Ich möchte’ so gern ein Mini sein: Der Opel Adam

BMW und Fiat haben es vorgemacht: Mit dem Mini und dem 500er beweisen beide Hersteller, wie man mit kleinen Autos großen Ruhm erlangen und viel Geld verdienen kann. Diesem Beispiel eifert jetzt auch Opel nach.

Wenn im Januar der neue Adam in den Handel kommt, wird der lange Zeit als „Junior“ gehandelte Kleinwagen deshalb kein billiges aber dafür biederes Einstiegsmodell. Sondern mit pfiffigen Formen, peppigen Farben und jeder Menge Ausstattung brezelt Opel den Dreitürer zum Lifestyle-Flitzer auf. Den früher mal auf unter 10.000 Euro geschätzten Grundpreis kann man damit allerdings glatt vergessen. Nur wenige hundert Euro werden den Adam vom großen Bruder Corsa trennen, so dass man wohl erst mit knapp 12.000 Euro dabei ist. Dafür gibt es dann aber einen Charakterdarsteller mit viel Charisma. Denn der Adam wird nicht nur bunt und gerne auch mal zweifarbig lackiert. Sondern schon der Corpus ist schnittig gezeichnet. Mit der stark gewölbten Motorhaube, den großen Scheinwerfern und dem weit nach unten gerückten Kühler hat das Auto einen charmantes Gesicht, auf den Flanken sorgen gegenläufige Sicken für Schwung, und das Heck ist kurz und knackig. Ein besonderer Clou sind die C-Säulen, die ähnlich wie sonst nur bei den DS-Modellen von Citroen durchbrochen und deshalb besonders leicht wirken. Lifestyle innen und außen Innen setzt Opel die Charme-Initiative fort. Kunden, die noch Namen wie Kadett oder Ascona kennen, werden sich zwar die Zunge brechen. Aber wenn die Liftestyle-Jugend den Adam bestellt, dann ordert sie ihn als bunten „Jam“, als eleganten „Glam“ oder als sportlichen „Slam“ mit ebenso vielfältigen wie vornehmen Dekorelementen bis hin zum LED-Sternenhimmel am Dach. So farbenfroh treibt es kein anderer Kleinwagen, versprechen die Hessen. Und so modern auch nicht. Denn Opel ist stolz darauf, dass die Ausstattungsliste zahlreiche Premieren für die Klasse der Kleinwagen bietet: So kann man den Adam auf Wunsch auch mit beheiztem Lenkrad oder Einparkautomatik bestellen, und natürlich gibt es ein Infotainment-System, das über die Kopplung mit verschiedenen Smartphones auch ins Internet kann.

Er ist trendig, aber nicht sonderlich praktisch. Denn mit knapp 3,70 Metern bleibt der Adam zwei Handbreit unter dem Corsa und fährt in einer Liga mit dem VW Up, dem Fiat 500 oder dem Mini. Kein Wunder also, dass Opel gar nicht erst den Versuch macht, ihn als vollwertiges Familienauto zu positionieren und sich deshalb auf vier Sitze beschränkt. Die böten allerdings bei einem Radstand von 2,31 Metern ein „großzügiges Raumgefühl“. So pfiffig das Design und so modern die Ausstattung, so konventionell ist der Antrieb des Adam. Zum Start jedenfalls gibt es drei bekannte Benziner mit 1,2 oder 1,4 Litern Hubraum und 70, 87 oder 100 PS, die alle mit fünf Gängen auskommen müssen und nur gegen Aufpreis auch eine Start-Stopp-Funktion bekommen. Allerdings ist die Zukunft auch unter der Haube schon greifbar. Als eines der ersten Opel-Modelle soll der Benjamin aus Rüsselsheim demnächst die neuen Downsizing-Motoren mit Turbo und Direkteinspritzung bekommen. Und falls die Elektromobilität irgendwann mal in Fahrt kommt, wird es auch eine Version mit Strom statt Sprit geben.

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