Zuschlag von im Schnitt 75 Euro zur regulären Rente

Grundrente schon auf dem Konto? So erfahren Sie, ob sie das Geld bekommen

Grundrente
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Rund 1,3 Millionen Menschen mit kleiner Rente bekommen einen Aufschlag.

Die ersten Neu-Rentner haben den Bescheid zur Grundrente im Briefkasten. Andere Rentnerinnern und Rentner werden erst später informiert.

Lange wurde über die Grundrente geredet, jetzt ist es soweit: Die Rentenversicherung hat mit dem Versand der ersten Rentenbescheide mit Aussagen zum Grundrentenzuschlag begonnen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet. Den Aufschlag bekommen Menschen, die lange gearbeitet, aber wenig verdient haben - überwiegend Frauen. 

Grundrente: Rentenbescheide werden zunächst an Neurentner verschicket

Verschickt werden die neuen Infos zunächst mit den Rentenbescheiden an Neurentner* - sie erfahren also, ob und wenn ja in welcher Höhe sie Grundrente bekommen. Ausgezahlt wird die Grundrente dann zusammen mit der regulären Rente: Wer als Neurentnerin oder Neurentner jetzt seinen Rentenbescheid erhält, bei dem beginnt die laufende Auszahlung der Renten - gegebenenfalls mit Grundrentenzuschlag - Ende August, wie dpa weiter schildert. Bis dahin aufgelaufene Renten würden als Nachzahlung in der Regel noch im Juli ausgezahlt - beispielsweise, wenn die Rente zum 1. Juli bewilligt wurde.

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Welche Bezieher sind danach an der Reihe?

Nach dem Start bei den Neurentnern will die Rentenversicherung der dpa zufolge im zweiten Halbjahr bei Menschen mit Grundsicherung, Wohngeld oder anderen Fürsorgeleistungen prüfen, ob sie Anspruch auf Grundrente haben. Auch die Bezüge der Hochbetagten, die bereits vor 1992 Rente bezogen haben, kommen bei den Prüfungen an die Reihe. Bis zum vierten Quartal 2022 folgen dann die Millionen weiteren Renten. „Da bei insgesamt 26 Millionen Renten geprüft werden muss, ob der Zuschlag gezahlt werden kann, werden die letzten Fälle Ende 2022 abgearbeitet“, so ein Sprecher laut dpa. Etwa fünf Prozent der Renten werden voraussichtlich einen Zuschlag erhalten.

Grundrente: Welche Voraussetzungen prüft die Rentenversicherung?

Grundrente bekommt dpa zufolge, wer mindestens 33 Jahre Beiträge gezahlt hat, für Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit, oder dabei auch Zeiten für Kindererziehung oder Pflege aufweist oder Kranken-, Übergangs- oder Kurzarbeitergeld bezogen hat. Erst ab 35 Jahre gibt es den vollen Zuschlag. Die Grundrente richtet sich an Geringverdiener, aber die Beitragsleistung muss mindestens 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes entsprochen haben.

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Wie hoch ist die Grundrente im Schnitt?

Wer viele Jahre gearbeitet und dabei unterdurchschnittlich verdient hat, soll künftig eine Grundrente erhalten. Nicht jeder erhält den vollen Zuschlag: „Die Grundrente ist keine eigenständige Leistung, sondern ein Plus zur bestehenden Rente. Sie wird zusammen mit der gesetzlichen Rente ausgezahlt. Die Höhe wird individuell bestimmt“, schilderte die Deutsche Rentenversicherung vorab.  Im Schnitt soll die Grundrente nach Schätzungen der Regierung 75 Euro betragen, wie es in dem dpa-Bericht heißt. Aber ob die Prognose zutreffe, sei noch offen. „Genauere Aussagen sind hier erst möglich, wenn eine repräsentative Zahl von Grundrentenzuschlägen tatsächlich berechnet worden ist. Ich bin selber auf die Zahlen sehr gespannt“, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, dem „Weser-Kurier“ (19. Juli). Jährlich neu überprüft werden dann die Einkommen der Grundrentenbezieher - schließlich kann es sich ändern, so dpa. Ansonsten sei das System nun fest installiert - außer künftige Gesetzgeber wollten es anders.

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Muss man einen Antrag stellen?

Einen Antrag braucht es nicht. „Die Deutsche Rentenversicherung ermittelt automatisch, ob die Voraussetzungen für die Zahlung des Zuschlags erfüllt sind“, so der Sprecher laut dpa. Wer jetzt oder künftig neu in Rente geht, sieht auf seinem Rentenbescheid, ob er Grundrente erhält. Wer schon Rente bekommt, erhält nur einen Grundrenten-Bescheid, wenn der Zuschlag auch fließt. Die Millionen Rentnerinnen und Rentnern, die gar keine Grundrente bekommen, werden darüber auch nicht gesondert informiert. Insgesamt sollen dpa zufolge 1,3 Millionen Menschen Grundrente erhalten. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
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