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Full House ist eine Publikation des Museum Küppersmühle

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Von: Achim Lettmann

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Die Männer hat Bildhauer Stephan Balkenhol geschaffen. Sein Werk „Hexagon“ (Rotbuche, farbig gefasst, sechsteilig) und der „Fries“ (Pappelholz, farbig gefasst, 20teilig) darüber (beide 1988) sind in Duisburg zu sehen.
Die Männer hat Bildhauer Stephan Balkenhol geschaffen. Sein Werk „Hexagon“ (Rotbuche, farbig gefasst, sechsteilig) und der „Fries“ (Pappelholz, farbig gefasst, 20teilig) darüber (beide 1988) sind in Duisburg zu sehen. © David Ertl

Vier Künstlerinnen und vier Künstler werden in einer Publikation des Museum Küppersmühle in Duisburg vorgestellt. Trockel, Rissa, Balkenhol und Co. sind in der Schau „Full House“ zu sehen.

Duisburg – Einen bebilderten Rundgang durch die aktuelle Ausstellung bietet ein neuer Katalog des Museums Küppersmühle in Duisburg an. Dabei werden Raumsituationen gezeigt, die die Wirkung der Werke von acht Künstlerinnen und Künstlern im Ausstellungsbereich des Hauses dokumentieren. Das ist für eine Katalogproduktion nicht selbstverständlich. Präsentiert werden Arbeiten von Candida Höfer, Rissa, Katharina Sieverding, Rosemarie Trockel, Stephan Balkenhol, Rolf-Gunter Dienst, Thomas Florschuetz und Jörg Immendorff. Es handelt sich vor allem um Werke aus der Sammlung Ströher.

Full House – alles Sammlung“ ist die Präsentation getitelt. Zusätzlich zur Dauerausstellung des Museum Küppersmühle, die aus der umfangreichen Ströher-Sammlung bestückt ist, werden acht Kunstschaffende hervorgehoben. Sie können stellvertretend für das Sammlungsziel genannt werden, maßgebliche Kunst der 60er bis 80er Jahre vorzustellen. Außerdem ist der Bezug zum Rheinland und zur Kunstakademie Düsseldorf immer wieder sichtbar. Wie beispielsweise bei der Künstlerin Rissa. Sie studierte von 1960 bis 1965 an der Kunstakademie Düsseldorf und verwarf ihre informellen Arbeiten zugunsten einer figurativen Malerei. 1964 zählte sie zu den deutschen Künstlern, die die Abstraktion der Nachkriegszeit hinter sich ließen und mit gegenständlichen Gemälden alsbald internationale Anerkennung erlangten. In Duisburg sind von Rissa, die mit K.O. Götz (1914–2017) verheiratet war, sieben Gemälde zu sehen. Die Bilder stechen mit ihrer Farbigkeit hervor. Mit den klar voneinander abgesetzten Farbtönen – sie nennt es „Formfarbfraktur“ – werden zum Beispiel markante Gesichter geschaffen, die in ihrem Ausdruck geheimnisvoll bleiben. Die Künstlerin will dem Betrachter keine Vorgaben machen.

Ähnlich offen hält Stephan Balkenhol sein skulpturales Werk. Balkenhol, im hessischen Fritzlar geboren, zeigt in der Küppersmühle „Hexagon mit Fries“ von 1988. Kern sind die sechs Männerfiguren, die unterschiedlich groß mit verschiedenen Gesten dargestellt sind. Mit schwarzer Hose und weißem Hemd bieten sie aber keinen erzählerischen Ansatz oder eine erkennbare Identität. Auch hier muss der Betrachter etwas für sich entschlüsseln, was eventuell als geheimnisvoll bezeichnet werden kann. Über diesen Skulpturen aus Holz ist ein Fries aus 20 Bildtafeln (Pappelholz) gehängt, der verschiedene Tier- und Menschenfiguren zeigt.

Aus dem umfangreichen Werk mit Gemälden, Zeichnungen, Plastiken, Skulpturen, Objekten, Foto- und Videoarbeiten von Rosemarie Trockel, 1952 in Schwerte geboren und von 1988 bis 2016 Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf, sind zwei Arbeiten von 1993 aus Herdplatten, Metall und Lackfarben zu sehen („Ohne Titel“). Trockel, die aus dem Sinnbereich weiblichen Lebens ihre Kunst entwickelte, löst das Bild der vier Herdplatten aus dem Küchenformat und verteilt die schwarzen Platten über eine weißlackierte Fläche, die mit dem klassischen Tafelbild korrespondiert. Eine Bewusstwerdung und feministische Kunst. Trockel ist weltweit für ihre Woll- und Strickbilder bekannt.

Full House. Walter Smerling (Hg.), Woeste Druck + Verlag, Essen. 87 S., 17 Euro. Ausstellung bis 9. 10., mi 14 – 18 Uhr, do – so 11 – 18 Uhr; Tel. 0203/301948 11;

www. museum-

kueppersmuehle.de

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