Wegen hoher Spritpreise

WhatsApp-Kettenbrief: Löst er gefährliche Kettenreaktion aus?

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Auf WhatsApp fordert ein aggressiver Kettenbrief zum Boykott auf.

Ein Kettenbrief, der auf WhatsApp und Facebook die Runde macht, fordert zum Tank-Boykott auf. Die Spritpreise steigen. Machen die Deutschen es jetzt den Franzosen nach?

Berlin - In Zeiten des Internets tauchen immer wieder Kettenbriefe auf. Aktuell verbreitete sich ein Aufruf zum Boykott gegen die hohen Spritpreise über den Messanger-Dienst WhatsApp (Schock-Nachricht geht bei Whatsapp herum - und sorgt für einen Polizeieinsatz). Bei der Protestaktion sollen Autofahrer am 26. November das Tanken vermeiden und damit ein Zeichen setzen. Was für den einen nach den Kraftstoff-Protesten in Frankreich logisch erscheint, lässt andere nur darüber spotten.

WhatsApp: SMS-Killer und beliebt bei Kettenbriefen

Der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp ist eine Application (Anwendung) für Smartphones, mit der Nachrichten über das Internet verschickt werden können. Der Name fügt sich aus dem Englischen „Whats up?“ (“Was geht?“) und der Abkürzung „App“ für Application (Anwendung) zusammen. Der Messanger hat sich seit 2009 stetig weiterentwickelt.

Sehr beliebt auf WhatsApp: Emojis

Mittlerweile können Nachrichten nicht mehr nur an einzelne Personen, sondern auch an Gruppen verschickt werden. Hinzu kamen unter anderem Sprachnachrichten, Audio- und Videotelefonie, das Verschicken von Dateien und eine Status-Funktion. Zudem ist der Dienst nicht mehr nur auf Smartphones beschränkt, sondern kann auch am Computer verwendet werden. Mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll gewährleistet werden, dass niemand anderes, auch nicht WhatsApp, die Nachrichten lesen kann. Seit 2014 gehört WhatsApp zu Facebook.

WhatsApp-Kettenbriefe sind meist schädlich

Kettenbriefe werden heutzutage vor allem über soziale Netzwerke verbreitet. Sie beinhalten die Forderung, die Nachricht an Personen weiterzuleiten. Häufig wird einem mit angeblich dramatische Folgen gedroht, falls die Nachricht nicht weiter versendet wird. Oder es winken Belohnungen für den Fall, dass man die Kette nicht unterbricht. In der Regel kann den Kettenbriefen kein Absender zugeordnet werden und ist Teil einer Betrugsmasche.

Kettenbriefe können Computerviren beinhalten. 

Viele Kettenbriefe beinhalten einen schädlichen Link, der beispielsweise dazu führen kann, dass Computer-Viren das Gerät befallen. Aber auch vermeintlich harmlose Kettenbriefe können von Betrügern im Nachhinein schädlich gemacht und in Umlauf gebracht werden. Daher sind die meisten Kettenbriefe gefährlich und sollten nicht weitergeleitet, sondern gelöscht werden. Außerdem empfiehlt es sich, den Absender über diesen Spam hinzuweisen, um die Verbreitung von Kettenbriefen einzudämmen. Ein sehr bekannter Kettenbrief ist eine WhatsApp-Nachricht von „Momo“, die vor allem Schülern Angst macht und wovor das Ministerium bereits eindringlich warnt. 

WhatsApp-Kettenbrief ruft vom Tank-Boykott auf

Aktuell kursiert über WhatsApp ein Kettenbrief, der mittlerweile auch auf Facebook die Runde macht. In diesem heißt es in nicht perfektem Deutsch: "Große Protestaktion gegen die steigenden Benzin und Dieselpreise Montag 26.November keine Tankstellen anfahren, wer tanken muss sollte das Sonntags am 25. November noch machen. Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter, um ein Zeichen gegen die hohen Benzin und Dieselpreise zu agieren."

Der WhatsApp-Kettenbrief mit dem Aufruf zum Tank-Boykott am 26. November erscheint vorerst nicht gefährlich, sollte aber dennoch mit Vorsicht zu genießen sein. Ein Absender ist nicht ersichtlich. Im Netz stößt der Kettenbrief neben Spott auch auf ernstere Meinungen. Während die einen genervt sind: „ICH habe diesen Kettenbrief 6x erhalten, so langsam kenne ich ihn auswendig...Bitte nicht noch ein siebtes Mal schicken...es reicht!“, sehen andere darin etwas Gutes: „Es geht ja nicht darum Sonntag zu tanken sondern mal ein Zeichen zu setzen. Da sind die Franzosen den Deutschen voraus.“.

Der Kettenbrief auf WhatsApp

Grund für den Protestaufruf dürften, neben den laut ADAC gestiegenen Benzin- und Dieselpreise, die Proteste in Frankreich am vergangenen Wochenende sein. Wie der SVZ berichtete, gingen dort rund 290.000 Menschen auf die Straßen, um gegen die steigenden Kraftstoffpreise zu demonstrieren, die nächstes Jahr durch eine neue Ökosteuer verursacht werden sollen. Dabei wurden mehr als 500 Menschen verletzte und mindestens zwei Menschen kamen ums Leben.

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