Kleiner Motor, großer Spaß

Seat Tarraco im Fahrtest – dieser SUV kann auch vernünftig

Seat Tarraco
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Den Seat Tarraco gibt es in drei Ausstattungslinien. Die Basis heißt Style, die Top-Version trägt das Kürzel FR.

Muss SUV immer Sünde sein? Mitnichten. Wer alle Vorteile dieser Auto-Gattung und ein gutes Gewissen haben will, sollte zum Seat Tarraco 1,5 TSI greifen. Unser Fahrtest sagt, warum.

  • Mit dem Tarraco bietet Seat einen großen SUV* zu einem guten Preis.
  • Die Top-Ausstattung kann man sich allerdings sparen.
  • Dafür verraten wir, auf welche Technik man nicht verzichten kann

Gott sei Dank hatte die Mehrheit einen guten Geschmack. In der finalen öffentlichen Abstimmung, wie das neue Seat-SUV heißen soll, standen nicht unbedingt nur wohlklingende Namen zur Auswahl: Alboran, Aranda, Avila oder eben Tarraco. Samt und sonders spanische Städte. Die Mehrheit entschloss sich schließlich für Tarraco, den antiken Namen der Stadt Tarragona in Spanien. Von hier aus regierten die Römer fast über ganz Spanien. Das würde Seat mit dem Tarraco natürlich gerne beim Absatz wiederholen.

Das sind die Konkurrenten des Seat Tarraco

In Deutschland jedenfalls war das Spanien-SUV ein ordentlicher Erfolg. Über 10.000 entschieden sich für den Kauf des Mittelklassewagens, der auf der gleichen Fahrzeugarchitektur aufbaut wie die Konzernbrüder Skoda Kodiaq oder Volkswagen Tiguan Allspace. Viel Konkurenz, viel Ehr: Der Seat Tarraco tritt gegen den flotten Franzosen-Feger Peugeot 5008 an, aus dem fernen Osten kommt der japanische Honda CR-V dazu. Arrivierte Konkurrenz, die man erst schlagen muss.

Typisch für Seat ist das eckige und kantige Design, angefangen beim Kühlergrill bis hin zu Tagfahrlicht und Seitenspiegel.

Viel Platz, übersichtlich und sicher

Und dann ist da ja noch das Vorurteil gegen SUVs, das vor allem in Deutschland ausgeprägt und nicht in jedem Fall unberechtigt ist. Wenn schwere 2,5 Tonner mit 8-Zylinder-Triebwerken und jenseits der 400 PS angetrieben werden, dann darf die Sinnfrage zumindest schon mal erlaubt sein. Wer viel Platz sucht, einen übersichtlichen, sicheren SUV braucht und mit gutem Gewissen fahren will, der ist beim Seat Tarraco an der richtigen Adresse und beim richtigen Auto.

Die Sicht im Cockpit des Seat Tarraco.

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Seat Tarraco im Fahrtest: Kleiner Benziner mit großem Herz

Fangen wir beim vernünftigen 1,5 TSI-Triebwerk an. Das hat kaum Mühe den nur 1,6 Tonnen schweren Tarraco auf Trab zu bringen. Nur zum Vergleich: Ein neuer Golf 8 wiegt auch bereits 1,45 Tonnen. Der Vierzylinder Benziner leistet 150 PS und ein Drehmoment von 250 Nm und versetzt jetzt nicht unbedingt Berge, kommt aber jeden Berg locker hinauf. Spritzig ist der Tarraco mit dieser Motorisierung nicht unbedingt, aber muss er auch nicht. So ein langes, dickes und hohes Auto bewegt man doch am liebsten auf einem gemütlichen Level, sonst muss man sich einen Sportwagen kaufen. Und 9,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 sind ja auch kein Pappenstiel.

Der 1,5-Liter-Benziner bringt zwar nur 150 PS auf die Straße, reicht aber im Regelbetrieb völlig aus.

Mit diesem Tank schafft er über 700 Kilometer

Beim Test jedenfalls waren wir mit der Leistung zufrieden, weil sie einfach zu dem Fahrzeugtyp passt und vernünftig ist. Apropos: Das wirkt sich natürlich auch auf den Verbrauch aus. Den beim WLTP-Messverfahren ermittelten Spitzenwert von 7,1 Litern konnten wir zwar nicht erreichen, aber mit rund acht Litern Durchschnittsverbrauch waren wir eher ein seltener Gast an der Tankstelle. Bei einem Tankvolumen von 58 Litern kommt man über 700 Kilometer weit. Im Alltagsbetrieb reicht das für zwei Wochen. 

