Chatten, lesen, fernsehen - Jugendliche nutzen alle Medien

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Jugendliche nehmen alle vorhandenen Medien mit - auch das "analoge" Lesen verfällt nicht in den Hintergrund.

Mannheim - Jugendliche lesen weder Bücher noch Zeitungen, sie chatten lieber im Internet, klagen viele Eltern. Doch einer Studie zufolge entspricht diese Wahrnehmung nicht ganz der Realität.

Sie chatten im Internet, lesen Zeitung oder hören Radio - die Jugendlichen von heute nutzen die ganze Welt der Medien. Bücher und Radio sind ihrer Gunst sogar wieder etwas gestiegen, wie aus der repräsentativen Jim-Studie 2011 (“Jugend, Information, (Multi-)Media“) hervorgeht, die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest am Freitag in Mannheim vorstellte. Die Nutzung moderner Medien stehe nicht unbedingt im Gegensatz zur Verwendung klassischer Medien, erklärten die Forscher.

Von rund 1200 befragten Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren sind 89 Prozent täglich oder mehrmals wöchentlich online. Der Tageskonsum liegt bei mehr als zwei Stunden - durchschnittlich 134 Minuten (2010 waren es 138 Minuten). Ebenso viele Heranwachsende schauen regelmäßig Fernsehen, im Schnitt 113 Minuten. 78 Prozent hören regelmäßig Radio, das sind vier Prozentpunkte mehr als 2010. Zwar bevorzugen die meisten immer noch die klassischen Geräte, doch jeweils 14 Prozent nutzen das Internet mittlerweile zum radiohören (2010:15 Prozent) oder fernsehen (2010: 12 Prozent).

So gut wie keine Rolle bei den Jugendlichen spielen neue Medien derzeit bei der Lektüre von Büchern. Nur ein Prozent der Befragten verwendet E-Books. Zugleich lesen mehr Jugendlichen in ihrer Freizeit wieder Bücher: 44 Prozent sind der Studie zufolge regelmäßige Leser, 1998 waren es 38 Prozent. Nach wie greifen Mädchen häufiger zum Buch als Jungen.

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Geht es um die Glaubwürdigkeit von Informationen liegt die Tageszeitung in der Gunst weiter vorn, an zweiter Stelle folgt das Fernsehen, dann Radio und Internet. 42 Prozent (2010:44 Prozent) greifen regelmäßig zu einer Tageszeitung, 18 Prozent (2010: 15 Prozent) lesen Online-Ausgaben. Bei Zeitschriften nutzen 12 Prozent (2010: 10 Prozent) die Internetseiten.

Das Internet verwenden die Jugendlichen vor allem zur Kommunikation insbesondere in sozialen Netzwerken. 78 Prozent (2010:71 Prozent) sind mittlerweile Mitglieder in Online-Netzwerken. Angesagteste Plattform ist Facebook, der Anteil der Nutzer hat sich seit dem vergangenen Jahr auf 72 Prozent nahezu verdoppelt. Der einstige Marktführer SchülerVZ kommt nur noch auf 29 Prozent.

Ein Problem ist weiterhin Cybermobbing: 14 Prozent (2010:15 Prozent) der Jugendlichen berichten, dass schon einmal Falsches oder Beleidigendes im Internet über sie verbreitet wurde. 22 Prozent (2010:23 Prozent) haben erlebt, dass jemand “fertiggemacht“ wurde. Positiv ist aus Sicht der Forscher, dass immer mehr Jugendliche darauf achten, in sozialen Netzwerken nicht zu viel von sich preiszugeben. Vier Fünftel haben den Zugriff auf ihre Daten auf den Nutzerkreis der Freunde eingeschränkt. Dieser ist mit durchschnittlich 206 Freunden allerdings recht groß.

dpa

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