Trendsetter mit Eigensinn

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Der Mini Countryman ist der erste Viertürer unter BMW-Ägide.

Noblen Kleinwagen gebührt die Gunst der Stunde. Die Schlagzahl bestimmt unter anderem Mini, mit sicherem Trend-Gespür stellt die britische BMW-Tochter eine Baureihe nach der anderen aufs Gleis.

Der seit kurzem erhältliche Countryman ist nicht nur das vierte Modell der Engländer, sondern auch Minis erster Viertürer mit großer Heckklappe und optionalem Allradantrieb, All4 genannt. Und um das Kleeblatt komplett zu machen: In der Länge überschreitet Mini erstmals die Vier-Meter-Marke.

Mini Countryman

Mini Countryman

Streng betrachtet taugt eine Bodenfreiheit von etwas über 15 Zentimeter nur bedingt für den Geländeeinsatz. Und so wird auch dieser Allrad-Verschnitt, den es übrigens auch mit reinem Frontantrieb gibt, seine Domäne in der Stadt finden. Seine erhöhte Antriebskompetenz mit stufenloser Verteilung des Drehmoments zwischen Vorder- und Hinterachse benötigt er allenfalls für naturnahe Hobbys.

Mini Countryman D ALL4

HUbraum: 1598 ccm

Leistung 82 kW/112 PS

0-100 km/h: 10,9 s

Spitze: 185 km/h

Verbrauch: 4,4 l/100 km

CO2-Emission: 115 g/km

Preis: ab 25.900 Euro

Dabei spielt der Countryman mit seinem agilen, eher komfortabel als sportlich abgestimmten Fahrwerk gerade beim Ausflug über Landstraßen seine Stärken aus. Munter lässt er sich beispielsweise über Berge und Täler der Rhön bewegen, bleibt sauber und zielsicher in der Spur, auf der Autobahn gelassen und gefällt dabei mit einem elastischen und ausreichend durchzugsstarken Dieselmotor, bei dem nur das raue Klangbild stört. Trotz Start-Stopp-Automatik und Gehorsam gegenüber den Empfehlungen der Schaltanzeige für das manuelle Sechsgang-Getriebe genehmigte sich der bayerische Brite im Testmittel 6,8 Liter Diesel.

Angesichts großer Glasflächen und einer relativ steil stehenden Frontscheibe behält man im lichten Innenraum von leicht erhöhter Warte den Überblick. Zumal der Ausblick auf eine schöne Umgebung der zerklüfteten Kunststofflandschaft des Armaturenbretts oder den wenig Premium-like wirkenden Türverkleidungen jederzeit vorzuziehen ist.

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Ergonomisch wahrt Mini seine Eigenheiten: Das große Rundinstrument in der Mitte des Armaturenbretts lenkt nach wie vor vom Verkehrsgeschehen ab. Die Anordnung der filigranen Kippschalter in der Mittelkonsole war schon immer unübersichtlich – jetzt sind noch zwei weitere Hebel für die hinteren Fensterheber dazugekommen. Beispielhaft ist hingegen die Anbindung von Smartphone und Musikdatenbank, ebenso die Bedienung des Navigationssystems.

Mini Countryman

Überraschend viel Platz bietet der Countryman Mitreisenden in zweiter Reihe. Auf dem Mittelplatz mangelt es jedoch an Sitzkomfort und Ellenbogenfreiheit, ebenso sind die Türausschnitte vorn und hinten recht klein geraten. Der Kofferraum fasst normalerweise 350 Liter, kann aber per umlegbarer Rückbank, die im Verhältnis 40:20:40 geteilt ist, auf 1 170 Liter erweitert werden. Dazu ist allerdings ein Ausbau der Kopfstützen notwendig.

Grundsätzlich hat der Mini unter anderem sechs Airbags, ESP, Reifenanzeige, Fensterheber vorn, Klimaanlage, CD-Radio und die „Center Rail“ genannte variable Ablageschiene auf dem Mitteltunnel an Bord. Andernorts gibt’s sicher mehr fürs Geld – aber deutlich weniger Aufmerksamkeitswert.

Von Carsten Müller

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