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Meistgehasster YouTuber Deutschlands: Wer ist eigentlich der „Drachenlord“?

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Von: Ömer Kayali

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Hinter „Drachenlord“ steckt der wohl meistgehasste YouTuber Deutschlands. Immer wieder gerät er mit seiner Community aneinander – im Netz und im realen Leben.

„Drachenlord“ erreichte in Deutschland Bekanntheit, indem er allerlei Videos auf YouTube bereitstellte. Sein Kanal hat über 200.000 Abonnenten, doch bei einem Großteil handelt es sich wohl nicht um Fans. Man übertreibt nicht, wenn man bei Drachenlord vom meistgehassten YouTuber Deutschlands spricht. Doch wie konnte es so weit kommen?

Drachenlord: Darum ist er so verhasst

Mit bürgerlichem Namen heißt Drachenlord Rainer Winkler. 2011 begann er damit, YouTube-Videos hochzuladen. Durch seine sehr polarisierenden Meinungen, die er in seinen Videos zu Musik, Games oder anderen Themen preisgibt, provoziert er viele Zuschauer. Allerdings äußerte er sich auch häufig rassistisch oder frauenfeindlich. Seit der Gründung seines Kanals ist die Lage immer weiter eskaliert, weshalb sich eine regelrechte Hater-Community gebildet hat. Denn Winkler lässt sich die negativen YouTube-Kommentare seiner Zuschauer nicht gefallen und reagierte in der Vergangenheit häufig sehr aggressiv.

Drachenlord gab seine echte Adresse im Netz preis

Gegner von YouTer Drachenlord lösten in Nürnberg einen Großeinsatz aus.
Gegner von YouTuber Drachenlord lösten in Nürnberg einen Großeinsatz aus. © Screenshot Drachenlord YouTube

Winkler wohnte im kleinen Ort Altschauerberg in seinem Elternhaus. Er nannte seine Unterkunft „Drachenschanze“. 2014 veröffentlichte Drachenlord seine persönliche Adresse, nachdem einer seiner „Fans“ drohte, dies zu tun. Zwar löschte er das Video kurz darauf, allerdings wurde es bereits mehrmals von seinen Hatern kopiert und geteilt. Daraufhin verlagerte sich der Konflikt aus dem YouTube-Kommentarfeld ins echte Leben und es kam regelmäßig zu Auseinandersetzungen.

Immer wieder kamen große Gruppen zur „Drachenschanze“, um Winkler aus nächster Nähe zu provozieren. 2018 versammelten sich Hunderte von Leuten, welche das Haus mit Steinen und Eiern bewarfen. Erst die Polizei konnte dem Treiben ein Ende bereiten, nachdem Altschauerberg abgeriegelt wurde. Der Gemeinde Emskirchen ging das alles verständlicherweise zu weit, weshalb eine Allgemeinverfügung von der Polizei erlassen wurde. Diese verbat nicht nur unzumutbare Lärmbelästigung, sondern auch das Mitführen jeglicher Gegenstände, „die geeignet sind als gefährliches Werkzeug oder Wurfgeschoss [...]“, hieß es in einem Facebook-Post der Polizei Mittelfranken unter anderem.

Im Februar 2022 zog Winkler aus und die Gemeinde Emskirchen kaufte sein Haus auf. Dieses wird ausgeräumt und abgerissen. Wo sich der „Drachenlord“ nun aufhält, ist unklar.

Haus Drachenlord.
Das Haus des YouTubers „Drachenlord“ wurde von der Gemeinde Emskirchen gekauft. © Harry Koerber/Imago

Drachenlord musste sich mehrmals vor Gericht verantworten

Der YouTuber soll mehrfach gewalttätig auf die Schaulustigen reagiert haben. Ihm wird vorgeworfen, einer Person mit einer Taschenlampe auf den Kopf geschlagen zu haben. Im Jahr 2020 verwendete Winkler Pfefferspray, nachdem mehrere Leute an seinem Zaun gerüttelt hatten. Die Betroffenen brachten den Vorfall vor Gericht und der Drachenlord wurde wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Seither stand Winkler mehrmals vor Gericht. Im März 2022 wurde er zuletzt zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Staatsanwältin forderte zwei Jahre und drei Monate Haft, doch ein psychiatrischer Gutachter erklärte, dass Winkler „vermindert schuldfähig“ sei. (ök)

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