Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe öffnet seine Museen

Das Landesmuseum für Kunst und Kultur in Münster ist wieder offen. Fotos: lwl

Münster – Die Zwangspause der Kultur wegen Corona ist von heute an wenigstens in einem Bereich beendet. Museen dürfen wieder öffnen. Die Museen des Landschaftsverbands Westflaen-Lippe (LWL) sind wieder zugänglich, vom Freilichtmuseum in Hagen über das Landessmuseum für Klosterkultur in Dalheim bis zum Landesmuseum für Kunst und Kultur in Münster. LWL-Direktor Matthias Löb sagte, man wolle „ein wenig Kraftfutter für Geist und Seele“ liefern.

In den Häusern wurden alle Vorkehrungen getroffen, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Das beginnt im Eingangsbereich, wo Vorsorge getroffen wurde, dass Abstände eingehalten werden. In den Häusern gilt Maskenpflicht. Dabei kann der Landschaftsverband keine Masken ausgeben oder verkaufen.

Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger berichtet, dass sich die Häuser seit Wochen auf den Tag vorbereitet haben. Sie merkt an, dass sie bis zum Wochenende keine Sicherheit hatten, ob sie die Museen öffnen können. Die Politik war da unklar. Aber man habe vieles, was einzuhalten ist, im Handel beobachten können. Mit der Formel ein Besucher auf zehn Quadratmeter Ausstellungsfläche ließ sich errechnen, wie viele Kunstfreunde man empfangen kann. Mit Einlasskontrollen, zum Teil elektronischen Zählsystemen, lässt sich der Andrang steuern. Ein wenig hängt das auch von den Zuständen im jeweiligen Museum ab. Naturgemäß sind die Bedingungen in Freilichtmuseum günstiger als im Römermuseum in Haltern. So können in Detmold 1500 Personen gleichzeitig das Museum besuchen. In Hagen sind es höchstens 550, was mit der besonderen Lage der Einrichtung in einem engen Tal zu tun hat. Einige der Häuser, die zu eng sind, bleiben geschlossen. Aber zum Beispiel die Museumsbäckerei in Hagen soll möglichst bald wieder Brot verkaufen.

Das Museum für Kunst und Kultur in Münster hingegen kann höchstens 100 Kunstinteressierte auf einmal einlassen. Je nach Dauer des Aufenthalts aber kann das heißen, dass an einem Tag mehrere 100 Besucher vor die Bilder kommen. Der Landschaftsverband will über die sozialen Medien mitteilen, ob gerade großer Andrang herrscht. Da das aber nur Momentaufnahmen sind, muss man trotzdem mit Wartezeiten rechnen. Es empfiehlt sich aber, so Rüschoff-Parzinger, den Museumsbesuch wenn möglich nicht für das Wochenende zu planen.

Auch im Museum wird manches anders sein. Das betrifft zum Beispiel Touch-Screens mit ihren digitalen Angeboten und andere Stationen zum Anfassen. Hier können die Museumsleute nicht jedes Mal abwischen und desinfizieren. Also bleiben diese Dinge ausgeschaltet. Es wird natürlich keine Veranstaltungen geben und keine Führungen, da hier ja Gruppen gebildet würden. Stattdessen werden Museumsbesucher nun an verschiedenen Stellen Museumsguides finden, die Auskunft zu Bildern oder Objekten geben.

Auch die Gastronomie-Betriebe in den Museen bleibe geschlossen. An einigen Standorten wie Detmold, dem Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten und dem Naturkundemuseum in Münster wird es allerdings ein Mitnehm-Angebot an Getränken und Speisen geben, das dann im Abstand von 50 Metern verzehrt werden darf.

Sonderausstellungen bleiben zugänglich. So wird am Wochenende die Schau mit Gemälden von Norbert Tadeusz eröffnet. Dabei gibt es aber keine Vernissage mit Häppchen, Getränken und Ansprachen. Die Eröffnung wird rein digital stattfinden.

Im Herbst wurde im Landesmuseum für Archäologie in Herne die Ausstellung zur Stunde eröffnet: „Die Pest“. Was eine Pandemie in früheren Jahrhunderten anrichtete, welche Spuren sie in Kultur und Gesellschaft hinterließ, das ist hier mit mehr als 300 Exponaten zu erkunden. Wegen der besonderen Ausstellungsarchitektur können allerdings nur jeweils etwa 40 Besucher in die Räume. Weil die Schau aber wochenlang geschlossen war und so aktuell ist, wird sie verlängert bis zum 15. November.

Hierbei profitiert der Landschaftsverband ausnahmsweise von den Einschränkungen durch Corona: Die Grenzen sind geschlossen, Leihgaben können nicht zurückgegeben werden. An anderer Stelle erweist sich genau dieser Umstand als Problem. Die große Ausstellung „Leben am Toten Meer – Archäologie aus dem Heiligen Land“ kann nicht wie vorgesehen am Wochenende im Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn eröffnet werden. Jetzt soll die Schau im Juli beginnen. Bis dahin bleibt das Museum geschlossen.

www.lwl-kultur.de/de/

lwl-museen

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