Gamescom: Handys und Tablets bringen mehr Menschen zum Gaming

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Ein kleines Spiel so zwischendurch: Mit dem Smartphone ist man schnell dabei. Foto: Henning Kaiser

Köln - Computerspiele fristen längst kein Nischendasein mehr. Umfragen zufolge vertreibt sich jeder Zweite in Deutschland die Zeit mit digitalen Spielen. Die Gamescom endet mit einem Besucherrekord.

Computerspiele gewinnen dank Smartphones und Tablets neue Fans. Davon profitiert die Videospielbranche, wie die Spielemesse Gamescom zeigt.

Mit einem Besucherrekord ist sie am Sonntag in Köln zu Ende gegangen. Nach Angaben der Veranstalter strömten an fünf Tagen rund 345.000 Menschen auf das Messegelände, so viele wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr waren es 335.000 Besucher.

"Gaming wird immer mehr zu einem Gesellschaftsthema", sagte Jens Kosche, Deutschland-Chef des Spieleverlags Electronic Arts (EA) der Deutschen Presse-Agentur auf der Gamescom.

Handy-Spiele zählen zu den beliebsten Apps zum Herunterladen. Der iTunes-Store von Apple und Googles App-Plattform Google Play nähmen 75 Prozent ihrer Umsätze mit mobilen Spielen ein, sagte der Manager. "Das ist eine tolle Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erschließen." Durch das Smartphone sei für viele Menschen eine technische Hürde zu den Spielen weggefallen, sagt auch Uwe Bassendowski, der bei Sony Computer Entertainment für die Länder Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig ist.

Marktanalysten hatten zuvor befürchtet, dass der wachsende Anteil an mobilen Spielen den klassischen Markt der PC- oder Konsolen-Spiele verdrängen werde. Davon könne keine Rede sein, sagte Kosche. Er hofft auf einen Werbeeffekt. "Wer ein Spiel einmal auf einem Smartphone erlebt hat, will das auch einmal am Fernseher probieren." Die über 50-Jährigen seien inzwischen eine der größten Zielgruppen für Electronic Arts.

Spiele-Apps auf mobilen Geräten wurden zuletzt immer mehr zum Trend. Auf diese Entwicklung wies auch der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hin. Vor allem in Actionspiel-Apps böten Chancen, das Wachstum anzukurbeln.

Obwohl die Spiele-Apps neue Fans begeistern, liegen beim Umsatz die klassischen Konsolenspiele noch weit vorn. Der Verkauf von Spielen für die Konsolen sei vom Umsatz her immer noch der größte Markt, sagte EA-Deutschland-Chef Kosche. In Deutschland machten Konsolengames zwei Drittel des Umsatzes aus. Dem Verband BIU zufolge legte der Umsatz mit Konsolenspielen in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent zu. Insgesamt hätten Unternehmen demnach im ersten Halbjahr mit Spielen für PC, Konsole, Handheld, Tablet und Smartphone 534 Millionen Euro umgesetzt.

Webseite der Gamescom

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