Kino-Betreiber übernehmen Filmfestival

Kinofest Lünen ist für November geplant

Lutz Nennmann steht im Foyer der Cineworld Lünen
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Lutz Nennmann, einer der Cineworld-Betreiber

Das Kinofest Lünen findet vom 23. bis 27. November statt. Neue Betreiber sind Lutz Nennmann und Meinolf Thies vom Multiplexkino Cineworld.

Lünen – Das Kinofest Lünen hat zwei neue Festivalchefs. Lutz Nennmann (55) und Meinolf Thies (57), die Betreiber des Multiplexkinos Cineworld, wollen das traditionsreiche Filmfestival in der Lippestadt fortsetzen. Nach der Absage 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ist die 31. Ausgabe vom 23. bis 27. November geplant, wie die Betreiber in Lünen ankündigten. Die Filmauswahl nimmt Sonja Hofmann vor. Die Geschäftsführerin des Filmbüros Nordrhein-Westfalen folgt auf die Festivalleiter Mike Wiedemann und Sven Ilgner. Beide stehen als Berater zur Verfügung, sagt Meinolf Thies. Und: „Es bleibt ein deutsches Kinofest.“

Seit 2003 sind Thies und Nennmann die Geschäftsführer der Cineworld. Beide übernahmen das Kino von Gerd Politt. Der Kinobetreiber hatte das Festival 1990 in der Lichtburg gegründet und mit Elfriede Schmitt und Ute Teigler (ab 1991) entwickelt. Ab 2005 verlor das Kinofest den Anspruch, ein Premierenfestival zu sein. Fortan waren Filme willkommen, die einen regionalen Charakter hatten und noch nicht im Lüner Kino zu sehen waren. Allerdings fanden noch Debüts von Nachwuchsfilmern statt.

Den lokalen Bezug verbinden Thies und Nennmann nun mit ihren Slogan „Filme, wie das Publikum es will“. Beide haben eine separate Gesellschaft gegründet, um das Festival vom normalen Kinobetrieb zu trennen. „Wir sind für Sponsoren offen“, sagt Meinolf Thies, „das Festival muss sich tragen“. Wenn beispielsweise 3300 Euro erwirtschaftet würden, gäbe es ein Guthaben für die Festivalgesellschaft, sagt Thies, ein kleines Minus von 1800 Euro könne man noch ausgleichen. Mit der ProLünen gibt es Gespräche. Der Verbund aus Lüner Unternehmen hatte das Kinofest seit 2005 unterstützt, zog sich in der Corona-Pandemie 2020 aber zurück. Ein Eröffnungsfest mit rund 800 Gästen im Foyer der Cineworld war eben nicht möglich. Thies und Nennmann drängten zu dem Zeitpunkt bereits auf ein kleines Festival. Sie waren von ihrem Hygienekonzept überzeugt.

Für die Neuauflage sind nun 22 Filme und ein Kurzfilmprogramm geplant. Die Preisgelder sollen erhöht werden. Statt elf Preise wie bei der Jubiläumsausgabe 2019 werden vier Preise mit höherer Dotierung ausgelobt. Für den Publikumspreis Lüdia gibt es 15 000 Euro statt 10 000 Euro wie bisher. Die Auszeichnungen werden im Kino verliehen. Wichtig sind den neuen Festivalbetreibern die Schulvorstellungen am Vormittag. Lutz Nennmann weiß, dass jeder vierte Jugendliche bis zwölf Jahren noch nicht im Kino war.

Zukunftsängste gibt es in der Cineworld nicht. Nach einer Studie schauen filmaffine Menschen am liebsten Filme im Kino, sagt Nennmann: „Kino gibt es nur im Kino“, weiß Meinolf Thies. Am 1. Juli wird geöffnet.

Das Programm des 31. Kinofests stellt Sonja Hofmann zusammen. Die Filmfachfrau ist in der Szene gut vernetzt. Ihr Engagement fürs Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln wird sie aber beenden. Unterstützung erfuhr Hofmann bereits von der NRW-Filmstiftung in Düsseldorf. „Man spürt die Wertschätzung“, sagt Hofmann in Lünen, die ein gutes Gespräch mit dem institutionellen Geldgeber geführt hatte.

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