Toyota RAV4 will wieder zu Tiguan und Co. aufschließen

Er war schon Trend, als VW noch nicht einmal an den Tiguan gedacht hat. Denn mit dem RAV4 hat Toyota vor fast 20 Jahren das Segment der kompakten SUV mitbegründet und ist den Europäern lange Zeit voraus gefahren.

Doch die Revolution frisst ihre Kinder und mittlerweile hat der Japaner in der Zulassungsstatistik das Nachsehen. Um diesen Rückstand wett zu machen und wieder Anschluss zu finden, bringt Toyota jetzt die vierte Generation des Allradlers auf den Weg. Sie feiert gerade ihre Weltpremiere auf der Autoshow in Los Angeles, steht im März auf dem Genfer Salon und ein paar Wochen später auch bei den deutschen Händlern.

Für Preise ist es natürlich noch viel zu früh. Doch viel Spielraum wird Toyota nicht haben, sodass 25.000 Euro für das Basismodell eine wohl vernünftige Schätzung sind. War der RAV4 früher vor allem ein trendiger und lange Zeit auch sehr kompakter Stadtflitzer für Großstadt-Singles, wird er in der neuen Auflage zur praktischen Familienkutsche und gibt den Kombi auf Stelzen. Nicht umsonst haben die Japaner den Wagen um ganze 20 Zentimeter gestreckt und ihn drei Zentimeter breiter gemacht. Nur die Höhe schrumpft für das schnittigere Design und den geringeren Luftwiderstand um gute zwei Zentimeter. Etwas näher am Boden, aber noch immer über den Dingen, sitzt man vor einem neuen Cockpit, das jetzt etwas mehr Liebe zum Detail zeigt.

Die Finger streichen vornehmere Materialien, der Blick fällt auf modernere Instrumente und vor allem hat man jetzt richtig Platz. Bei 4,57 Metern Außenlänge misst der Sitzabstand nun knapp einen Meter, was Toyota als Rekordwert feiert. Auch der Kofferraum kann sich sehen lassen: Jetzt endlich mit einer oben angeschlagenen und auf Wunsch auch elektrischen Klappe geschlossen, fasst er nun 537 Liter – die 100 Liter im Souterrain noch gar nicht mitgerechnet. Dazu gibt es mehr Sicherheit für alle: Sieben Airbags sind jetzt Serie und auf der Optionsliste finden sich künftig Assistenten für Fernlicht, Spurführung und Spurwechsel.

Obwohl der RAV4 deutlich größer wird, braucht er nicht mehr Sprit. Im Gegenteil: Um durchschnittlich zwölf Prozent gehe der Verbrauch zurück, melden die Japaner. Dabei setzen sie sogar auf die bekannten und nur im Detail optimierten Motoren. So gibt es als zunächst einzigen Benziner auch weiterhin einen 151 PS starken Zweiliter, der immer mit Allrad und auf Wunsch auch mit CVT-Automatik daher kommt. Daneben bieten die Japaner wie früher einen 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS an. Auch er fährt immer auf allen Vieren und kann auf Wunsch auch mit einer Wandler-Automatik bestellt werden. Einzige Neuerung ist ein 124 PS starker Zweiliter-Diesel mit Frontantrieb, Schaltgetriebe und Start-Stopp-Automatik, der den Verbrauch des RAV4 auf 4,8 Liter drückt.

Nach weiteren technischen Innovationen sucht man beim RAV4 dagegen vergebens. Einen Hybridantrieb zum Beispiel wird es erst einmal nicht geben. Sondern die Japaner sind schon froh, wenn sie im ersten Jahr einen neuen Benziner mit Turbo-Direkteinspritzung bekommen.

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