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Flugzeug von Friedrich Merz: So schnell ist es, so viel kostet und verbraucht es

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Von: Marcus Efler

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CDU-Chef Friedrich Merz reist gerne per Propeller durch die Lüfte. Hier sind die Fakten zu „Foxtrot Mike“, dem Flugzeug des Oppositionsführers.

Bei der Hochzeit von Bundesfinanzministers Christian Lindner (43, FDP) war es mal wieder der ganz große Auftritt: CDU-Chef Friedrich Merz (66) schwebte nebst Gattin mit dem eigenen Flugzeug auf dem Sylter Flugplatz ein, das er auch selbst pilotierte. Damit toppte er locker die Anreise der Braut Franca Lehfeldt per Porsche 911 Targa. Doch um was für eine Maschine handelt es sich da eigentlich, und ist die Einzel-Anreise aus der Luft wirklich so unangebracht und ökologisch bedenklich, wie Kritiker Merz nun vorwerfen?

Flugzeug von Friedrich Merz: So schnell ist es, so viel kostet und verbraucht es

Das Flugzeug ist eine Diamond DA62 aus österreichischer Produktion, mit guter Ausstattung kostet sie etwa eine Million Euro. Ihre Kennung D-IAFM ist quasi ein Wunsch-Kennzeichen: Die beim Flugfunk mit dem Tower genutzten beiden letzten Buchstaben entsprechen den Initialen des Politikers – aber auch er darf sich dann nicht als „Friedrich Merz“ melden, sondern ist gemäß dem Nato-Alphabet als „Foxtrot Mike“ unterwegs.

Während die Bevölkerung zum Energiesparen aufgerufen wird, fliegt Friedrich Merz (CDU) im Privatflieger zu Lindners Hochzeit.
Friedrich Merz (CDU) reiste im Privatflieger zu Lindners Hochzeit. © Axel Heimken/dpa

Größter Unterschied zu üblichen selbst gesteuerten Privatfliegern: Die Diamond hat statt einem zwei Propeller (ist also kein „Jet“, wie teilweise kolportiert wird), die von Kolbenmotoren angetrieben werden, die Diesel verbrennen. Und zwar ungefähr 50 Liter in einer Stunde – bei der vom Hersteller angegebenen Reisegeschwindigkeit von 317 km/h und 75 Prozent der Motorleistung.

Flugzeug von Friedrich Merz: 16 Liter auf 100 Kilometer

Das ergibt einen Verbrauch von etwa 16 Litern auf 100 Kilometer. Dafür ist Merz in der Luft deutlich schneller unterwegs als das frisch vermählte Porsche-Fanpaar Lindner/Lehfeldt auf der Straße. Da er mit konstantem Tempo eine fast direkte Route fliegen kann, und beispielsweise auf der Route von Berlin nach Sylt gegenüber einem Pkw etliche Kilometer einspart, gelangt er insgesamt wahrscheinlich sogar sparsamer ans Ziel – auch gegenüber der Fahrt in einem Regierungs-Dienstwagen, wie er selbst behauptet.

Darüber hinaus bietet die Merz-Maschine bis zu sieben Insassen Platz, die bis zu 2.376 Kilometern non-stop fliegen können, also etwa von Berlin nach Lissabon. Die beiden Motoren mit insgesamt 360 PS ermöglichen einen sichereren Flug als mit nur einem Propeller, etwa beim Überqueren von Wasserflächen – was bei den paar Kilometern, die Sylt vom Festland entfernt ist, keine Rolle spielte.

Flugzeug von Friedrich Merz: Spezielle Lizenz benötigt

Allerdings benötigt Friedrich Merz dafür, zusätzlich zur Privat-Piloten-Lizenz (PPL), noch ein spezielles sogenanntes MEP Rating („Multi Engine Piston“). Man kann also davon ausgehen, dass der ehemalige Blackrock-Manager einiges an Geld und Zeit in seine Flugausbildung investiert hat. (me)

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