Dynamik und Komfort

Sporttourer mit 173 PS: KTM 1290 Super Duke GT

+
Die KTM 1290 Super Duke GT ist nichts für Anfänger. 

Im Konzert der großen und potenten Sportler spielt KTM schon seit geraumer Zeit mit der 1290 Super Duke lautstark mit. Nun ist von diesem Edel-Instrument auch eine Version für die flotte Tour erhältlich.

Der Blick fällt erst einmal aufs Kombiinstrument, das mit elf Einstellungen samt Wahlmöglichkeiten aufwartet. 20 Seiten Bedienungsanleitung müssen studiert werden, um alle Funktionen zu erfassen. 

Das kantige Äußere ist Geschmacksache, ihre Funktion als Wind- und Wetterschutz erfüllt das Plastikkleid jedoch fraglos. Keine Diskussion gibt es über das Triebwerk: Der Zweizylinder mit 1301 ccm Hubraum und einer Leistung von 173 PS, der so überarbeitet wurde, dass er die Euro-4-Norm erfüllt, verdeutlicht das Prinzip des Explosionsmotors nachhaltig. 

Die KTM 1290 Super Duke GT ist nichts für Anfänger

Es sind Urgewalten, die da losgelassen werden, wenn man den Gasgriff aufdreht. Das ist auch dem Hersteller bewusst. Im KTM-Prospekt wird die Leistungsabgabe als „bestialisch anmutende Performance“ bezeichnet. 

Wir bestätigen: Die GT ist nichts für Anfänger, weil sie so brachial abgeht. Die Spucke bleibt einem weg, wenn man auf freier Strecke mal die Gänge hochjubelt oder die Beschleunigungsspur der Autobahn ihrem Zweck entsprechend nutzt. Das muss man schon ein paarmal spüren, um den Charakter dieses Bikes zu erfahren. Dann ist aber auch gut und „der radikalste Sporttourer der Welt“, wie ihn KTM bezeichnet, darf auch Mal mit geringerer Drehzahl und weniger Hektik den Asphalt unter die Reifen nehmen. Denn das kann die Super Duke GT ebenfalls bestens. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl: Rain, Street und Sport, zudem gibt’s elektronische Unterstützung in Form von schräglagenabhängiger Traktionskontrolle und Kombi-ABS. Der Fahrer bleibt aber durchaus gefordert.

Die KTM lenkt willig ein und akzeptiert notfalls auch Korrekturen ohne Murren.

Kurve auf Kurve

Dank serienmäßigem Schaltautomat ist mehr Konzentration aufs Kurvenräubern möglich. Und so zirkelt man die 1290er mit Freuden um jede Krümmung und merkt nicht, dass da stattliche 231 Kilogramm plus Fahrer bewegt werden. Souverän peilt man seine gewünschte Linie an, die KTM lenkt willig ein und akzeptiert notfalls auch Korrekturen ohne Murren, und beim Verzögern packen die Bremsen satt und gut dosierbar zu. Das könnte ewig so weitergehen. Kurve auf Kurve, Gerade auf Gerade – im Sattel der Super Duke GT mag man Kilometer um Kilometer fressen. Wenn da nicht dieser Durst wäre. 

Selbst mit sanfter Gashand war der Verbrauch kaum unter sechs Liter auf 100 Kilometer zu bringen, im Schnitt waren es dann 6,6 Liter. Der 23-Liter-Tank war somit meist schneller leer als gewünscht. Sehen wir es positiv: Die Pausen an der Tanke dienten der Vorfreude auf die nächsten Kilometer. Noch ein bisserl Kritik: Die Spiegel vibrieren etwas zu heftig, die Schalter für Blinker und Bedienelemente sind zu klein und für die Pflege der Antriebskette wird ein Hauptständer schmerzlich vermisst. 

Mit der 1290 Super Duke GT wird das Angebot bei den Sporttourern also deutlich besser, die Mitbewerber müssen sich warm anziehen. Da wird auch der happige Preis von 17.995 Euro nichts ändern. Immerhin sind darin unter anderem Tempomat, manuell verstellbares Windschild, LED-Kurvenlicht und Heizgriffe enthalten. 

Die Kombiinstrumente bei der KTM 1290 Super Duke GT.

Volker Pfau

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare