Audi A3 Sportsback

Mit dem Zweiten sieht man nicht nur angeblich besser, sondern man hat auch beim Fahren mehr Freude. Zumindest, wenn es um den Audi A3 geht. Denn als zweite Karosserievariante ihres kompakten Erfolgsmodells bringen die Bayern jetzt den Sportback auf den Weg.

Ab Mitte Februar lieferbar und bei voller Verfügbarkeit aller Motoren mindestens 22.500 Euro teuer, bietet er nicht nur zwei zusätzliche Türen für die Hinterbänkler. Sondern im Gegensatz zu vielen Konkurrenten hat Audi bei der Gelegenheit auch noch den Radstand und die Karosserie verlängert. Bis dato nur ein Auto für Singles und Pärchen mit gelegentlichen Mitfahrern, wird der A3 so zum noblen Freund der wohlhabenden Kleinfamilie. Es sind zwar nur 35 Millimeter zwischen den Achsen und 70 zwischen den Stoßstangen, und die 15 Liter mehr Kofferraum kann man getrost ignorieren, weil schon der Dreitürer mit seinen 365 Litern nicht schlecht ist.

Doch im Fond macht die kleine Streckkur tatsächlich einen großen Unterschied: Nicht nur die lästige Gymnastik beim Einsteigen hat jetzt ein Ende. Sondern man sitzt im Sportback hinten auch einfach deutlich besser: Mit mehr Freiraum für Knie und Kopf ist der Rücksitz keine Strafbank mehr und taugt endlich auch für Erwachsene. Dass man dafür bei Audi 900 Euro mehr bezahlt, ist vollkommen in Ordnung. Konzernmutter VW nimmt schließlich beim Golf für den Fünftürer den gleichen Aufpreis – und spart sich den zusätzlichen Radstand. Während die Hinterbänkler also ganz genau spüren, ob sie in einem normalen A3 oder einem Sportback sitzen, merkt der Fahrer keinen Unterschied. Denn wo gewöhnliche Kombis bisweilen ein wenig träger und nicht ganz so handlich sind, fährt der Sportback so dynamisch um die Kurven, wie es sein Name erwarten lässt. Mit längerem Radstand und breiter Spur als in der ersten Generation insgesamt deutlich ruhiger und gelassener, aber mit 90 Kilo weniger auf den Hüften und einer Charakterregelung auf Knopfdruck gerne auch mal etwas bissiger abgestimmt, schneidet er behände durch die Kurven und treibt mit jedem Kilometer Landstraße die Mundwinkel nach oben.

Doch sobald man sich ein wenig zurück nimmt, im Drive Select-Menü auf „Comfort“ wechselt und zum Beispiel auf die Autobahn einbiegt, wird der A3 zum gemütlichen Kilometerfresser mit beinahe blutdrucksenkender Wirkung. Zum Start gibt es den Fünftürer nur mit je drei Benzin- und zwei Dieselmotoren, die das schmale Band von 105 bis 180 PS abdecken. Damit schafft der schnellste Sportback 232 km/h und der sparsamste ist mit 3,8 Litern Diesel zufrieden. Doch Audi hat schon angekündigt, dass es munter weiter gehen wird. Zur Preiskorrektur gibt es noch einen bei der ersten Testfahrt gar nicht so lahmen Basis-Benziner mit 105 PS, für sparsame Sportler kommt ein Top-Diesel mit 184 PS und imposanten 380 Nm Drehmoment, für grüne Knauser wird es einen 110 PS starken Erdgas-Turbo geben, mit dem der CO2-Ausstoß unter 100 g/km sinkt.

Und natürlich hat Audi auch ein paar echte Muskel-Modelle in der Pipeline: Der S3 mit 300 PS ist bereits angekündigt und der RS3 mit einem über 350 PS starken Fünfzylinder-Turbo ist nur noch eine Frage der Zeit. Weil schon bislang zwei von drei Kunden einen Sportback gekauft haben, könnte Audi damit die Hände in den Schoß legen. Doch haben die Bayern mit dem A3 diesmal noch mehr vor. Deshalb wird es den Golf im feinen Zwirn nicht nur wie bislang auch wieder als Cabrio geben. Sondern zum ersten Mal bringen die Herren der Ringe auch eine kleine Limousine. Und als wäre das nicht nicht genug, steht obendrein ein A3 e-Tron mit Plug-In-Hybrid auf der Liste. Denn auch wenn man mit dem Zweiten besser fährt, kann ein bisschen Nachwuchs ja nicht schaden.

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