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Hunt Slonem stellt im Museum Osthaus in Hagen aus

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Von: Achim Lettmann

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Im Osthaus Museum Hagen sind seine „Tukane neue Arten“ von 2021 (Öl auf Leinwand) zu sehen.
Satte Farben und wiederkehrende Motive charakterisieren das Werk von Hunt Slonem. Im Osthaus Museum Hagen sind seine „Tukane neue Arten“ von 2021 (Öl auf Leinwand) zu sehen. © Hunt Slonem

Er liebt Vögel, Hasen und Schmetterlinge. Und er malt sie unablässig. Hunt Slonem wird im Museum Osthaus in Hagen vorgestellt: „Fantasia“ heißt die farbstarke Ausstellung.

Hagen – Die Bilder von Hunt Slonem sind echte Hingucker. Farben, Motive und glänzende Oberflächen sind seine Eye-Catcher. Beispielsweise die mächtigen Schnäbel der Tukane. Sie strahlen in Gelb vor pinkfarbenem Hintergrund. Der orangene Kragenkranz akzentuiert die schwarzen Körper der Vögel. Zwischen den wiederkehrenden Motiven sind noch grüne Punkte im Gemälde verteilt: „Tukane neue Arten“ (2021).

Im Hagener Osthaus Museum wird der US-amerikanische Künstler mit rund 50 Werken aus den letzten vier Jahren vorgestellt. Die Ausstellung „Fantasia“ ist eine Kooperation mit der Serge Sorokko Gallery in San Francisco. In den Staaten ist Hunt Slonem, 1951 in Kittery (US-Bundesstaat Maine) geboren, längst bekannt. Seine Werke sind in über 100 Museen weltweit und in zahlreichen privaten Sammlungen vertreten. Slonem lebt in einem 15 000 Quadratmeter großen Atelier in Manhattan, New York. Er malt vor allem Vögel, Hasen und Schmetterlinge.

Mit wenigen Strichen ist eine Hasenfigur umrissen. Wenn Slonem ins Atelier geht, startet er mit dieser Fingerübung seinen Tag. In Hagen ist die Serie „Bunny“ (2016 – 2021) mit zahlreichen Beispielen gehängt. Ein Präsentationsvideo aus New York zeigt den Künstler mit seinem Werk. Die kleinformatigen Hasen-Bilder bedecken eine ganze Wand und sind in mehreren Reihen davor gestellt. Hunt Slonem lässt sich im produktiven Sinn als Besessener beschreiben, der bis zu 15 Stunden arbeitet. Oft sitzt ein Papagei auf seinen Schultern, wenn er malt und Musik hört. Vielleicht ist in dem Bild „Lastkraftwagen Rattern Teche“ (2021) etwas Rhythmus dabei. Zu sehen sind Papageien, die auf sechs Stangen sitzen, dicht gedrängt und sich paarweise zugewandt sind. Die Vögel in Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Schwarz bedecken das ganze Bild. Golden schimmert ein wenig Hintergrund durch. Die Farben sind pastos aufgetragen. Mit einer Kratztechnik ist die Oberfläche aufgelockert. Tiefere Farbschichten scheinen auf. Die Körperlichkeit von Farbe ist interessant variiert. Der Rhythmus des wiederkehrenden Motivs wird durch Details bereichert.

Hunt Slonem ist ein Vertreter der amerikanischen Kunst, die in den 60er Jahren weltweite Anerkennung fand. Seine All-Over-Kompositionen haben kein Hauptmotiv, keine verschiedenen Elemente. Vielmehr wird mit homogenen Formen gearbeitet. In „Orient-Express“ (2018) sind es Schmetterlinge, die Slonem mit leichter Hand auf meditativ gestrichelte Farbinseln setzt. Die Grundflächen sind wie Waben verbunden und zweifarbig. Mit den schillernden Schmetterlingen darüber ist ein flirrender Farbkosmos entstanden, der einen überwältigt. Slonems All-Over haben keine Bildmitte, meist keine räumliche Tiefe, aber eine überbordene Lust an Farben. In dem Gemälde „Totem Eltern Annapolis Maryland“ (2021) sind changierende Farben in großen Kreisbewegungen auf die Leinwand gebracht. Die schwarzkonturierten Hasenfiguren liegen wie eine amorphe Struktur darüber.

Slonem zeigt in Hagen noch starkfarbige Vogelbilder wie „4 Trojaner“ und „Rio Bomba“ (beide 2022), die in mittelformatigen Rahmen von Flohmärkten präsentiert werden. Auch das Porträt ist für Slonem als Bildgenre interessant. In Hagen sind Beispiele für seine Porträts von US-Präsident Abraham Lincoln und Queen Elisabeth zu sehen. Wieder wendet er seine Ritz-Technik an, mit der er durch die pastose Farbe fährt.

Bis 4.9.; di – so 12 – 18 Uhr, Katalog

Tel. 02331 / 207 3138;

www.osthausmuseum.de

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