Skandal auch bei Twitter

Clubhouse: Talk mit umstrittener Influencerin sorgt für Zoff in der Hype-App

In der Hype-App Clubhouse kam es nach einem Talk mit der Influencerin Anabel Schunke zum Thema „Lügenpresse“ zu einem Streit - der sich auch auf Twitter ausweitete.

Hamm - Clubhouse ist in aller Munde - und in ausgewählten Ohren. Noch ist die neue App nur per Invite (Einladung) von anderen Mitgliedern zu erreichen und auch nur für Apple verfügbar. Doch die Nutzerzahl wächst: Clubhouse ist auf Platz 1 der App Store-Charts bei iOS. Für Android gibt es das soziale Netzwerk noch nicht. Doch mit der wachsenden Nutzerzahl kommt bereits der erste große Zoff. Eine Talkrunde mit einer Influencerin, die für die rechten Plattformen wie Tichys Einblick schreibt, stieß auf heftige Kritik.

NameClubhouse
FormatSocial Network
BesonderheitReines Audio-Format

Zoff bei Clubhouse: Runde mit umstrittener Influencerin Anabel Schunke sorgt für heftige Kritik

Es sind zwei Fronten, die durch die Talkrunde mit Influencerin Anabel Schunke aufeinandertreffen. In der Social-Media-App Clubhouse diskutieren mehrere Journalisten zum Thema „,Lügenpresse‘? Was ist los im Journalismus“. Eine Journalistin postet danach einen Screenshot von der Runde auf Twitter. Sie schreibt dazu: „Ja, was ist los im Journalismus, wenn die Kolleg*innen hier mit Anabel Schunke reden als wäre nichts?“.

Schunke ist Model und freie Journalistin. Sie schreibt unter anderem für die Blogger-Plattform „Die Achse des Guten“, welche dem Spektrum der politischen Rechten zugeordnet wird. Auf ihrer eigenen Website und ihrem Instagram-Account positioniert sich Schunke zudem offensiv gegen den Sozialismus sowie politisch Linksorientierte. Gegenüber Focus.de sagte sie: „Ich überlasse mein Land – und das ist das Allerwichtigste für mich – ganz sicher nicht irgendwelchen islamischen Migranten, die die Freiheit eines liberalen Rechtsstaates nicht zu schätzen wissen. Gegen all diese Gefahren kämpfe ich bis zum Letzten.”

In der User- und Journalisten-Runde, bei der die Teilnehmer über die Vertrauenskrise im Journalismus debattierten, meldete auch Anabel Schunke sich zu Wort. Das stieß einigen anderen Journalisten, wie oben geschildert, sauer auf, sodass die eigentliche Talk-Runde eine ganz neue Anschlussdebatte entfachte. Bei Clubhouse selbst ging es im weiteren Verlauf des Abends um die Frage, wie man mit der Influencerin hätte umgehen sollen. Die Teilnehmer stritten regelrecht darüber, welchen Ansatz man hätte verfolgen sollen.

Clubhouse-Talk mit umstrittener Influencerin Anabel Schunke: Zoff verlagert sich nach Twitter

Die stundenlange Debatte ging auch an Anabel Schunke nicht vorbei, die weiterhin zuhörte, ohne selbst Teil der aktiven Debatte zu sein. Das wollte sie jedoch ändern. Wer bei Clubhouse sprechen will, muss sich mit einem aktiven digitalen Handzeichen melden, was Schunke dann auch tat. Damit goss sie weiteres Öl ins Feuer, denn fortan wurde hitzig diskutiert, ob sie zugelassen werden solle oder nicht. So lange - bis sie ihr Handzeichen wieder zurückzog.

Spätestens nachdem sich Schunke dann über einen anderen Weg - nämlich Twitter - zu Wort meldete, verlagerte sich der Zoff in die „traditionellen“ sozialen Medien. Sie prangerte an, dass in dem Talk ungeprüft „das Narrativ der ‚rechten Influencerin‘“ übernommen worden sei. Sie schrieb zudem: „Bis heute hat sich niemand damit auseinandergesetzt, was jetzt genau an mir rechts, rassistisch oder angeblich transphob ist.“

Die Social-Media-App Clubhouse wird immer beliebter.

Daraufhin meldeten sich Kritikerinnen und Kritiker zu Wort, die die Debatte verfolgt hatten, und veröffentlichten Screenshots von zum Teil fremdenfeindlichen Statements Schunkes. Ein anderer Twitter-User schrieb über die Influencerin: „Anabel Schunke vertritt klassische liberal-konservative Positionen. Das kann man gut finden oder eben nicht. Wie kann es aber sein, dass es in der Öffentlichkeit als Sünde gilt, mit ihr zu debattieren? Leben wir in einer Demokratie oder einer Meinungsdiktatur?“

Viele Experten bilden sich eine eher kritische Meinung gegenüber des amerikanischen Social-Media-Dienstes – die Datenschutzrichtlinien gelten als ungeeignet*, wie *ingame.de berichtet. In Deutschland wird sie gerade zum Hype: Joko Winterscheidt, Louisa Dellert, Oprah Winfrey, Drake und Paris Hilton – sie alle nutzen Clubhouse bereits. Seit einigen Tagen kommen immer mehr Nutzer hinzu*, wie *hna.de berichtet. - *ingame.de und *hna.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christoph Dernbach / dpa

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