Markwort stellt Internetportal für Tote vor

+
Helmut Markwort stellt das Internetportal "stayalive.com" vor.

München - Helmut Markwort stellt Internetportal für Tote vor und verspricht “digitale Unsterblichkeit“. Hier können Lebende bestimmen, welche Fußstapfen sie nach ihrem Tod im Internet hinterlassen wollen.

Wenige Wochen nach seinem Ausscheiden als “Focus“-Chefredakteur bietet Helmut Markwort nun “digitale Unsterblichkeit“ an. Gemeinsam mit fünf weiteren Gesellschaftern hat er das kostenpflichtige Internetportal “Stayalive.com“ gegründet, auf dem der Nutzer zu Lebzeiten eine eigene “virtuelle Gedenkstätte“ für seinen Todesfall erstellen kann. “Man kann eine sichtbare Hinterlassenschaft, quasi ein Monument, schaffen für seine Familie und Freunde“, sagte Markwort am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts in München. Er zeigte sich überzeugt, dass das Angebot auf guten Zuspruch stoßen werde.

Die Idee stammt vom Münchner Internetunternehmer Matthias Krage. Er erklärte, das Portal sei als Online-Community konzipiert, vergleichbar mit Facebook, und solle eine Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen herstellen. Der eigene Account kann mit denen von “Freunden“ verknüpft werden, die Einblick bekommen in die hinterlegten Daten und Fotos. Mit Blick auf die zahlreichen bereits bestehenden virtuellen Friedhöfe im Netz betonte Krage, es handle sich “nicht um ein klassisches Trauerportal“. Der Unterschied sei, dass man vor seinem Ableben “selbstbestimmt die Daten im Internet hinterlegen könne“, mit denen man in Erinnerung bleiben wolle. Auf anderen Web-Trauerportalen könne man “vor dem Tod nichts machen“.

“Stayalive.com“ ist seit Dienstag online. Wer einen Account anlegt, kann dort seine Vita, Fotogalerien und einen Stammbaum der Familie hinterlegen, YouTube-Videos hochladen, seine Lieblingsmusik und auch -rezepte auflisten. Neben der eigenen “Gedenkstätte“ können auf dem Portal auch solche für bereits verstorbene Familienangehörige und Freunde angelegt und dabei “Gruppen“ gebildet werden, wie Krage erklärte. Ein halbes Jahr lang kann die neue, werbefreie Seite kostenlos getestet werden. Dann kostet ein Account zwischen 19,90 Euro für ein Jahr und 499,90 Euro für eine “unendliche“ Dauer. Zur Zahl der erwarteten Accounts wollten sich weder Markwort noch Krage äußern.

dapd

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare