Der perfekte Turbo-Bumms

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Gas geben oder nur Cruisen: Der neue Porsche 911 Turbo kann beides in hoher Vollendung.

Es gibt einfach Autos, die sind zeitlos schön, elegant und rassig. Wie etwa der Porsche 911. Vor allem in der Turbo-Ausführung mit 500 PS und Doppelkupplung ist er das heißeste Modell der Baureihe.

Jetzt haben die Zuffenhausener Motorenbauer ihm eine kräftige Leistungsspritze verpasst. Das Resultat: Der neue Boxermotor mit Benzindirekteinspritzung und vergrößertem Hubraum bringt mehr Leistung bei gleichzeitig gesunkenem Normverbrauch.

Das LED-Tagfahrlicht anstelle der Nebelscheinwerfer, die titanfarbenen Lamellen an den seitlichen Lufteinlässen und die vergrößerten Endrohre aus Edelstahl - ansonsten ist der Neuling äußerlich kaum vom Vorgänger zu unterscheiden: Erkennungszeichen ist weiterhin der starre Heckflügel, der die Top-Motorisierung von den schwächeren Versionen abgrenzt. Das wichtigste passiert unterm Blech. Und hier gibt es wieder mal mehr Leistung und noch mal mehr verbesserte Fahrdynamik. 500 PS setzt der neue 3,8-l-Benziner mit Direkteinspritzung jetzt frei und liegt damit 20 PS über der Leistung des erst drei Jahre alten Vorgängers mit seinen 3,6 Liter Hubraum. Auch das max. Drehmoment hat zugelegt. Mit 650 Nm ist es um 30 Nm gewachsen und liegt nach wie vor bereits ab 1950 Touren an. Optional gibt es noch einen Overboost, der das maximale Drehmoment auf 700 Nm steigert.

Geschmeidig oder sportlich mit Biss

Trotz dieser Kraft- und Leistungssteigerung ist der Normverbrauch um 16 Prozent auf 11,6 Liter Super Plus auf 100 km gesunken. Ein theoretischer Wert - denn bei einigermaßen sportlicher Fahrweise schluckt der Turbo deutlich mehr als 12 Liter. Ein beherzten Tritt aufs Gaspedal und der Porsche drückt seine Passagiere mit mächtigem Vortrieb in die ledernen Sportsitze - wenn‘s sein muss in nur 3,3 sek. auf Tempo 100 und in unter zwölf Sekunden auf 200.

Mühelos krallt sich das 1,58 Tonnen schwere Allrad-Coupé in den Asphalt und sprintet selbst Motorrädern davon. Doch nicht nur die Längsdynamik beeindruckt, sondern vor allem die Kurvenpassagen, die mit einer unübertroffenen Mischung aus Speed und Geschmeidigkeit absolviert werden. Und genau darin liegt der größte Verdienst der Ingenieure - in der Art und Weise, wie sie die Leistung des Fahrzeugs in beherrschbare kinetische Energie umgesetzt haben. Schon nach wenigen Kilometern hat man sich an die Kraft gewöhnt und kann sie souverän handhaben. Jede Strecke fährt man nach Belieben sanft und geschmeidig oder sportlich und mit Biss.

In den Kehren kommt eine Neuheit des Fahrwerks zum Tragen: das „Torque Vectoring“. Dabei verteilt ein Getriebe an der Hinterachse das Drehmoment variabel zwischen den beiden Rädern und ermöglicht dadurch noch höhere Kurvengeschwindigkeiten. Zudem wird das Fahrverhalten bei plötzlichen Ausweichmanövern stabiler. Auch der verbesserte Allradantrieb und der Schleuderschutz ESP tragen ihren Teil dazu bei.

Porsche: Der 911 Sport Classic

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In jeder Hinsicht empfehlenswert ist statt des serienmäßigen Sechsganggetriebes die neue automatische Siebengang-Doppelkupplung vom Zulieferer ZF. Sie schaltet nicht nur besser als man es im Alltag jemals könnte, sondern erlaubt auch, beide Hände stets am Steuer zu lassen. Dabei kommt der Komfort nicht zu kurz: Das Fahrwerk bügelt trotz seiner straffen Grundauslegung die gröbsten Unebenheiten weg. Zeitgleich mit dem Coupé kommt das Cabrio auf den Markt.

Das Stoffverdeck öffnet auf Knopfdruck vollautomatisch und verschwindet von 20 Sekunden im Verdeckkasten hinter den Fondsitzen. Die drei Stofflagen des Verdecks liefern wie beim Vorgänger eine gute Geräuschdämmung auch bei höherem Tempo. Eine perfekte Fahrmaschine also, wie man sie aus Zuffenhausen schätzt. Die aber auch ihren Preis hat. Und der ist hoch: Die Preisliste startet bei 145871 Euro, das Cabrio ist ab 157 057 Euro zu haben.

osw.

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