Elektroauto-Fahrbericht

Sympathischer Stromer: Unterwegs mit dem vollelektrischen Kia e-Niro

Kia e-Niro
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Der Kia e-Niro legt mit einer Ladung - je nach Fahrweise - bis zu 400 Kilometer zurück.

Kia bringt ein überarbeitetes Modell des e-Niro auf den Markt. Wie sich das Elektroauto im Alltag auf der Straße anstellt und welche Preisvorteile Käufer haben, verraten wir in diesem Artikel.

  • Stromfresser, Reichweitenbetrüger, Kriechstromer: Viel Häme begleiteten die ersten vollelektrischen Autos.
  • Zusätzlich sorgten weitere Appetithemmer wie lange Ladezeiten oder unzureichende Stromzapfstellen für dosierten Absatz.
  • Wie der Kia e-Niro, ein vollelektrischer Crossover, den Alltag meistert und dabei möglicherweise mit Klischees aufräumt, zeigt der Test des überarbeiteten Koreaners.

Die Kosten-Vorteile beim Kia e-Niro

Beginnen wir zunächst mit der Anschaffung prinzipiell teurer Elektroautos, die sich jetzt durch großzügige Kaufprämien* dramatisch verbilligt haben. Konkret: Der Kia e-Niro kostet in der stärkeren 64 kWh-Version (204 PS) mit schier grenzenloser Vollausstattung samt Lederpaket 45.688 Euro. Davon lassen sich knapp 10.000 Euro an Zuschüssen abziehen. Die Anschaffung begleiten weitere Vorteile, wie steuerfreier Unterhalt, günstige Wartung und kostenloses Parken. 

Kia e-Niro: Fahrerlebnisse in der Stadt und über Land

Rein äußerlich wirkt der Kia e-Niro nicht wie ein Elektroauto.

Nur 4,38 Meter lang und bequem für vier Erwachsene bestuhlt, ist der e-Niro dank überschaubarem Format umgänglicher Alltagspartner. So wuselt er flink durch die Stadt, findet immer eine Parklücke und braucht keine Sperrzonen zu fürchten. Leichtgängige Lenkung, guter Wendekreis und Rückfahrkamera erleichtern zusätzlich den Umgang mit dem Koreaner. Der legt, sofern gewollt, mit mächtigem Drehmoment (400 Nm) an der Ampel furios los und lässt so manchen PS-Poser alt aussehen.

Über Land und im Fernverkehr fördern ausgewogene Fahreigenschaften die Freude am Fahren. Der e-Niro leistet sich keine gravierenden Schwächen. Er fährt nahezu geräuschlos. Dadurch erreicht man spürbar entspannt selbst ferne Ziele. Das mag auch an der besonnenen Fahrweise liegen. Will man sich nämlich realistischen Reichweiten von etwa 350 bis 400 Kilometern annähern, sollten etwa 120 km/h auf Autobahnen das Limit sein. Übrigens: Maximal 167 km/h lässt der Niro zu, dann wird der Stecker gezogen. 

So spart man Energie

Nach dem Motto Weile statt Eile nutzen Stromsparer den City-Modus und die schlaue Energie-Rückgewinnung. Dabei hilft das sogenannte One-Pedal-Driving. Gebremst wird nämlich nicht mit dem Bremspedal, sondern durch leichten Druck auf die linke Wippe (Paddle) am Lenkrad. So steuert man die Verzögerung und lädt mit Bremsenergie die Batterie. Was sich im Praxistest zunächst als Spielerei darstellt, ermuntert dann zum Stromsparen und damit zur Verbesserung der Reichweite. Mit voller Ladung sind dann auch mal rund 500 Kilometer drin. Unter dem Strich ergibt sich ein Testverbrauch von 18 kWh auf 100 Kilometer, was etwa knapp sechs Euro entspricht.  

Passend zum Thema: Welche Begriffe Sie als E-Auto-Fahrer unbedingt kennen sollten.

Das Nachladen

Wie alle Elektro-Fraktionskollegen wünscht sich auch der e-Niro mehr öffentliche Lademöglichkeiten sowie ein einheitliches Bedien- und Bezahlsystem. Wohl dem, der eine wenig frequentierte Schnelllade-Tankstelle kennt, eine Wallbox in der Garage hat oder in der Firma zapfen kann. Immerhin müssen die Tankstellen hierzulande künftig Ladesäulen aufstellen*. Es reicht aber auch eine normale Steckdose. Dort dauert es allerdings eine lange Nacht, bis die Batterie wenigstens halbwegs satt ist.

Gute Gründe für den Kia e-Niro

Mit dem Kia e-Niro ist unsere Sympathie zu Elektroautos zweifellos gestiegen. Das liegt am Preis, der qualitativ überzeugenden Ausstattung, den vielen elektronischen Helferlein für Sicherheit und Komfort, guter Konnektivität und letztlich an der siebenjährigen Garantie. (Manfred Gleissner) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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