Special Guest in Haldern: Auftritt von "Giant Rooks" lange geheim gehalten

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Kadavar in Action.

Haldern - Es ist ein Weg, den viele Bands bereits gegangen sind: Erst ein Auftritt im Spiegelzelt, dann der Umzug auf die Hauptbühne. Vor der aus Hamm stammenden Independent-Hoffnung Giant Rooks machten dies etwa die mittlerweile in Stadionrock-Größe gewechselten Mumford & Sons und Gisbert zu Knyphausen vor.

Die Band um Sänger Frederik Rabe tourte schon mit "Von wegen Lisbeth" und "AnnenMayKantereit", beides ebenfalls Haldern-Veteranen, und hatte ihren ersten Auftritt beim Haldern Pop im Jahr 2017. 

Dieses Mal war der Headliner-Auftritt für den Auftakttag am Donnerstag lange geheim gehalten worden – Giant Rooks waren der Special Guest. Eigentlich sollten sie am Samstagabend spielen, doch bedingt durch Auftritte beim Ypsigrock auf Sizilien, in Kassel und am Wochenende zuvor u.a. beim Watt’n’Schlick-Festival machten das unmöglich.

Sie stehen exemplarisch dafür, dass es bereits zum Auftakt des kleinen und feinen Entdeckerfestivals am Niederrhein schon viele Schauwerte gab – und es ist voll bei ihren Auftritt vor der Bühne wie bei keinem anderen Künstler am Donnerstag.

Wie ein Irrwisch über die Bühne

Giant Rooks haben ihre musikalische Sozialisation auch durch das Haldern Pop erfahren. Die fünfköpfige Band bestehend aus Anfang-Zwanzigjährigen sah schon als Teenager regelmäßig Konzerte auf dem Reitplatz und im Spiegelzelt.

"Giant Rooks" beim Auftakt des Haldern Pop Festival 

Nun stehen sie selbst auf der Hauptbühne, beseelt und mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Sänger Frederik Rabe fegt wie ein Irrwisch von links nach rechts und trommelt dabei auch auf ein Mini-Schlagzeug ein. 

Es sind weniger die inhaltlichen Botschaften, die haften bleiben, als das große Gefühl des jungen, frischen Breitwandpops. Die reife und wandelbare Stimme von Rabe trägt die Songs, und Giant Rooks zeigen, dass sie die großen Bühnen mit ihrer Präsenz locker füllen. Sie spielen auch Songs, die noch keinen Namen haben, zeigen, dass Auftritte und das Touren heutzutage wichtiger sein können als Alben herauszubringen.

Faber als Ersatz für Dermot Kennedy

Als Ersatz für Dermot Kennedy ("Power Over Me"), der auf Grund stimmlicher Probleme auch in Haldern absagen musste, kam der Schweizer Faber ebenfalls zu seinem zweiten Haldern-Auftritt. 

„Wir waren gerade an der Ostsee, als Stefan (Reichmann, musikalischer Leiter des Haldern Pop, Anm. d. Red.) uns gefragt hat, ob wir in Haldern spielen möchten. Es ist uns eine Ehre“, sagte der junge Sänger, der sich mit „In Paris brennen Autos“ und der neuen Single „Das Boot ist voll“ eindeutig gegen Abschottung und Ressentiments gegenüber Fremden positioniert - mit Songs zwischen Chanson und Balkan Pop.

Erst Wacken, jetzt Haldern

Vor einer Woche noch beim Wacken, jetzt in Haldern auf der Hauptbühne: Kadavar aus Berlin zitieren mit ihrem Breitwand-Hardrock Uriah Heep und zeigen die musikalische Bandbreite des Festivals, für die auch der schottische Singer-Songwriter Gerry Cinnamon und die jungen Soulbrüder um Sänger Durant Jones und seine Begleitband Indications stehen.

Wie abwechslungsreich das Haldern Pop ist, zeigt, der späte Auftritt des Moka Efti-Orchesters, bekannt aus der preisgekrönten Fernseh-Serie „Babylon Berlin“ im Spiegelzelt. Anderthalb Stunden spielt die 13-köpfige Band ihre Lieder zwischen Ragtime, Jazz, Schlager. 

Das „Lied vom traurigen Sonntag“ und natürlich „Zu Asche, zu Staub“ von der so unnahbar wirkenden Schauspielerin Severiija Janusauskaite sorgen überdies für Gänsehautmomente. Das Orchester bedankt sich für den umarmenden Zuspruch des Publikums mit vielen Verbeugungen.

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