Flensburger Sünderkartei soll überarbeitet werden

Berlin - Das Flensburger Punktesystem für Verkehrssünder soll reformiert werden. „Das System soll einfacher, transparenter und verhältnismäßiger werden“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Die Details:

Die Reform soll noch in dieser Legislaturperiode in Kraft treten. Die wichtigsten Aspekte:

- Strafpunkte:

Verkehrsminister Peter Ramsauer.

Die einzelnen Punktestrafen bei Verkehrsdelikten sollen laut dem CSU-Rechtsexperte Norbert Geis geändert werden. Wer z.B. ohne Plakette in eine Umweltzone fahre, sei zwar ein Umweltsünder, aber kein Verkehrssünder. Bisher gebe es dafür einen Punkt. „Nachvollziehbarer wäre stattdessen, das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt nicht nur wie bisher mit einem, sondern mit zwei Punkten zu ahnden“, sagte Geis der Bild. Insbesondere für Raser und Drängler soll es laut Ministerium keine Entschärfungen geben.

Das sind die nervigsten Autofahrer

Das sind die nervigsten Autofahrer

- Führerscheinverlust:

 In der Koalition wird erwogen, die Grenze für den Verlust des Führerscheins von jetzt 18 auf 20 Punkte zu erhöhen. Noch nicht entschieden ist, ob dafür im Gegenzug die Verjährungsfrist pro Eintrag von jetzt zwei auf drei Jahre angehoben wird.

- Verjährung der Punkte:

Punkte in Flensburg sollen künftig je nach Delikt getrennt erfasst werden und einzeln schneller verjähren – egal, ob ein Autofahrer weitere Punkte kassiert. Einträge im Verkehrszentralregister werden derzeit nach zwei Jahren gestrichen. Voraussetzung ist jedoch, dass es in dieser Zeit keinen weiteren Eintrag gab. Wer jedes Jahr beim Rasen oder einem anderen Delikt erwischt wird, schleppt unter Umständen noch die Verkehrssünden von vor zehn Jahren mit sich rum.

- Punktekontrolle:

Als erster Schritt soll ab kommender Woche die Zahl der Punkte online auf der Seite des Kraftfahrt-Bundesamts mit dem elektronischen Personalausweis abgefragt werden können.

- Wie viele Einträge gibt es in der Flensburger Kartei?

Derzeit sind dort 8,9 Millionen Menschen registriert, davon 6,9 Millionen Männer. 1,3 Millionen Menschen haben Punkte wegen Alkoholverstößen, 5,1 Millionen wegen zu schnellem Fahren. Zuletzt hatten rund 73 000 Bürger 14 und mehr Punkte und sind damit akut gefährdet, den Führerschein zu verlieren.

- Seit wann gibt es die Punktesammlung des Kraftfahrt-Bundesamtes?

Seit dem 2. Januar 1958. Darin werden die neueren Delikte und die dafür erhaltenen Punkte der Verkehrsteilnehmer elektronisch gesammelt. Ältere Fälle werden noch auf 10,7 Millionen Blättern in Handakten geführt.

uf. (tz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare