Begrenzte Haltbarkeit

Wie lange halten eigentlich Autoteile - und was kostet der Austausch?

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Die Reparatur und der Austausch von Fahrzeugteilen treiben die Kosten fürs Auto in die Höhe.

Mit dem Kauf eines Fahrzeugs ist es mit den Investitionen längst nicht getan. Über die Jahre hinweg verschleißen viele Autoteile und sorgen für weitere Kosten. Ein Überblick.

Der Kauf eines Gebrauchtwagens ist stets eine Angelegenheit mit mehreren Fragen. Trotz Garantie und guter Beratung bleibt nämlich immer noch ein Restrisiko: Wie lange hält der Wagen? Wann sind teure Reparaturen notwendig? Was kostet der Spaß?

Autoverschleiß: So zögern Sie ihn hinaus

Die Zeitschrift AutoBild hat untersucht, welche wichtigen Fahrzeugteile wie lange halten und was ein Austausch kosten kann. Natürlich kann man tolle Schnäppchen machen, wenn man kein neues Auto kaufen will, und für wenig Geld mobil werden. Aber auch bei den Gebrauchten geht es inzwischen um ordentlich viel Geld: Laut der Online-Plattform AutoScout24 liegt der durchschnittliche Preis eines Wagens aus zweiter Hand bei stolzen 20.771 Euro – für diese Summe gibt es eine ganze Reihe von Neufahrzeugen. Wer also so viel Geld investiert, will nicht gleich wieder in die Werkstatt und Teile austauschen müssen.

Eine Möglichkeit, das Risiko für den eigenen Geldbeutel zu verringern, bietet eine entsprechende Gebrauchtwagenversicherung (die es aber auch nicht umsonst gibt). Wie lange was hält, kann niemand exakt vorhersagen. Wer aber die vorgeschriebenen Serviceintervalle einhält, Füllstände regelmäßig kontrolliert und den fahrbaren Untersatz pfleglich behandelt, tut schon sehr viel, um lange Freude am Gebrauchten zu haben.

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Anlasser

Zu häufiges Orgeln beim Start und zu viele Start-Stopp-Aktionen sorgen laut AutoBild für vorzeitigen Verschleiß. Normalerweise sollte der Anlasser etwa 160.000 Kilometer halten, der Austausch kostet ab etwa 300 Euro.

Lichtmaschine

Nach etwa 100.000 Kilometern ist sie verschlissen und lädt die Batterie nicht mehr richtig. Der Austausch kostet ab rund 250 Euro. Bei älteren Modellen können auch nur Regler oder die Kohlebürsten erneuert werden – ab rund 30 Euro.

Turbolader

Fremdkörper oder fehlende Schmierung sorgen für den Garaus, für einen Austausch müssen zwischen rund 1.000 und 3.000 Euro einkalkuliert werden. Darum unbedingt die vorgeschriebenen Ölwechselintervalle einhalten.

Motor/Zylinder

Mangelnde Schmierung, ein gerissener Zahnriemen oder mechanische Probleme können zum Exitus führen – und der wird oft teuer. Je nach Modell muss man mit einem hohen vierstelligen Betrag rechnen. Darum: Warnleuchten und untypische Geräusche nicht ignorieren, sondern dann sofort in die Werkstatt.

Getriebe

Fehlendes Öl oder thermische Überlastung sorgen dafür, dass sich die Gänge nicht mehr sauber einlegen lassen oder wieder herausspringen. Spätestens nach 150.000 Kilometern sollte man darum das Getriebeöl wechseln, sonst droht ein Austausch, der ab 4.000 Euro kosten kann.

Steuergerät

Das elektronische Hirn kann durch Eindringen von Öl oder Feuchtigkeit geschädigt werden, das führt zu Kurzschlüssen. Dann läuft der Motor unrund und die Kontrollleuchte signalisiert ein Problem. Für einen Austausch müssen mindestens 1.000 Euro kalkuliert werden, es gibt auch Fachbetriebe, die Steuergeräte ab rund 150 Euro reparieren.

Kupplung

Zu oft mit schleifender Kupplung gefahren, zu oft schlampig geschaltet – dann lassen sich die Gänge nicht mehr einlegen, es findet kein Kraftschluss statt und der Motor heult auf. Das kostet zwischen etwa 400 und 1.500 Euro. Besser mit Handbremse anfahren und während der Fahrt den Fuß vom Pedal nehmen, außer wenn man schaltet.

Wasserpumpe

Zu wenig Flüssigkeit im Kühler, Verunreinigungen oder Metallabrieb bereiten Probleme. Entweder macht die Pumpe seltsame Geräusche oder sie verliert Flüssigkeit. Dann ist ein Austausch notwendig, für den rund 500 Euro kalkuliert werden müssen. Sinnvoll ist, bei einem Zahnriementausch die Wasserpumpe gleich mit zu wechseln.

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Klimakompressor

Fehlt das Kältemittel oder gibt's Verunreinigungen, funktioniert die Klimaanlage nicht mehr richtig. Ab etwa 180.000 Kilometern muss man mit dem etwa 1.200 Euro teuren Austausch rechnen.

Stoßdämpfer

Zu oft zu viel geladen, viele Kilometer auf schlechten Wegen gefahren – das sorgt für Verschleiß und für zunehmend unruhiges Fahrverhalten. 80.000 Kilometer sollten die Dämpfer aber halten, dann muss man etwa 450 Euro in den Austausch investieren, der stets paarweise erfolgen sollte.

Bremsen

Wer zu oft und zu intensiv in die Eisen steigt (weil er gerne ein bisserl schnell unterwegs ist), hört spätestens nach 60.000 Kilometern Schleif- oder Kratzgeräusche sowie ein Quietschen. Ein Austausch kostet ab rund 300 Euro.

Zahnriemen

Der Wechsel ist nach Vorgabe des Herstellers ab etwa 50.000 Kilometer fällig, bei neueren Autos sind die Intervalle länger. Wer darauf verzichtet, riskiert einen Motorschaden. Für den Wechsel muss man mit Kosten ab rund 400 Euro rechnen.

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Volker Pfau

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