Neue CD: Esther Kaiser: Songs of Courage

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Esther Kaiser: Songs of Courage

Esther Kaiser: Songs of Courage (GLM/Soulfood). Bob Dylans Anklage der „Masters of War“ hat nichts an Aktualität verloren. So eröffnet der Titel in einer eigenwilligen Version Esther Kaisers Sammlung von „Mut-Songs“: Die Kriegstreiber mit den Guns, Death Planes und Big Bombs werden nun zu Klängen der arabischen Zither Kanun zur Rede gestellt.

Kaiser hat in ihre Band den syrischen Virtuosen Hasan Al Nour aufgenommen. Das Musizieren als gesellschaftliche Intervention setzt sie hier auch in Praxis um, integriert Flüchtlinge. Da schließt sich der Kreis: Sie selbst hat „Wanderer between the World“ geschrieben. Zu den Klängen der Kanun singt sie über Flüchtlinge, die auf ein Boot warten.

Was würde besser passen in diese unruhige Zeit als ein Album mit engagierten musikalischen Stellungnahmen? Ein Dutzend Lieder hat die Sängerin, die eine Professur an der Hochschule für Musik in Dresden innehat, ausgesucht. Die meisten gehören zum Bestand der populären Musik, werden hier aber im Klangraum zwischen Klassik, Weltmusik und Jazz entwickelt. Pete Seegers „Where Have All The Flowers Gone“ interpretiert sie als ätherische Ballade und löst das Lied von dem Erwartbaren. Sein „We Shall Overcome“ hingegen trägt sie wie ein Kunstlied vor, das Cello spielt ebenfalls ein Migrant, der Iraker Akram Younus Ramadhan Al-Siraj. „Revolution“ lässt sie abgeklärt swingen, mit deutlich weniger Aggression als einst die Beatles. Bei Michael Jacksons „Earth Song“ hingegen erspart sie dem Hörer die Theatralik des Originals und zeigt, dass Konzentration und Ruhe eindringlicher wirken. Auch John Farnhams „You‘re The Voice“ ist bei ihr auf die Botschaft konzentriert, ohne das Stadion-Rock-Spektakel. Magisch ist ihre schlichte Deutung des Brecht/Eisler-Songs „An den kleinen Radioapparat“.

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