Mini Paceman - Der kleine Wirbelwind für den Boulevard der Eitelkeiten

Auf dem Laufsteg der Eitelkeiten wird es wieder etwas voller. Denn als Antwort auf Range Rover Evoque und Nissan Juke bringt BMW jetzt den Mini Paceman auf den Weg.

Gezeichnet nach dem Vorbild des überdurchschnittlich erfolgreichen X6 und technisch abgeleitet vom Coun¬tryman kommt er zu Preisen ab 23.800 Euro im März in den Handel und ist damit rund 1.200 Euro teurer als der entsprechende Countryman. Intern schon als „X6 für Arme“ geführt, haben die Bayern den Zweitürer mit kleinen, aber wirkungsvollen Tricks fürs große Schaulaufen gerüstet: Die Gürtel¬linie steigt nach hinten leicht an, das Dach fällt sanft ab, und die Heckscheibe neigt sich stark in Fahrtrichtung. So entsteht eine kesse Kehrseite, die den Vergleich mit dem Evoque nicht scheuen muss. Das gilt allerdings leider auch für den Blick zurück, der hier wie dort nur durch eine kleine Schießscharte möglich ist. Und ob Mini wirklich in riesigen Lettern den Modellnamen aufs Heck pappen musste, darf man getrost hinterfragen. Andererseits gibt es mit den jetzt sieben Modellen mittlerweile so viele Varianten, dass man sie vielleicht ohne den Schriftzug kaum mehr auseinanderhalten kann. Obwohl nur noch ein Zweitürer, sitzt man in dem Wagen übrigens trotzdem besser, als im konventionellen Mini. Schließlich bleibt es bei unveränderten 2,60 Metern Radstand, bei nahezu identischen 4,11 Metern Länge, der für den bequemen Einstieg leicht erhöhten Bodenfreiheit und bei den beiden Einzelsitzen, die vom pfiffigen Stausystem Center-Rail getrennt werden. Nur kann man die Rücksitze anders als im Countryman nicht mehr verschieben. Durch diesen Trick kommen die Sesselchen etwas näher an den Boden und die ohnehin schon eingeschränkte Kopffreiheit schrumpft nicht noch weiter.

Auch der Kofferraum büßt nur 20 Liter ein und fasst jetzt 330 Liter. Legt man die Rücksitze um, gehen 1.080 Liter hinter die große Klappe. Die Technik wird dem Anspruch vom kleinen Bruder des X6 durchaus gerecht. Denn wie der Coun¬tryman bietet der Zweitürer den Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung, die erhöhte Bodenfreiheit sowie die bulligen Stoßfänger und Schutzleisten. Und wenn die Ingenieure die ersten Kilometer nicht täuschen, dann ist auch das Fahrwerk nicht nur zwei Zentimeter tiefergelegt, sondern etwas straffer abgestimmt. So wird der Paceman zum kleinen Wirbelwind, der munter um die Ecken schnürt, flott beschleunigt und die Landstraße zur Lustmeile macht. Nicht, dass der Countryman träge wäre oder der Paceman deutlich weniger auf die Waage brächte. Aber zumindest im Bauch fühlt sich der Zweitürer kleiner, handlicher und entsprechend

dynamischer an. Unter der Haube lässt die BMW-Tochter die Muskeln spielen: Damit der Spaß nicht auf der Strecke bleibt, werden die schwächeren Motorvarianten kurzerhand gestrichen. Zumindest fürs erste geht es deshalb los mit dem 122 PS starken Cooper und dem Mini D mit 112 PS. Darüber rangiert der Cooper D mit 143 PS und bis im Sommer nächsten Jahres der Cooper Works mit 218 PS kommt, markiert der Cooper S die Spitze: Er hat 184 PS und bringt das Coupé mit 280 Nm so flott in Fahrt, dass der Paceman tatsächlich die Pace macht: Von null auf 100 kommt er in 7,5 Sekunden und Schluss ist erst bei 217 Stundenkilometern. Mit dem Paceman ist die Fan¬tasie der Briten zwar noch nicht ausgereizt, und zwei, drei weitere Varianten ihres Bestsellers hat die BMW-Tochter noch auf dem Zettel. Doch jetzt gibt es bei der Familienplanung für alle eine Verschnaufpause.

Denn damit Mini weiter wachsen kann, muss erst einmal die Basis gestärkt werden. Deshalb kommt Ende 2013 ein nagelneues Grundmodell.

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