dem Aus, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) bei der Vorlage der Ackerbaustrategie Ende Dezember 2019 zum geplanten Glyphosat-Ausstieg geäußert hat. Aktuell laut „Öko-Test" ist Glyphosat aber immer noch das am am häufigsten versprühte Spritzgift in Deutschland.

Positiv hebt „Öko-Test“ hervor, dass mittlerweile immer mehr Brauereien mit naturtrüben Säften oder unfiltriertem Bier arbeiten und durch den Verzicht auf Aromen und Zusatzstoffe mehr Natur in die Flasche bringen. Das wirkt sich auch auf den Geschmack und das Aussehen des Radlers aus. Zum Qualitätsurteil „sehr gut“ hat es dennoch kein Produkt geschafft.

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Zu viel Zucker im Radler - in einem ganz besonders

Dass kein Radler den strengen Kriterien der Experten von „Öko-Test“ standhalten konnte, liegt vor allem am enthaltenen Zucker. „Verbraucher nehmen mit einer Flasche Radler oft schon mehr Zucker auf, als die WHO Erwachsenen nach ihren strengen Richtlinien für einen ganzen Tag als Obergrenze empfiehlt“, mahnen die Tester an. Zuckerhaltige Getränke machen nicht satt und fördern Diabetes und Übergewicht. Deshalb erhielten die Radler, die mehr als 2,5 Prozent Zucker enthielten eine Note Abzug, bei mehr als 5 Prozent waren es sogar zwei Noten. Diesbezüglich trauriges Schlusslicht im Test war das „Pfungstädter Radler, naturtrüb“. Ganze 7,1 Gramm Zucker pro 100 Milliliter nehmen Sie mit dem Getränk zu sich, was fast 12 Stückchen Würfelzucker auf einen halben Liter entspricht. Dafür gibt es die Note „ausreichend“.

Den Kniff, das Radler statt mit Zucker mit Süßstoff zu versetzen, sehen die Tester allerdings auch kritisch. Dies würde sich zwar positiv auf die Kalorienbilanz auswirken, bringe aber andere Nachteile wie die Gewöhnung an süßen Geschmack mit sich.

Alle Testergebnisse finden Sie hier

Radler bei „Öko-Test“: Geschmacklich gut

Geschmacklich hatten die Experten erfreulicherweise nichts auszusetzen. In der Regel waren die Getränke in Bezug auf Süße, Säure und Biernote gut ausbalanciert und es wurden keine Fehlgeschmäcker festgestellt. Als Naturradler dürfen sich aus Sicht der Tester allerdings nur solche Radler bezeichnen, die keine Zusatzstoffe, wie Stabilisatoren oder Konservierungsstoffe enthalten und außerdem auf natürliche Aromen setzen. Dies sei allerdings nicht immer der Fall, weswegen Sie die Zutatenliste aufmerksam studieren sollten. ante *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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