Alice Cooper feiert in „Detroit Stories“ seine Heimatstadt - ein Hörtest

Schockrocker Alice Cooper sitzt am Steuer eines Autos.
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Sein Herz schlägt für seine Geburtsstadt Detroit und deren Menschen: Davon erzählt Alice Cooper auf seinem neuen Album, das jetzt in die Plattenläden kommt.

Unter drei Gitarristen tut er es nicht. Sie drehen auf, bis die Ohren klingeln. Der Bass wühlt sich in die Därme, die Trommeln krachen.

Im Song „Detroit City 2021“ feiert Alice Cooper seine Geburtsstadt, die seinem Album den Titel gab, und er erinnert sich an die Rock-Kollegen der Heimat: Iggy, die MC5, Ted Nugent und Bob Seger. Vincent Furnier, wie er bürgerlich heißt, klingt in den 15 Songs jünger als 73. Eine Erinnerungstour ohne Nostalgie: rotzige Stimme und laute Gitarren. In Titeln wie „Social Debris“ rotzt er seine weltverachtenden Texte wie vor 50 Jahren. Dabei schaut er zum Punk mit einem Ramones-Riff („Go Man Go“) und macht beim Funk „1000$ High Heel Shoes“ keine schlechte Figur (mit Sister Sledge als Doowop-Backing-Gruppe). Er gönnt sich den Blues „Drunk And In Love“ mit der Eingangszeile „I saw you baby, and I pissed in my pants“ und einem Gitarrensolo von Joe Bonamassa. In „Our Love Will Change The World“ dreht er die Flower Power der Hippies zynisch ins Schwarze.

Seine Coverversionen von „Sister Anne“ (mit MC5-Gitarrist Wayne Kramer) und „East Side Story“ (Seger) sind auf Augenhöhe mit den Originalen. Das knallige „I Hate You“ mit den Gründungsmitgliedern der Band Alice Cooper kommt als wüste Kollegenbeschimpfung daher. Tatsächlich ist es eine verquere Liebeserklärung an den 1997 gestorbenen Gitarristen Glen Buxton.

Alice Cooper: Detroit Stories (EarMUSIC/Edel).

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