Buchtipp: Adriaan van Dis: Unter den Dächern aus Zink

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Adriaan van Dis: Unter den Dächern aus Zink. Paris, ein AbéCédaire. Corso Verlag, Hamburg. 104 S., 19,90 Euro. Glückliches Holland, wo es die Boekenweek gibt, die Bücherwoche jedes Jahr im März, wo jeder, der ein Buch kauft, ein zweites geschenkt bekommt. Und zwar ein besonderes Buch, das ein bekannter Schriftsteller eigens für diesen Zweck geschrieben hat. 2004 war das „Onder het Zink“ von Adriaan van Dis, und das bekommt der deutsche Leser zwar nicht geschenkt. Aber immerhin darf er es sich kaufen, dazu in einer so liebevollen Ausgabe, erweitert um wunderschöne Fotos in Schwarz-Weiß.

Man denkt, dass sie solche Bücher eigentlich gar nicht mehr machen. „Unter den Dächern aus Zink“ heißt die deutsche Ausgabe, und es ist sozusagen ein Alphabet als Stadtführung durch Paris.

Der vielfach ausgezeichnete Romancier van Dis beginnt mit einer Liebeserklärung, mit „l'amour“. Eines Tages mietete er einfach eine Wohnung in seiner Sehnsuchtsstadt. Und so lernte er sie kennen, wie kein Tourist das kann. Er schreibt in kleinen Abschnitten vom Bezirk „Goutte-d'Or“, wo tausende Nordafrikaner wohnen, von der Kapelle , in der sich die Royalisten treffen, von Straßenmusikern, den Toiletten an der Madeleine und den Liebenden. Und immer wieder schaut er auf Monsieur Dubois, den Clochard, der sich seinen Hauseingang als Stammplatz ausgesucht hat. Er hat für alles einen offenen Blick: „Die Zinkdächer oder den schwarzen Schiefer, die grünspanigen Kuppeln, die vergoldeten Ränder und goldenen Spitzen der Staketenzäun. Die Rinnsteine, die wie Bäche rauschen, oder die Seine.“ - Ralf Stiftel

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