Jaguars Kombi:Herrschaftlich!

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Katze mit Herz für Hunde: Im Laderaum des Jaguars findet sich auch genug Platz für die Meute

Mit dem Jaguar XF Sportbrake wildern die Briten im Revier von Audi Avant und BMW Touring. Ein Fahrbericht:

Zum Sprung geduckt ist sie bereits, aber ob die Jagd erfolgreich sein wird? Die britische Edelmarke Jaguar, powered vom indischen Großkonzern Tata, will wildern gehen. Platzhirsche erlegen, wie den Audi A 6 Avant oder den BMW 5er Touring. Wir haben den neuen Jäger, der auf den Namen XF Sportbrake getauft wurde, schon getestet.

Nobelkulisse für den Luxuskombi: Autor Rudolf Bögel testet den neuen Jaguar in Schottland

Dass die Engländer hoch hinaus wollen mit ihrem Kombi, sieht man schon am Präsentationsort: Die International climbing Arena im schottischen Edinburgh ist die größte Indoor-Kletteranlage der Welt, mit einer Wandhöhe von bis zu 25 Metern. Hier stehen sie, die ersten Jaguar-Kombis seit vier Jahren. Mit 4,97 Meter ist der Sportbrake nur minimal (0,5 Zentimeter) länger als die Limousine. Seine Designlinie ist elegant-gefällig gleichzeitig emotional-sportlich. Vor allem dadurch, dass der Metallkörper im Vergleich zu den Fensterflächen in der Proportion überbetont wird – das verleiht dem Jaguar seitlich einen bulligen und sportlichen Charakter. Chrom gibt es mancherorts im Übermaß, barock und ein wenig auftragend. Das trifft vor allem auf die breite Leiste zu, welche die Rücklichter verbindet.

Das leicht unterkühlte Design außen findet innen eine coole Fortsetzung: z.B. die an die rotierenden Kennzeichen im James-Bond-Auto erinnernden Lüftungsschlitze im Fond, die sich erst nach dem Start aufrollen. Oder der rot wie ein Herz blinkende Start-Stopp-Knopf, der den Motor zum Schnurren bringt.

Großer Kofferraum: Bequem zu beladen, dank der fehlenden Wulst an der Ladekante

Motoren gibt es im Sportbrake zunächst in zwei Ausführungen: Zum einen den 2,2-Liter-Diesel mit 200 PS (Grundpreis 48.550 Euro). Mit einem Drehmoment von 450 Nm liefert er ordentliche Fahrleistungen ab (null auf 100 in 8,8 Sekunden) und soll dafür nur 5,1 Liter auf 100 Kilometer brauchen. Ist nicht ganz realistisch, wie die ersten 150 Meilen Testfahrt zeigen, aber mit 6,5 Litern könnte es klappen. Das zweite Aggregat ist ein V6-Diesel mit 240 respektive 275 PS in der S-Version. Schnurrt der Kleine noch gemütlich, faucht der 3-Liter-Diesel wie eine erwachsene Raubkatze. Mit 6,2 Sekunden von null auf 100 und einem Drehmoment von 600 Nm ist die S-Version (8000 Euro Aufpreis) standesgemäß unterwegs. Der Testverbrauch bei flotter Überlandfahrt lag bei knapp 8 Litern auf 100 Kilometer. Und auch über das Fahrverhalten mit dem adaptiven Fahrwerk gibt es nichts zu meckern. Hier ist der Architekt, der zur Zielgruppe des XF gehört, flott und stilvoll zur nächsten Baustelle unterwegs und kommt sicher nicht zu spät.

Das Ladevolumen ist mit 550 Litern (umgeklappt 1635) sehr brauchbar. Mit einer Ladekantenhöhe von 65 Zentimetern und dem Verzicht auf eine Wulst an der Kante, haben die Engländer Praktisches geleistet. Auch die Expressöffnungsschlingen, welche die geteilte Rückbank im Handumdrehen umlegen, verdienen Erwähnung, ebenso das flexible Ladesystem.

Nicht gefallen hat uns der umständliche Bordcomputer. Wie kann man die nervende Stimme des Navi leiser stellen? Gibt es keine moderne Kartenanimation? Wo ist der Knopf, um zum Radio zu kommen, ohne Untermenüs aufrufen zu müssen?

Fazit

Dass der Jaguar XF Sportbrake ein gutes und sauber verarbeitetes Auto ist und auf seinem Raubzug im Kombi-Segment Beute machen wird, ist keine Frage. Ob die Jagdgründe jedoch bis zu BMW und Audi reichen? Abwarten und ein Tässchen guten englischen Tee trinken.

RDF

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