Computersystem soll Staus vor Baustellen verringern

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Weniger Staus durch Baustellen - dafür soll ein neues Computersystem sorgen.

Frankfurt/Main - Weniger Autobahnstaus durch Baustellen - dieses Ziel hat sich die hessische Landesregierung gesetzt. Helfen soll dabei ein neues Computersystem, das jetzt offiziell in Betrieb ist.

Jeder geplanten Baustelle wird damit ein exaktes Zeitfenster zugewiesen, in dem die Arbeiten stattfinden. Nach Angaben des Ministeriums ist das Programm eine Neuheit in Deutschland.

“Ob rund um die Uhr, tagsüber oder doch besser nur nachts - das Slot-Management bewertet die Baustellen vorab und übt so Einfluss auf den Zeitpunkt der auszuführenden Arbeiten aus“, sagte der hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP). In einem Online-Formular werden die Bauarbeiten eingetragen, der Rechner gibt dann die Zeit aus, in der gearbeitet werden darf. “Die Baustelle wird damit online geplant und gebucht - etwa vergleichbar mit einem Flug“, sagte der Minister.

Vor allem Tagesbaustellen, die für unerwartete Staus sorgen, sollen so auf Zeiten gelegt werden, in denen die jeweilige Strecke weniger befahren wird. “Wir wollen freie Kapazitäten nutzen, um den Verkehr in Hessen so flüssig wie möglich zu halten“, sagte Posch. Baustellen, auf denen über Wochen oder Monate gearbeitet wird, werden nicht über das System abgewickelt.

Gespeist wird das Computerprogramm mit aktuellen Daten über den Verkehrsfluss sowie Erfahrungswerten. So hat etwa das Amt für Straßen- und Verkehrswesen nach eigenen Angaben festgestellt, dass auf manchen Autobahnen gerade während der Ferienzeit vergleichsweise wenig Betrieb herrscht, weil sie hauptsächlich von Pendlern genutzt werden. Solche Beobachtungen fließen in die Online-Berechnung ein.

Das 460 000 Euro teure Projekt ist Teil der Kampagne “Staufreies Hessen 2015“. Mit ihr sind nach Darstellung von Projektleiter Gerd Riegelhuth die Stauzeiten auf hessischen Autobahnen in den vergangenen zehn Jahren um 80 Prozent gesenkt worden. Momentan gibt es auf den Autobahnen im Land 27 feste und rund 30 Tagesbaustellen.

dpa

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