Let’s Dance“-Kandidat zu Gast am Marie-Curie-Gymnasium

Comedian Özcan Coşar sorgt für Lachen im Dauerfeuer auf der Bühne in Bönen

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Posiert auf der Bühne in Bönen: Comedian Özcan Coşar.

Bönen - Wenn Özcan Coşar auf der Bühne steht, hagelt es Lacher im Dauerfeuer. Der Stuttgarter Comedian hat die Bauchbude umgeschnallt und verteilt am Freitagabend Witze aus seinem Programm „Old School – Die Zukunft kann warten“ zum Hierlachen und Mitnehmen. 

Zumindest stelle es sich so oder so ähnlich sein Vater vor, erzählt der Comedian vor einem ausverkauften Haus auf der Bühne des Marie-Curie Gymnasiums. Eigentlich wolle er doch nur die Anerkennung seines Vaters, der aber schäme sich eher für den Beruf des Sohnes. „Wenn ihn in der Türkei jemand fragt, was ich beruflich mache, behauptet mein Vater, dass ich Kfz-Mechaniker sei.“ Für seinen Vater sei er ein Arbeitsloser, der Witze erzählt. „Wann machst du endlich deinen Witzeladen zu?“, eine Standardfrage des Seniors. „Der stellt sich das wirklich so vor, dass die Leute in einen Laden kommen und dann sagen ‚Einen Witz bitte‘.“ 

Seit fast vier Jahren tourt der in Stuttgart geborene Komiker und diesjähriger „Let’s Dance“-Kandidat mit seinem aktuellen Programm durch ganz Deutschland und hat damit auch schon im TV durchstarten können. Manchmal brutal offen und ein echter Frontalangriff, macht sein Humor vor nichts und niemandem Halt. Dem Publikum scheint es zu gefallen. Kaum ein Moment, der nicht für laute Lacher sorgt. 

Teil einer Gang gewesen

Heute mag er ein gefeierter Comedian sein, doch Coşar hat auch eine düstere Seite. In seiner Jugend sei er Teil einer Gang gewesen, erinnert sich der heute 38-Jährige. Vorbild für die kriminelle Vereinigung, die in Wirklichkeit kaum kriminell gewesen sei, waren natürlich die Gangsterstreifen der Neunzigerjahre, Filme wie „Menace to Society“ oder „Boyz in the Hood“. Am meisten habe sie aber der Film „Bound by Honor“ beeinflusst, der in Deutschland unter dem Titel „Blood in, Bood out“ erschien, so Coşar: „Ich bin damals als Türke mit einer Videokassette ins Wohnzimmer hinein gegangen und als Latino wieder heraus gekommen.“ 

So wurden aus den echten Namen dann die Gangnamen geformt. Aus Özcan Coşar wurde „OC Mack“, sein Freund Alexi wurde zu „Lexx C“. Und aus den deutschen Freund Peter? „Der hieß immer noch Peter.“ Denn Peter durfte keiner Gang beitreten, das hatten ihm seine Eltern verboten. Generell hätten seine deutschen Freunde andere Erfahrungen in ihren Familien gesammelt, als er selbst. So habe es bei denen das Mittagessen immer pünktlich um 12 Uhr gegeben. „Bei uns war das anders“ erinnert sich Coşar. „Da gab es das Mittagessen, wenn der Vater von der Schicht nach Hause kam. Also zum Beispiel abends um acht Uhr. Wenn der Vater fremdgegangen war und bei der Freundin blieb, gab es auch mal zwei Wochen kein Mittagessen.“ 

Bewaffnet am Flughafen

Unterschiede bei den Deutschen und den Türken sieht der Comedian auch im Bezug auf die Sicherheit am Flughafen. So habe er vor den Sicherheitsbeamten bei der Gepäckkontrolle keine Angst, schließlich seien die nicht mal bewaffnet. In der Türkei sei das ganz anders, da würde er schon zu zittern beginnen wenn er nur in der Schlange steht. „Hab ja auch den ganzen Koffer voller Wurst und Käse.“ Die türkischen Beamten dürften sich ihre Dienstwaffe aussuchen, da seien großkalibrige Handfeuerwaffen nur die Spitze des Eisberges. Während einer der Beamten mit einem Maschinengewehr im Stile von Rambo Wache schiebt, ziele der nächste mit einer Panzerfaust auf direkt Coşars Kopf. „Hin und wieder fährt auch ein Panzer durch die Abflughalle.“ 

Coşar zeigt sich nicht nur von seiner komischen Seite, denn auch musikalisch ist er. Denn eigentlich sei es mit den Türken so, wie mit ihm im Bezug auf seinen Vater: „Wir wollen respektiert werden.“ Während spanische und italienische Vornamen es bereits in deutsche Familien geschafft hätten, sei das mit den türkischen Namen noch anders. Ein türkisches Lied singen, wenn kein Türke dabei sei, das wäre für ihn ein großer Schritt. „Oh Nein, jetzt kommt er mit dem Klavier an“, glaubt der Comedian in den Gesichtern einiger Besucher lesen zu können, als er seine Gitarre hervor holt. „Das ist aber kein Klavier! Das ist ein Cello!“ - Mallitzky

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