Universum

Forscher entdecken größte Explosion seit dem Urknall - „Wie in Zeitlupe“

Mit Hilfe verschiedener Teleskope haben die Forschenden um Simona Giacintucci den Krater einer gigantischen Explosion im Galaxienhaufen Ophiuchus entdeckt.
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Mit Hilfe verschiedener Teleskope haben die Forschenden um Simona Giacintucci den Krater einer gigantischen Explosion im Galaxienhaufen Ophiuchus entdeckt.

Eine gigantische Explosion eines schwarzen Lochs im Ophiuchus-Galaxienhaufen lässt eine riesige Gasblase entstehen - die Milchstraße passt 15 Mal hinein.

  • Im Galaxienhaufen Ophiuchus entdecken Forschende den Krater einer gigantischen Explosion
  • In diesen Krater würde die Milchstraße - selbst riesengroß - 15 Mal hineinpassen
  • 2016 wurde die Entdeckung der Explosion verworfen - weil sie zu groß war

Der Galaxienhaufen Ophiuchus ist etwa 390 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Trotzdem steht er derzeit im Mittelpunkt des Interesses von Astronominnen und Astronomen. Denn in diesem Galaxienhaufen haben Forschende die größte bislang bekannte Explosion im Universum registriert, nach ihren Angaben ist es die größte Explosion seit dem Urknall. Ausgangspunkt der Explosion war nach Angaben der Forschenden ein supermassereiches schwarzes Loch in einer Galaxie im Zentrum des Galaxienhaufens.

Gigantische Explosion im Galaxienhaufen: Entdeckung wurde zuerst verworfen

2016 entdeckte ein anderes Forscherteam mit Hilfe des „Chandra“-Röntgenteleskops erste Hinweise auf eine gigantische Explosion im Ophiuchus-Galaxienhaufen. Damals wurde die Idee, dass es sich bei dem Fund um Hinweise auf eine Explosion handeln könnte, noch verworfen - wegen der enormen Ausdehnung des entdeckten Explosionskraters, bei dem es sich eigentlich um eine riesige Gasblase handelt. Nun zeigt eine neue Studie, die von einem Team um Simona Giacintucci vom Naval Research Laboratory in Washington D.C. geleitet wurde, dass diese Gasblase offenbar doch bei einer Explosion entstand.

Die Explosion habe etwa fünf Mal mehr Energie freigesetzt, als der bisherige Rekordhalter, der im Jahr 2005 registriert wurde, schreibt das Forscherteam im Fachblatt „The Astrophysical Journal“. Das Team hat die Region unter anderem mit dem „XMM-Newton“-Teleskop untersucht, das die Beobachtungen von „Chandra“ bestätigte.

Explosion in Zeitlupe - in die entstandene Gasblase würde die Milchstraße 15 Mal passen

„Wir haben schon früher Ausbrüche in den Zentren von Galaxien gesehen, aber dieser hier ist wirklich, wirklich massiv“, wird Ko-Autorin Melanie Johnston-Hollitt vom International Center for Radio Astronomy Research (ICRAR) in einer Mitteilung ihrer Einrichtung zitiert. Warum die Explosion so heftig war, sei unklar. „Aber es geschah sehr langsam - wie eine Explosion in Zeitlupe, die sich über Hunderte von Millionen von Jahren hinzog.“

In die Gasblase, die durch die Explosion entstand, könnte man die Milchstraße 15 Mal nebeneinander packen, betont Giacintucci die Größe der Explosion. Mittlerweile muss die Explosion abgeschlossen sein, folgern die Forschenden aus ihren Daten: Sie könnten keine Hinweise auf neue Ausbrüche  in ihren Daten entdecken, heißt es in einer Mitteilung der Nasa. „Wir brauchen Beobachtungen in mehreren Wellenlängen um die physikalischen Prozesse wirklich zu verstehen“, betont Johnston-Hollitt.

Galaxienhaufen enthalten tausende einzelne Galaxien

Galaxienhaufen gelten als die größten Strukturen im Universum. Sie werden von Schwerkraft zusammengehalten und enthalten tausende einzelne Galaxien, dunkle Materie und heißes Gas. Der Ophiuchus-Galaxienhaufen befindet sich im Sternbild Schlangenträger (lat.: Ophiuchus). Er wurde 1981 entdeckt.

Von Tanja Banner, mit Material von dpa

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