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Symposium der Filmstadt München: Festivals fordern angemessene Räumlichkeiten

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Von: Mayls Majurani

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Wie schafft man Räume für mehr Filmkultur? Darüber sprachen Katharina Wolfrum (Kulturreferat, v.li.), Veronika Feistbauer (Popup-Sommerkino), Christian Pfeil (Kinos Monopol, Arena und Rio) sowie Journalistin Dunja Bialas.
Wie schafft man Räume für mehr Filmkultur? Darüber sprachen Katharina Wolfrum (Kulturreferat, v.li.), Veronika Feistbauer (Popup-Sommerkino), Christian Pfeil (Kinos Monopol, Arena und Rio) sowie Journalistin Dunja Bialas. © Mayls Majurani

Beim Symposium „Mehr Filmkultur für alle“ der Filmstadt München wurde ein zentrales Problem der Münchner Filmfestivals deutlich: Der Filmsaal im Interimgasteig ist kein Filmsaal.

Wer schon mal einen Film im Projektorraum des Interimgasteigs gesehen hat, kennt es: Man hört und sieht nicht nur den Film, sondern auch die Umgebung, etwa die dicht befahrene Straße draußen, oder das oft gefüllte HP8-Foyer mit Gästen der Isarphilharmonie. Ein echtes KinoErlebnis kommt da nicht auf – ein gewaltiges Problem, wie sich am Wochenende beim Symposium „Mehr Filmkultur für alle“ des Vereins Filmstadt München mehrmals bestätigte.

In der Landeshauptstadt fehlt es den meisten der insgesamt 19 Filmfesten, die unter dem Dach der Filmstadt organisiert sind, an alternativen Räumlichkeiten. Kinos zu mieten, ist für die meist ehrenamtlichen Festivalmacher finanziell oft nicht möglich. Verständlich, denn auf den Filmtheatern lastet ein enormer wirtschaftlicher Druck.

Staatliche Fördergelder: Für Filmtheater gibt es wenig oder gar nichts

Anders als Theater- oder Opernhäuser werden Kinos nämlich von der Politik eher als Wirtschaftsunternehmen denn als kulturelle Einrichtungen wahrgenommen und gar nicht oder kaum gefördert. Das bestätigten etwa bei einer der mehreren Diskussionrunden Christian Pfeil, Betreiber der Münchner Kinos Monopol, Arena und Rio, sowie die Journalistin und Filmkritikerin Dunja Bialas. „Mit mehr Fördergeld wäre ein diverseres Programm in den Kinos möglich“. sagte Bialas. „Da kann man auch mal einen Arthouse-Film zeigen, der eigentlich als Kassengift gilt.“ Aber so seien die Kinos gezwungen, genügend Einnahmen zu generieren.

Räume für Festivals: Ein Filmhaus für München?

Dabei wäre das Geld eigentlich da, wie Daniel Sponsel vom DOK.fest veranschaulichte: „Das Berliner Humboldt Forum mit den Benin-Statuen kostet 600 Millionen Euro. Die Hamburger Elbphilharmonie hat eine Milliarde gekostet.“ Dabei zögen Opernhäuser, Theater oder Museen bei Weitem nicht so viele Besucher an wie die Kinos. Der Traum Sponsels: ein Filmhaus in München, eben wie das geplante Konzerthaus. Eine Idee, die von einigen Diskussions-Teilnehmern und Festivalmachern während der beiden Tage oft aufgegriffen wurde. Damit hätten die vielen Festivals, etwa die Griechische Filmwoche, die am 18. November im Rio-Filmpalast eröffnet wird und ab dem Folgetag in den unbeliebten HP8 wechseln muss, eine dauerhafte Bleibe.

Dass ein solches Filmhaus in naher Zukunft unwahrscheinlich ist, darüber waren sich alle einig. Die Forderung der Filmstadt-Mitglieder nach einer Alternative für das HP8 bleibt aber bestehen. Seit es den Carl-Amery-Saal im Gasteig nicht mehr gibt, stehen die Festivals vor großen Problemen. Die Türkischen Filmtage beispielsweise wollen im kommenden Jahr echte Kinosäle mieten. Ein zweites Festival im HP8 kommt für sie nicht infrage.

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