Ein Herz für Hinterbänkler

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Auf großem Fuß: Mit dem Gran Turismo beschreitet der bayerische Autohersteller neue Wege.

BMW schlägt den Weg zu einem neuen Design ein: Sportlicher, eleganter und geradliniger als bisher. In der kreativen Aufbruchsstimmung wirkt der Gran Turismo der 5er-Reihe...

BMW 5er Gran Tourismo

Leistung: 306 PS/225 kW)

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

Verbrauch: 8,9 Liter

Co2: 209 g/km

Preis: ab 55 700 euro 

..., erst im Herbst vergangenen Jahres erschienen, wie ein Nachhall vergangener Zeiten. Zumindest schlägt der Luxusdampfer mehr oder minder freiwillig eine formale Brücke zwischen der taufrischen 5er-Reihe, die endlich wieder den sportlichen Charakter der BMW-Reihe betont, und ihrem behäbig wirkenden Vorgänger. Vorn wirkt der Gran Turismo dynamisch, hinten eher pummelig. Möglicherweise schätzt man aber andernorts diesen wuchtigen Stil.

Wirkt hinten etwas pummelig, dafür haben 440 Liter im Kofferraum Platz.

Natürlich verbirgt sich auch hinter der rückwärtigen Blechwulst ambitionierte Ingenieurskunst, die sich hier eines Verwandlungstricks bedient. Die Heckklappe ist zweigeteilt und bietet dadurch doppelten Nutzen. Falls einmal sperrige Gegenstände zu transportieren sind, lässt sich die Klappe komplett öffnen und erlaubt so einen bequemen Zugang zum mindestens 440 Liter großen Gepäckabteil. Falls nur mal schnell eine Einkaufstüte unterzubringen ist, verschwindet diese in einer separaten kleinen Öffnung unterhalb des Heckfensters.

Der Bayer hat ein Herz für Hinterbänkler

Variabilität wird auch sonst groß geschrieben. Die zwei elektrisch verstellbaren Komfortsitze im Fond, serienmäßig sind drei Einzelsitze an Bord, können um zehn Zentimeter in Längsrichtung verschoben, ihre neigungsverstellbaren Lehnen einzeln umgelegt werden. So sind je nach Konfiguration bis zu 1 700 Liter Ladevolumen möglich. Schon fast ein wenig anrüchig für solch ein edles Gefährt ... Überhaupt hat der Bayer ein Herz für Hinterbänkler. Das beginnt schon beim Zustieg, den weit öffnende, große Türen erleichtern. Und endet noch lange nicht bei der opulenten Beinfreiheit, die höchstens Topmanagern und gekrönten Häuptern zusteht. Die Coupé-artige Dachlinie schränkt allerdings die Kopffreiheit groß gewachsener Menschen ein. Auch leidet die Sicht nach hinten. Eine Rückfahrkamera sollte man daher als Extra in Betracht ziehen.

Mit Stil der Gran Turismo

Gewohnt gediegen das Interieur, seine edlen Materialien und deren perfekte Verarbeitung. Der Fahrerplatz bietet tadellose Ergonomie, inklusive dem mittlerweile über alle Zweifel erhabenen i-Drive-Bediensystem auf dem Mitteltunnel. Dass sich dieser fast zwei Tonnen schwere Wagen überraschend sportlich bewegen lässt, dafür sorgen nicht nur ein agiles Fahrwerk mit serienmäßiger Hinterachs-Luftfederung und die flink schaltende Acht-Gang-Automatik, sondern auch ein potenter Sechszylinder-Twinturbo, der bei Bedarf machtvoll nach vorn drängt, aber auch anders kann, nämlich kultiviert und sanft. Was er weniger gut beherrscht, ist sparen.

Ein Testverbrauch von 11,4 Liter Super steht zu Buche. Dafür bringt der Bayer viele Annehmlichkeiten mit: Airbags rundum, Schleuderschutz, elektronische Parkbremse. Reifenpannenanzeige, Zentralverriegelung, Nebelscheinwerfer, crashaktive Kopfstützen vorn, teilelektrische Sitzverstellung und adaptives Bremslicht gehören unter anderem zum Serienumfang, ebenso Klimaautomatik und Audiosystem.

Carsten Müller

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