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Seat Tarraco im Fahrtest: Warum man sich die Automatik sparen kann

Mit 4,74 Metern Länge ist der Tarraco nur 25 Zentimeter kürzer als eine S-Klasse von Mercedes. Von daher ist der Seat-SUV natürlich nicht das geborene Auto für die Stadt, auch wenn sich das Trumm von einem Auto vergleichsweise gut manövrieren lässt. Dazu braucht es auch nicht unbedingt eine Automatik. Mit dem Sechs-Gang-Handschalter hatten wir mal wieder das Gefühl Auto zu fahren und nicht, dass das Auto mit einem fährt. Auch kostet das Automatik-Getriebe über 2.500 Euro Aufpreis, da ist das Geld besser in die Ausstattung investiert.

Sogar die Heckklappe öffnet sich automatisch

Mit fast fünf Metern Länge ist der Tarraco das Flaggschiff der Seat-Flotte. Die Heckklappe öffnet sich auf Wunsch automatisch.

Als Basismodell Style kostet der Tarraco rund 30.000 Euro. Nimmt man aber 4.000 Euro mehr in die Hand, also nur 1.500 Euro mehr, wenn man sich das Automatik-Getriebe spart, dann bekommt man mit „Xcellenceschon ein sehr gutes Zusatz-Paket. Dazu zählen:

  • 19-Zöller,
  • Sport-Komfort-Sitze,
  • Voll-LED-Lichter,
  • Park-Assistent,
  • Rückfahrkamera,
  • Distanzregelung ACC,
  • 10,25-Zoll-Bildschirm
  • und sogar eine automatisch öffnende Heckklappe.

Mehr braucht es nicht. 

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Es muss nicht immer die Top-Ausstattung sein

Schlichte Eleganz herrscht im Innenraum des Tarraco. Den 10,25 Zoll großen Infotainment-Bildschirm in der Mitte bekommt man schon bei der mittleren Ausstattung.

Die Top-Ausstattung FR bietet zwar noch ein paar feine Details wie die elektrische Sitzeinstellung. Bleiben wir beim Thema Vernunft. Dann ist es doch wirklich kein Problem, seinen Sitz mit ein paar Handgriffen in die richtige Position zu bringen. Und wie oft kommt das schon vor? Den Aufpreis von 1.500 Euro kann man sich sparen. Oder in das adaptive Fahrwerk DCC investieren, das bietet echten Komfort und Mehrwert für knapp 1.000 Euro.

Seat Tarraco: Entweder Lieferwagen oder Familientaxi

Verschwenderisch ist das Platzangebot im Tarraco. Wer will, kann sich sogar noch eine dritte Sitzreihe ordern. Kostet noch mal 800 Euro mehr, dafür aber hat man ein ordentliches Familientaxi für die Sammelfahrt in die Schule oder zum Fußballtraining.

Die Rücksitzbank ist asymetrisch teilbar und in der Länge verbschiebbar. Das sorgt für gute Flexibiliät beim Laden des Kofferraums.

Natürlich fällt dann der üppige Kofferraumplatz weg, aber man kann die Sitzreihe ja auch mit wenigen Handgriffen wieder ausbauen. Stauraum ist sonst genug vorhanden. Mit 760 und bei umgeklappter Rücksitzbank 1.775 Litern ist der Tarraco schon fast ein Lieferbus. Und praktisch ist er auch noch: die Rücksitzbank ist nicht nur asymmetrisch teilbar für besonders lange Fracht, sondern auch in der Länge verschiebbar für flexiblen Raumbedarf.

In den Kofferraum des großen SUVs passen normal schon 760 Liter. Die Kapazität kann aber bis zu stattlichen 1775 Litern ausgebaut werden.

Unser Fazit zum Seat Tarraco und was die Konkurrenz kostet

Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her ist der Seat Tarraco wirklich spitze. Wer beim Motor genügsam ist und auf die Automatik verzichtet, bekommt für 34.000 Euro wirklich viel Auto mit bester Technik aus dem Volkswagen-Konzern und einer Tip-Top-Verarbeitung. Preislich liegt der Tarraco auf Augenhöhe der Konkurrenz. Ein vergleichbarer Skoda Kodiaq liegt ebenfalls bei 34.000 Euro, der Peugeot 5008 Allure kostet ab 33.000 Euro, nur der Honda CR-V liegt mit 32.000 Euro drunter. (Rudolf Bögel) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Technische Daten: Seat Tarraco Xcellence 1.5 TSI

Hubraum1.498 ccm
Leistung150 PS bei 5.000 U/min
Drehmoment250 Nm ab 1.500 U/min
Länge/Breite/Höhe4,74/2,12/1,66 m
Leergewicht/Zuladung1.599/696 kg
Anhängelast gebremst1.800 kg
Kofferraum760 – 1.775 l
0 – 100 km/h9,7 Sekunden
Top-Tempo201 km/h
Verbrauch7,1 – 7,6 l Super
CO2-Ausstoß162 - 173g/km
Preisab ca. 30.000 (Style); ca. 34.000 (Xcellence)

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